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Europa in Schkeuditz

Europa in Schkeuditz

Vertreter des mit Schkeuditz verbundenen europaweiten Netzwerkes von Partnerstädten trafen sich am Wochenende in der Elsterstadt und unterzeichneten eine Deklaration mit Zielen für die weitere Zusammenarbeit.

Schkeuditz. Anschließend trugen sich die Teilnehmer der Bürgermeister-Konferenz in das Goldene Buch der Stadt ein.

Der Saal im Kulturhaus Sonne glich am Sonnabend einem internationalen Konferenzsaal. Flaggen der verschiedenen Nationen schmückten den Raum, in Kabinen sorgten Dolmetscher für die Simultanübersetzung der Reden ins Deutsche, Spanische, Italienische und Französische. Denn die Elsterstadt (rund 17500 Einwohner) war Gastgeber der Bürgermeister-Konferenz. Daran beteiligten sich Delegationen aus Bühl (30000 Einwohner/Baden-Württemberg), Villefranche-sur-Saône (34000 /Frankreich), Cantu (39000/Italien), Vilafranca del Penedès (38000/Spanien) und Mattsee (3100/Österreich).

„Wir haben gemeinsam bekräftigt, unsere Zusammenarbeit fortzuführen und dabei über Wünsche, Ideen und Visionen gesprochen. Nicht alles ist gleich finanzierbar, aber jede Stadt verpflichtet sich, bis zur nächsten Bürgermeister-Konferenz 2013 in Villefranche im Rahmen der Städtepartnerschaften einen Schüleraustausch aufzubauen“, verkündete der Schkeuditzer Oberbürgermeister Jörg Enke eines der Beratungsergebnisse. Diese waren schriftlich in einer mehrsprachigen Deklaration festgehalten und von den Delegationsleitern unterzeichnet worden. „Wir wollen die Städtepartnerschaften leben. Der Wille dazu ist da. Es gibt schon Projekte zwischen Schulen, aber die Verwaltungen müssen das künftig stärker unterstützen“, sagte der Bühler Oberbürgermeister Hans Striebel. Sein Amtsbruder aus Mattsee, Matthäus Maislinger, freute sich, dass seine kleine Gemeinde zum Netzwerk gehört und so die Gelegenheit hat „Europa zu leben“. Marino Maspero aus Cantu, wo im Sommer die nächste gemeinsame Jugendfreizeit stattfindet, dankte für die Gastfreundschaft in Schkeuditz. Er würdigte die bereits bestehende Zusammenarbeit, sagte aber auch: „Wir müssen noch besser werden und alle im Netzwerk an den Projekten beteiligen.“ Carme Ribes Porta aus Vilafranca und Jean-Luc Guenichon aus Villefranche lobten „die perfekte Organisation der Konferenz“. Die Spanierin bedauerte, dass noch fehlende Finanzierungsmöglichkeiten manche gute Ideen ausbremsen würden. Sie zeigte sich dennoch optimistisch, dass gerade mit dem Jugendaustausch Europa gelebt werde. Von einem „bürgerschaftlichen Europa“, sprach auch der französische Vertreter: „Die Konferenz geht in die richtige Richtung, jetzt müssen wir weiter daran arbeiten.“

Das europäische Netzwerk der Partnerschaften soll laut Deklaration offen für die Aufnahme weiterer Städte und Gemeinden sein, um so freundschaftliche Begegnungen von Jugendlichen, Künstlern und Sportler im europäischen Geist zu fördern. Enke betonte, dass die neuen Medien diesen Prozess fördern. So hätten sich nach der letzten Jugendfreizeit in Schkeuditz geknüpfte Freundschaften über soziale Netzwerke im Internet fortgesetzt. Und zwischen Schulen könnten künftig per Video-Konferenzen Kontakte aufgebaut und gepflegt werden.

In einer sehr fröhlich-lockeren, freundschaftlichen Atmosphäre trugen sich die Teilnehmer nach Unterzeichnung der Deklaration noch in das Goldene Buch der Stadt ein. Im Anschluss ging es nach Kleinliebenau. Dort wurde am Jakobsweg das Pilgerprojekt samt Kirche und Pilgerquartier sowie das mit französischen Künstlern entstandene Kunstprojekt vorgestellt. Auch beim nächsten Stopp im Gut Wehlitz spielte Europa eine große Rolle. Hier präsentierte die Vitalis Betreuungsgesellschaft für Modellprojekte mbH den internationalen Gästen Weiterbildungs- und Austauschprojekte im Rahmen des europäischen Leonardo-da-Vinci-Programms.

Olaf Barth

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