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Schkeuditz Fehlende Kommunikation - Sommerfest fällt aus
Region Schkeuditz Fehlende Kommunikation - Sommerfest fällt aus
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14:01 19.05.2015
In der Lessing-Oberschule scheint einiges im Argen zu sein: Schülersprecherin und Elternrat traten mit einer Mängelliste vor den Stadtrat. Die Verwaltung reagierte sofort und hat den Blick auf das Haus geschärft. Quelle: Roland Heinrich

Die Schülersprecherin, die dort in die neunte Klasse geht, hatte sich zur Unterstützung Kristin Wehrmeister vom Schulelternrat an die Seite gestellt - und das war auch gut so. Denn drei Mal unterbrach Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) das Ansprechen der vermeintlichen Missstände und versuchte aus dem öffentlichen Teil der Sitzung an die zuständigen Stellen zu verweisen. "Wenden Sie sich doch an die Verwaltung oder an Herrn Dornbusch direkt! Dort sind Ihre Probleme in den richtigen Händen. Das hier in der Öffentlichkeit anzusprechen, halte ich nicht für zielführend", hatte Enke gesagt.

Doch damit biss er bei Kristin Wehrmeister auf Granit: "Wir möchten die Gelegenheit jetzt wahrnehmen, um auch die Stadträte über die Zustände zu informieren. Seit Dezember warte ich auf einen Termin bei der Stadt, bisher vergebens. Deshalb stehe ich jetzt hier", sagte die Elternsprecherin.

Und so kam zur Sprache, dass die Schülersprecherin zehn Tage auf die Weitergabe von Post vom Landesschülerrat durch das Sekretariat warten musste. In dem Fall ärgerlich, weil innerhalb dieser zehn Tage ein Termin zur Teilnahme an einer Ausfallstatistik verstrichen war. Luisa Jochmann berichtete weiter, dass Schüler, die erst nach Unterrichtsbeginn am Gebäude ankommen, nicht in die Schule gelassen werden, weil das Sekretariat erst ab 8 Uhr besetzt ist. Auch, dass Schüler, denen etwas gestohlen wurde, bei Meldung im Sekretariat wieder weggeschickt worden sind, sprach die Neuntklässerin an. Das hatte meist zum Resultat, dass Eltern am Nachmittag nicht mehr nachvollziehen konnten, wo etwas weggekommen war, ergänzte Wehrmeister. Sie mahnte an, dass es keine Möglichkeiten für Schüler gibt, die Schultaschen während der Pausen einschließen zu können. "Dass während der Hofpause nicht unbedingt der Ranzen ständig im Auge behalten wird, ist doch klar", sagte sie.

"Ich bin begeistert, welche Wirkung der öffentliche Auftritt hatte", meinte die Elternrätin jetzt. Denn gleich am Tag nach der Stadtratssitzung hatte es zwei unangekündigte Kontrollen in der Schule gegeben. "Ich wurde zu einem Gespräch mit Herrn Dornbusch und Frau Felske eingeladen. Das lief in sehr angenehmer und konstruktiver Atmosphäre ab", resümierte sie. Hinter den Kulissen tue sich nun etwas in der Schule.

Bauliche oder hygienische Mängel, die auch angesprochen wurden, sind bei diesen Kontrollgängen allerdings nicht festgestellt worden. Außer eines defekten Toilettendeckels in der Sporthalle seien alle sanitären Anlagen in Ordnung, teilte Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler) nach den Kontrollgängen mit. Zum Schultaschen-Problem soll es demnächst eine Lösung geben: Durch eine schon in Planung befindliche Aufstellung von Garderobenschränken soll wohl ab Herbst die Möglichkeit gegeben sein, die Schultaschen einschließen zu können.

Von einem Gesprächswunsch vom Elternrat habe Dornbusch nichts gewusst, betonte der Bürgermeister vehement. Dieser Wunsch gehe auch nicht aus dem Protokoll der Schulkonferenz vom Februar hervor, hieß es in dieser Woche. Allerdings wurde dieses Protokoll erst am vergangenen Freitag, also nach der Stadtratssitzung, in der Schule vom Sekretariat an Dornbusch übergeben. Auch im Sekretariat des Bürgermeisters war ein Gesprächstermin nicht vermerkt. Hier mangelte es augenscheinlich an ausreichender Kommunikation.

Eine Opfer dieses Mankos: Das diesjährige Sommerfest der Schule fällt aus. "Für das geplante Fest gibt es keine Unterstützung seitens der Schule", hatte Luisa Jochmann vor den Stadträten mitgeteilt. Dass der Wunsch nach einer Party überhaupt bestand, war dem Bürgermeister ebenso unbekannt wie der Wunsch nach einem Gespräch. "Im bisher erarbeiteten Veranstaltungsplan war kein Sommerfest vorgesehen", teilte Dornbusch mit. Dafür sei eine langfristige Vorbereitung von Eltern, Schülern und Lehrern notwendig, stellte er fest. Die jetzt noch verbleibende Zeit sei hierfür nicht mehr ausreichend. "Zur Verbesserung der Kommunikation werden künftig die Elternsprecher aller Schulen regelmäßig zur Schulleiterberatung eingeladen", benannte Dornbusch eine Konsequenz. Eine wohl längst überfällige Maßnahme.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Roland Heinrich

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