Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 8 ° Regen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
"Es geht jetzt heil nach Hause, Gott sei Dank!"

"Es geht jetzt heil nach Hause, Gott sei Dank!"

Der Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan wurde gestern in Schkeuditz greifbar. Denn kurz nach 11 Uhr landet eine im Nato-Auftrag fliegende Antonow des Typs AN 124-100. In ihrem riesigen Laderaum steckt vom ISAF-Einsatz aus Mazar-e Sharif kommendes Militärgerät - darunter ein "Tiger".

Voriger Artikel
Malzberg in Schkeuditz bietet kaum mehr als eine gute Aussicht
Nächster Artikel
Am Thomas-Müntzer-Hort startet ab nächster Woche neuer Anbau

Der "Tiger" gehört zu den modernsten Kampfhubschraubern der Bundeswehr und wird gerade aus einer AN 124-100 heraus geschoben. Dieses Modell kam aus Afghanistan zurück und wird in Schkeuditz für den Weitertransport vorbereitet.

Quelle: Olaf Barth

Schkeuditz. Es ist der letzte der vier in Afghanistan eingesetzten Kampfhubschrauber dieses Typs. Die anderen sind bereits in Deutschland. "Am 30. Juni wurde der Ende 2012 aufgenommene Flugbetrieb mit diesen Maschinen in Afghanistan eingestellt. Alle sind unbeschädigt, die Besatzungen gesund, sie waren nicht in Kampfhandlungen verwickelt", sagt auf LVZ-Nachfrage Major Daniel Kruschinski (35) vom Landeskommando Sachsen. Gemeinsam mit Oberfeldwebel Mandy Herold (30) vom Erfurter Logistik-Kommando betreut er die Journalisten, die zur Heimkehr des letzten der vier "Tiger" eingeladen worden waren. Die mit Raketen bewaffneten Kampfhubschrauber hatten in Nord-Afghanistan Patrouillen gesichert, als Begleitschutz fungiert sowie mit ihrer Optik- und Sensor-Technik extrem weite Flächen überwacht, was nach der vor zwei Jahren begonnenen Truppenreduzierung vom Boden aus nicht mehr abzudecken war, erklärt Kruschinski.

Zu dem aus der Antonow steigenden dreiköpfigen technischen Begleitpersonal des "Tigers"gehört auch Hauptfeldwebel Ralf Herrmann. Nach zwei Monaten Afghanistan freut sich der aus Eisleben Stammende nun auf den Ostsee-Urlaub mit seiner Lebensgefährtin und der achtjährigen Tochter. Wie seine Kameraden war der 39-Jährige bei der Ankunft in Schkeuditz fast schon 24 Stunden auf den Beinen. "Der Flug inklusive einer Zwischenlandung in Georgien verlief reibungslos. Schlafen ist in dem lauten Teil allerdings nur bedingt möglich", sagt er mit der Hoffnung, dass der Kleinbus nach Fritzlar bald abfährt. Denn dort, südlich von Kassel, befindet sich der Stützpunkt des Hubschraubers, dort lebt der Hauptfeldwebel im 18. Dienstjahr jetzt auch mit seiner Familie. In gut drei Stunden kann er bei ihr sein.

Der "Tiger" allerdings wird erst am Freitag gegen 1.30 Uhr seinen Heimat-Hangar im Kampfhubschrauber-Regiment 36 erreichen. Was per Luftlinie nur rund 200 Kilometer von Schkeuditz entfernt und per Autobahn nach rund 270 Kilometern erreicht ist, nimmt als ein mit Auflagen versehener Schwertransport über Potsdam, Hannover und Dortmund rund 700 Kilometer in Anspruch. Warum fliegt der Hubschrauber nicht zu seinem Stützpunkt? "Der Aufwand an Personal und Material, um hier die Flugbereitschaft herzustellen, wäre noch viel größer", begründet Hauptmann Matthias Lube (30) den nächtlichen Transport auf der Straße. Er verantwortet den Empfang des Kriegsgerätes und dessen Verladung auf den Tieflader.

Zu Lubes Truppe gehört auch Hauptfeldwebel Marc Schäfer. Er fiebert in Schkeuditz der Ankunft des "Tigers" entgegen. Schäfer ist für den technischen Bereich, für Wartung und Einsatzbereitschaft der Hubschrauber mit zuständig. Sofort schaut er sich die Maschine an und rangiert sie höchstselbst mit einem kleinen Schleppfahrzeug zum Hangar. "Jetzt geht es wieder heil nach Hause, Gott sei Dank! Das ist das Wichtigste, dass alle gesund sind und die Technik heil ist, es kann ja auch anders kommen", sagt der 33-Jährige.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.07.2014
Olaf Barth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Schkeuditz
  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Kommen Sie an Bord: Am Sonntag, 22. Oktober 2017, laden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse in das LVZ Verlagsgebäude ein. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr