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Enteisungsmittel: Becken defekt

Enteisungsmittel: Becken defekt

Die Ursache für die zeitweise Verschmutzung des Schkeuditzer Gewässers Kalter Born ist geklärt. Unstrittig war bereits, dass vom Flughafengelände aus enteisungsmittelhaltiges Abwasser entwichen war.

Schkeuditz. Jetzt steht fest: Ein Regenrückhaltebecken ist defekt. Über dieses und weitere Themen informierte der Flughafen-Umweltbeauftragte Axel Semrau die Bürgerinitiative Gegenlärm.

Gut 50 Zuhörer waren der Einladung der BI ins Papitzer Siedlerheim gefolgt. Viele erinnerten sich noch gut an den Gestank, der vor einigen Wochen aus dem Kalten Born stieg (LVZ berichtete). Von Anwohnern informiert, hatte der Flughafen selbst Anzeige bei der Unteren Wasserbehörde erstattet und mit den Behörden Untersuchungen eingeleitet. „Dabei wurde festgestellt, dass eins der zwei Regenrückhaltebecken, in die auch das sich bei der Enteisung der DHL-Flotte ansammelnde Wasser fließt, undicht ist. Das Becken ist jetzt leer“, erklärte Semrau. Von der Baufirma, die vor zwei Jahren die Becken errichtete, werde nun im Rahmen der Gewährleistung eine Reparatur verlangt. „Das wird sehr aufwendig, denn die schadhaften Stellen an der Drainage liegen in sechs bis acht Metern Tiefe“, so Semrau. Ohne den Defekt wäre es nicht möglich gewesen, dass von diesem biologisch abbaubaren Mittel etwas in den Kalten Born gelangt. Aufgrund des Vorfalls werden laut Semrau jetzt Grundwasser und Kalter Born noch stärker beprobt.

Anderes Thema: Der abschließende Bericht zu den Daten aus dem Luftschadstoffmesscontainer, der über ein Jahr in der Siedlung gegenüber dem DHL-Gelände gestanden hatte, wird in 14 Tagen erwartet. Doch der TüV Süd, so Semrau, habe bereits angedeutet, dass es im Vergleich zu den Zwischenberichten im Frühjahr und September 2010 keine entscheidenden anderen Aussagen gibt. Und demnach werden die Grenzwerte der gemessenen Stoffe alle unterschritten. „Das Problem sind die Spitzen. Dass etwas in der Luft sein muss, wenn es zeitweise so stark nach Kerosin stinkt, ist klar“, war sich auch Semrau bewusst. BI-Sprecher Peter Haferstroh gestand ein, dass man damals wohl nicht den günstigsten Standpunkt für den Container mit ausgewählt habe. Semrau brachte die Möglichkeit einer abgespeckten, aber ständigen Messvariante ins Spiel und will sich darum kümmern. Das Containerfahrzeug kostete den Flughafen 100 000 Euro im Jahr.

Als es um die Berechtigungen für passiven Lärmschutz ging (neue Fenster, Lüfter, Dämmung), meldete sich Stadtrat Uwe Werner (CDU-Liste) zu Wort: „Das ist alles nur Kosmetik. Es ist einfach menschenverachtend, ein europäisches Frachtluftdrehkreuz so nah an einer Stadt zu bauen und zu betreiben. Es hilft nur aktiver Lärmschutz. Die Flugbewegungen müssten weniger werden, statt dessen werden es mehr.“ Heftig diskutiert wurde unter anderem auch über Messungen des nach Aussage vieler Besucher „schlafraubenden nächtlichen Flug- und Bodenlärms“ sowie über eine Erweiterung des Übernahmegebietes. Sprich über jenen Bereich, in dem der Flughafen den Umzugswilligen deren Häuser abkauft. Im Gegensatz zur Lärmschutzzone war dieses Gebiet nicht neu berechnet und erweitert worden. „Das hat die Landesdirektion von uns nicht verlangt. Wenden Sie sich an diese Behörde. Und wenn die von uns fordert, wir sollen rechnen, dann rechnen wir“, erklärte Semrau. Er selbst sei sich bewusst, dass das durchaus auch ein Thema ist.

Olaf Barth

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