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Enkelinnen berichten im Gymnasium Schkeuditz über Kurt Beyer

„Stolperstein“-Projekt Enkelinnen berichten im Gymnasium Schkeuditz über Kurt Beyer

Einen besonderen Gesprächstermin hatten jüngst Neuntklässler im Schkeuditzer Gymnasium. Dorthin waren drei Enkelinnen des 1941 von den Nazis ermordeten Kurt Beyer gekommen, um zu berichten, was sie über den Großvater erfahren haben.

Das Foto aus dem Jahr 1928 zeigt Klara und Kurt Beyer.

Quelle: Stadtmuseum

Schkeuditz. Einen besonderen Gesprächstermin hatten jüngst Schülerinnen und Schüler der Klasse 9c im Schkeuditzer Gymnasium. Dorthin nämlich waren drei Enkelinnen des 1941 von den Nazis ermordeten Kurt Beyer gekommen, um zu berichten, was sie von ihrer Großmutter beziehungsweise von ihrem Vater über den Großvater erfahren haben.

Wie berichtet, sollen im Mai erstmals in Schkeuditz mehrere „Stolpersteine“ verlegt werden, die an Opfer der Nazi-Herrschaft in der Stadt erinnern sollen. Eines dieser Opfer ist Kurt Beyer, der 1899 in Papitz geboren wurde und 1941 in Dachau ums Leben kam. Vor der letzten frei gewählten Wohnstätte in der Landwehrstraße 4 soll der mit einer beschrifteten Messingtafel versehene Stein zu liegen kommen und damit erneut an den Kommunisten erinnern.

Beyer nämlich wurde zu DDR-Zeiten in vielerlei Hinsicht geehrt. So habe es eine Kurt-Beyer-Straße gegeben und eine Lehrwerkstatt des Maschinen- und Apparatebaus (MAB) in der Delitzscher Straße trug seinen Namen. Dort im Hof war ein Gedenkstein, der nach 1990 genauso entfernt wurde wie einer in der jetzigen Leibniz-Grundschule. Wohin der große Feldstein gekommen ist, ist unbekannt. „Bei der Enthüllung des Steins war ich dabei“, sagte Ingrid Bösenberg. „Ich habe aus einer Buchhandlung ein dort aufgehängtes Porträt gerettet, was in der Wendezeit vermutlich vernichtet worden wäre“, berichtete eine andere der drei Enkelinnen, die übrigens auch zwei Brüder haben, wovon einer schon verstorben ist.

Kurt Beyer hatte zwölf Geschwister. Bei der Gründung der KPD trat er 1918 sofort ein und war Leiter der Ortsgruppe. Außerdem stand er an der Spitze des Rotfrontkämpfer Bundes. Am 19. Februar 1935 wurde er verhaftet und in das Zuchthaus nach Halle gebracht. Die „Vorbereitung des Hochverrats“ wurde ihm vorgeworfen. Anschließend kam er in ein Arbeitslager nach Coswig, Ende 1937 wieder nach Halle, dann nach Buchenwald. Im Februar 1940 wurde Beyer nach Dachau verlegt. Ein Jahr später kam am 8. Februar 1941 das Telegramm mit der Todesnachricht. Seine Frau Klara starb 1975.

Von Roland Heinrich

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