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Entwarnung bei Storchenrettung

Entwarnung bei Storchenrettung

Hektisches Treiben herrschte gestern in Schkeuditz: Aufgeregt hatte sich eine Anwohnerin im Stadtteil Wehlitz beim Ordnungsamt gemeldet. Seit Stunden stand ein vermeintlich verletzter Storch am Garagenhof im Bauernring.

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Sichtlich ramponiert: Bevor Meister Adebar im Schkeuditzer Stadtteil Wehlitz gerettet werden kann, rettet er sich selbst, indem er in Richtung Wehlitzer Gut davonfliegt.

Quelle: Michael Strohmeyer

Schkeuditz. Der herbeigerufene "Storchenvater" Manfred Seifert konnte schließlich Entwarnung geben.

Mit der Straßenbahn und anschließend zu Fuß machte sich der 71-jährige Seifert auf den Weg in das Schkeuditzer Stadtgebiet. Zuvor war er vom Ordnungsamt Schkeuditz zu Hilfe gerufen worden. "Wenn ich den Storch zu fassen bekomme und er verletzt ist, fahre ich mit ihm in die Tierklinik", sagte Seifert noch vor dem Einsatz.

Im Stadtteil Wehlitz angekommen wurde Seifert von der besorgten Anwohnerin sofort auf einen Garagenhof geführt. Zu einer näheren Betrachtung allerdings kam es nicht: Bevor Seifert sich Meister Adebar nähern konnte, hob dieser ab und flog in Richtung des Wehlitzer Gutes. Dort nahm er auf einem Schornstein Platz. Nach genauer Beobachtung mit einem Fernglas und nach Auswertung der Fotos war Seifert eine gewisse Erleichterung anzumerken. "Es kann sein, dass der Storch entweder angefahren wurde oder unglücklich gelandet ist. Deshalb hat er sich wohl für längere Zeit ausgeruht" sagte der "Storchenvater". Etwas benommen habe er deshalb zunächst am Garagenhof gestanden. Das er vor der geplanten Rettungsaktion in Richtung Wehlitzer Gut davonflog, sei ein Gutes Zeichen.

"Ich hoffe nur, dass es nicht der Storch von der Mühlstraße ist oder, dass er so schnell wie möglich dorthin zurückkehrt", sagte Seifert. Denn dort auf dem Schornstein werden momentan fünf Eier ausgebrütet (die LVZ berichtete). Storchenpaare wechseln sich beim Brüten jedoch ab, wusste Seifert. Wenn einer fehle, konnte das fatal für den Nachwuchs sein. "Dabei geht es um Minuten. Deshalb sind auch Feuerwerke so gefährlich. Wenn über mehrere Minuten der Horst nicht besetzt ist, konnte das das Aus für den Nachwuchs bedeuten", meinte der Experte. Und gerade in der Mühlstraße dürfe dies nicht passieren. "Wenn die fünf Eier tatsächlich auch fünf Jungstörche bedeuten, die auch durchkommen, dann wäre das eine sächsische Sensation", sagte Seifert. Im letzten Jahr hatte es hier zwar vier Eier aber nur drei Jungstörche gegeben.

Woher der vermeintlich verletzte Storch kommt ist übrigens unklar, da er keinen Ring besitzt. Dass er gleich in Wehlitz bleibt, dagegen hat Ralf Giesecke vom Gut nichts. "Der kann gleich dort bleiben, wo er jetzt ist und dort auch sein Nest bauen", sagte er. Auszubildende, die in jenem Haus untergebracht sind, kamen gleich auf den Hof und zückten die Kameras. Selbst habe Giesecke schon vor Jahren probiert, Störche am Gut anzusiedeln. Bisher jedoch sei dies leider fehlgeschlagen.

Experten, so sagte Seifert, sind der Meinung, dass es bereits ausreichend Nisthilfen gibt, die zum Teil nicht angeflogen werden. Wenn Storche bleiben wollen, dann bauten sie auch selbst ihre Nester. Ob dies in Wehlitz passiert, ist ungewiss aber möglich. Denn: "Die Horste in Wehlitz und in Schkeuditz sind beide voll besetzt", informierte Seifert am gestrigen Nachmittag. Für die fünf Eier in Schkeuditz bestehe also keine Gefahr.

Für die Information der Anwohnerin bedankte sich der Storchenvater ausdrücklich. "Wenn der Storch klappert, geht es ihm wieder gut", sagte Seifert.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.04.2014
Roland Heinrich

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