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Schkeuditz Figurentheater und ungewöhnliche Klänge zum Auftakt
Region Schkeuditz Figurentheater und ungewöhnliche Klänge zum Auftakt
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12:00 04.10.2017
Hannes Kapsch (rechts) lässt einen Zeitungsbogen lebendig werden und modelliert aus ihm zunächst eine Landschaft und dann einen Vogel. Quelle: Fotos: Olaf Barth
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Schkeuditz

Kultur darf, ja muss auch mal ganz anders sein und überraschen: anspruchsvoll und irritierend, gewöhnungsbedürftig und inspirierend, rätselhaft und unterhaltend – von all dem und noch mehr erfuhren die Besucher am Sonnabend-Nachmittag aus eigenem Erleben. Denn die Eröffnungsveranstaltung der 21. Schkeuditzer Kulturtage in der Galerie Art Kapella korrespondierte mit den dort derzeit ausgestellten Werken und Kompositionen, die im Zeichen der Kunstauffassung des Komponisten Bernd Alois Zimmermann stehen.

„Ab heute können wir uns in Schkeuditz sechs Wochen lang wieder auf viele Veranstaltungen freuen. Wir haben versucht, ein Programm auf die Beine zu stellen, das Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen anspricht. Es ist für jeden etwas dabei“, versprach Angelika Diedrich, die neue Vorsitzende des Kulturkreises Schkeuditz. Dass es diese Kulturtage gibt, weiß auch Oberbürgermeister Rayk Bergner (CDU) zu schätzen. „Was hier die Kunst- und Kulturschaffenden präsentierten, ist ein wichtiger Baustein für das Leben in der Stadt. Dieses Engagement ist von größter Bedeutung“, sagte das Stadtoberhaupt. Es sei ihm eine besondere Ehre, diese Kulturtage nun offiziell eröffnen zu dürfen.

Eingerahmt von den Objekten sieben verschiedener Künstler unter dem Titel „Das Gelb & das Grün“ (die LVZ berichtete) bekamen die Eröffnungsgäste in der Art-Kapella-Galerie einen Ausschnitt aus dem Schaffen und der Philosophie des Komponisten Bernd Alois Zimmermann (1918-1970)) präsentiert. Projektleiter Knut Müller blieb es vorbehalten, vor allem Zimmermanns Zeitbegriff in Bezug auf Kunst zu erklären. Zimmermann habe die Zeit als „Kugelgestalt“ beschrieben, die Grenzen sprenge. „Am Firmament sehen wir die Sterne, deren Licht unterschiedlich lange zu uns unterwegs ist. Das Licht kommt aus unterschiedlichen Zeiträumen, dennoch sehen wir es hier und jetzt als einen Sternenhimmel“, tauchte Müller in Zimmermanns Gedankenwelt. Aus dieser Erkenntnis heraus habe der Komponist auch die Bildende Kunst und die Musik im gemeinsamen Ereignishorizont zusammenführen wollen. Das Projekt in Schkeuditz spürt dem nach, wie sich Malerei und Musik gegenseitig beeinflussen und voneinander ableiten lassen, wie bereits zur Eröffnung der Ausstellung deutlich wurde.

„Das ist ein spannendes Projekt, toll, dass es dafür diese Möglichkeit in Schkeuditz gibt. Das kann man nicht hoch genug anerkennen“, sagte Gewandhaus-Musikerin Dorothea Vogel. Auf ihrer extra etwas anders gestimmten Violine spielte sie das Stück „Tau“ von Knut Müller. Sieben Minuten lang wurde der Ton B immer wieder variiert, neu zum Leben erweckt, gestrichen und gezupft, mal leise, mal schrill. Attribute die auch auf das Spiel von Yuri Matsuzaki zutreffen, die auf drei Flöten Zimmermanns „Tempus Loquendi“ darbot. Auch das war für ein mit moderner Musik noch nicht vertrautes Ohr mitunter gewöhnungsbedürftig bis verstörend. Äußerst amüsant und inspirierend das Figuren-Theater mit Hannes Kapsch. Er ließ einen Zeitungsbogen und eine Wasserflasche lebendig werden. Mehr von dieser Performance gibt es am 8. Oktober zu sehen.

Die Veranstaltung war ein vielversprechender Auftakt der Kulturtage. Bis zum 21. November soll es nun in Schkeuditz noch viel mehr Kunst und Kultur zu entdecken und zu erleben geben

Von Olaf Barth

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