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Schkeuditz Entscheidung zu Südumfahrung vertagt
Region Schkeuditz Entscheidung zu Südumfahrung vertagt
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16:45 19.05.2015

Der Beschluss zum Bau der sogenannten Süd-Erschließung wurde auf die Juli-Sitzung verschoben. Die angespannte Haushaltslage der Stadt war nur ein Grund für diese Vertagung.

Rund drei Millionen Euro soll die neue Straße vom Gewerbegebiet Tannewald in Radefeld bis zur Kreisstraße K 7429 bei der Rackwitzer Ortslage Neu-Schladitz kosten. Über drei Jahre der Planung und Bauzeit verteilt beträgt der Eigenanteil der Stadt Schkeuditz etwa 280 000 Euro bis 2015. Zu hoch, meinten mehrere Stadträte hinsichtlich der zuvor erwähnten angespannten Haushaltslage (siehe Kasten).

Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler) holte zur Erklärung aus: "Seit Jahren wird von den Haynaern eine Verkehrs-Entlastung gefordert. Die Straßen im Ort sind von Strandbesuchern zugeparkt. Seit 2003 läuft nun das Verfahren. Jetzt bietet sich die einmalige Chance, die Ortsverbindung, die durch den Tagebau verloren ging, wieder herzustellen. Das wird sich wohl nicht noch einmal ergeben." Mit "einmaliger Chance" meint er die Förderung des Straßenbaus in dem Maße, dass der Eigenanteil der Stadt auf unter zehn Prozent der Kosten fallen würde. Die Straße nämlich wird im Rahmen einer Paragraf-4-Maßnahme vom Bund und vom Land gefördert. Hinzu kommen die Anteile des Landkreises Nordsachsen und der Gemeinde Rackwitz.

Prinzipiell diene die Straße der Erschließung des Sees für Erholungssuchende, konkret aber auch der des Haynaer Strandes. Parkplätze sind im Zuge des Straßenbaus in dessen Nähe geplant. Der Vorsitzende des Haynaer Strandvereins, Philipp Sawatzke, plant mit seinen Mitstreitern am Haynaer Ufer des Schladitzer Sees einen Biedermeierstrand zu errichten. Ein entsprechender Bebauungsplan ist mit einem Abwägungsprotokoll bereits vom Ortschafts- und Stadtrat abgenickt worden (die LVZ berichtete).

"In Anbetracht der Finanzsituation: Gibt es keine andere Möglichkeit, den Haynaer Strand zu erschließen?", fragte Dieter Schöne (SPD). Die gibt es wohl, entgegnete Bürgermeister Dornbusch. "Ich bezweifle aber, dass das eine billigere Variante werden würde", ergänzte er. Zudem könne man das Strandprojekt der Haynaer ohne den Bau der Verbindungsstraße vergessen, weil die Straße Bestandteil des Bebauungsplanes ist. Die Förderung würde in den Südraum fließen. Eine erneute Förderung sei bis 2017 nicht mehr zu bekommen.

"Ich weiß, dass dies eine nachvollziehbar schwierige Entscheidung ist", sagte Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler). Die Haushaltssituation sei angespannt. Dennoch würden mit der Erschließung des Haynaer Strandes und der Schladitzer Bucht kurze Wege zur Erholung angeboten. "Im Norden gibt es das sonst nicht", sagte Dornbusch. "Es ist Aufgabe des Stadtrates solche Entscheidungen abzuwägen und zu treffen", ergänzte Enke.

SPD-Fraktionschef Jens Kabisch erwähnte, dass der Fraktion die Zusammenhänge zwischen dem Straßenbau und dem Biedermeier-Strandprojekt so nicht bewusst gewesen seien und kündigte eine Ablehnung des Beschlusses an, falls der Beschluss nicht vertagt und dessen Zusammenhänge erläutert werden. Der Stadtrat einigte sich mit drei Gegenstimmen auf die Verschiebung des Beschlusses auf die nächste Sitzung am 11. Juli.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.06.2013

Roland Heinrich

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