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Schkeuditz Flanieren und Feiern wie im Biedermeier
Region Schkeuditz Flanieren und Feiern wie im Biedermeier
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22:00 14.08.2011
Philipp Sawatzke stellt Besuchern am Strand ein historisches Spritzen-Fahrzeug vor, dass später dann sogar bei einem Spaß-Wettbewerb zum Einsatz kam. Quelle: Peggy Hamfler
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Hayna

Die von den Akteuren verbreitete gute Laune und freundliche Stimmung sprang auf die Besucher über. Es schien, als hätten sich alle zusammen schon ein Jahr lang auf das Fest gefreut. Und niemand wurde enttäuscht.

Verfehlen konnte man den Weg zum Strand nicht: Pinke Pfeile säumten die Straße durch den Ort bis zu einer historischen Kasse am See. Menschen in historischen Brokat- und Samtkostümen bewegten sich wie selbstverständlich auf dem durch bunte Fahnen abgezäunten Festgelände. In kleinen Holzhäuschen wurden Antiquitätenmobiliar und ein Kleiderbasar ausgestellt sowie das futuristische Architekturmodell des Strandvereins gezeigt. Auch ein Hochrad-Fahrer und ein Schuhputz-Junge bereicherten die Szenerie. Initiiert wurde das Fest vor drei Jahren durch Christoph Zwiener, der mit seinen Mitstreitern Großes plant: „Wir werden ein Vereinshaus bauen und einen Pavillon für Senioren mit Internetzugang.“ Vereinschef Philipp Sawatzke nahte in schnittiger Reiterkluft. Mit Schwung hob er den Reitstock und erzählte: „Letztes Jahr hatten wir 1000 Besucher. Wie man sieht, können wir auch dieses Jahr wieder sehr zufrieden sein.“

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Das Biedermeierfest soll die vielen Mittelalterfeste der Region kulturell ergänzen. Das Biedermeierkonzept fand bereits bei einer Präsentation mit Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung in Den Haag Anklang. Es wurde dort als Beispiel für einen Landschaftsumgestaltungsprozess vorgestellt. Sawatzke: „Wir haben die Biedermeierzeit gewählt, weil sie eine Wohlfühlzeit war, denn die Völkerschlacht zu Leipzig war beendet, die Familien rückten näher zusammen. Es war vor allem eine Zeit der Höflichkeit. Das, was heute oft fehlt. Und genau das wollen wir vermitteln. Wir wollen eben zurück in die Zukunft.“ Verschmitzt fügt er an: „Es gab hier schon Kinder, die an der handbetriebenen Schiffsschaukel einen Knopf zum Anschalten suchten.“

Elf Punkte standen auf dem Festprogramm des Strandvereins, das von elf bis 21 Uhr abends ging. Unter anderem „Löschen wie im Biedermeier“: Der Strandverein machte es einmal vor, dann mussten der Landtagsabgeordnete Rolf Seidel, Stadtrat Manfred Putzke und Schkeuditz’ Ex-Bürgermeister Manfred Heumos auch ran. Es galt, per Hand Eimer im Haynaer See mit Wasser zu befüllen und in das um 1924 erbaute Löschfahrzeug zu gießen. Hinter einer Schiffsattrappe, der Queen Hayna, lachte das Bademaskottchen hervor – ein Mann in einem lustigen blau-weiss gestreiften Badekostüm.

Bei der anschließenden Modenschau klatschte das Publikum begeistert mit. Vereinsmitglieder präsentierten Badekostüme, Freizeitmode und Schlafröcke. Auf dem Tisch eines Holzhauses leuchteten die Samt- und Brokatstoffe der Kostüme in der Sonne. Sandra Nägele, Moderatorin der Modenschau und Kostümdesignerin, erzählte: „Das Nähen war sehr viel Kleinarbeit, verbunden mit stundenlangem Sitzen, das geht nur aus Liebe und Freude zur Sache.“ Musikalisch untermalt wurde das Strandfest unter anderem von der Krostitzer Chorgemeinschaft, mit Chansons und Operetten der Sängerin Uta Zwiener sowie von der Leipziger Sängergemeinschaft „Vocal-Coach-Jazz“.

Peggy Hamfler

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