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Schkeuditz Feuerwehr Schkeuditz löschte voriges Jahr fast 100 Brände
Region Schkeuditz Feuerwehr Schkeuditz löschte voriges Jahr fast 100 Brände
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11:15 08.03.2016
Oberbürgermeister Jörg Enke (links) hatte allen Kameraden gedankt und den Wehrleitern Schecks für die Kameradschaftspflege überreicht. Quelle: Foto: Michael Strohmeyer
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Schkeuditz

Dass freiwillige Feuerwehren heutzutage mit Personalproblemen zu kämpfen haben, ist kein Schkeuditzer Alleinstellungsmerkmal. Für Stadtwehrleiter Uwe Müller ist es aber Anlass genug, erneut mit eindringlichen Worten auf die prekäre Situation aufmerksam zu machen. So geschehen am Freitagabend während der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Schkeuditz im Kulturhaus Sonne.

„Wo sind die engagierten Bürger von Schkeuditz? Unser kleines Häufchen von 111 Enthusiasten kann doch nicht alles sein!“, rief Müller in den Saal. Sein Weckruf richtete sich in Anwesenheit zahlreicher Kommunalpolitiker an die Zivilgesellschaft als Ganzes. Denn die 40 aktiven Feuerwehrleute in der Kernstadt sowie die insgesamt 71 freiwilligen Brandbekämpfer in den Ortsfeuerwehren Dölzig, Glesien, Radefeld und Wolteritz machen einen Anteil von nur 0,64 Prozent unter den insgesamt 17 150 Einwohnern aus.

Allein im vorigen Jahr verlor die Gesamtwehr acht ausgebildete Kameraden aus beruflichen oder persönlichen Gründen. Lediglich eine Person konnte für das Ehrenamt gewonnen werden.„Unsere Personalsituation verschlechtert sich weiter. Warum kommen nicht jene, die als Zaungäste bei Einsätzen rum stehen und gut gemeinte Ratschläge geben, zu uns, und unterstützen uns mit ihrer Geistes- und Körperkraft? Ist ihnen unser Ehrenamt zu anspruchsvoll?“, fragte Müller.

97 Brände im vergangenen Jahr

Anspruchsvoll ist der freiwillige Dienst in den Reihen der Kameraden auf jeden Fall. So fuhren die fünf Wehren voriges Jahr 268 Einsätze. Zu den 97 Bränden, 136 technischen Hilfeleistungen und 24 Einläufen von Brandmeldeanlagen kamen auch elf Fehlalarme hinzu. Außerde bewiesen die Feuerwehrleute bei drei Einsatzübungen in der Helios-Klinik, am ADAC-Luftrettungstützpunkt und auf dem Flughafen Leipzig/Halle ihr Können.

Doch damit nicht genug. In ihrer Freizeit absolvierten die blau Uniformierten im Jahr 2015 insgesamt 1608 Ausbildungsstunden. Außerdem waren sie wieder bei zahlreichen gesellschaftlichen Höhepunkten im Gemeindeleben dabei. Mit ihrer Präsenz in Schulen und Kindertagesstätten und dem Empfang von Schülern im Gerätehaus betreiben sie zudem aktive Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache für die Nachwuchsgewinnung.

40 Kinder und Jugendliche aktiv

Und die trägt Früchte. In Glesien gibt es seit vorigem Jahr wieder eine Jugendwehr mit derzeit sechs Kindern. Insgesamt betreuen elf Feuerwehrleute über 40 Kinder und Jugendliche. Weil es dieses Jahr die Jugendwehr schon seit 50 Jahren gibt, soll ein gemeinsames Zeltlager mit den Jugendwehren der Partnerstädte organisiert werden.

Müller dankte allen Unterstützern der Wehr und besonders jenen Firmen, die Feuerwehrleute einstellen. Zahlreiche der Kameraden wurden an dem Abend von Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie wähler) und Vertretern des Kreisfeuerwehrverbandes befördert sowie für ihre langjährigen Dienste in der Freiwilligen Feuerwehr geehrt. Enke versicherte, dass Stadtverwaltung und Stadträte mit ihren Entscheidungen über Technik und Finanzen die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr weiterhin unterstützen werden.

Von Michael Strohmeyer

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