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Schkeuditz Flüsterasphalt bei Schkeuditz? – Fehlanzeige!
Region Schkeuditz Flüsterasphalt bei Schkeuditz? – Fehlanzeige!
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23:54 21.08.2016
Die Asphaltierungsarbeiten auf der A 14 Richtung Dresden sind beendet. Danach wurden die Induktionsschleifen eingebaut, ehe die Markierungen folgen. Quelle: Foto: Olaf Barth
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Schkeuditz

Dass momentan der Fahrbahnbelag der Autobahn 14 erneuert wird, wissen zumindest die zahlreichen Nutzer dieser Verkehrsader. Dass jener Abschnitt bei Schkeuditz von der Stadt auch Bestandteil eines sogenannten Lärmaktionsplans ist, ist schon weit weniger Personen bekannt. Nun scheint die Zahl derer, die sich an diesen Plan, der Maßnahmevorschläge zur Lärmminimierung beinhaltet, halten, gegen Null zu gehen. Wie berichtet, hatte das Landesamt für Straßenbau- und Verkehr (Lasuv) mitgeteilt, dass es einen sogenannten Flüsterasphalt, wie er laut dem Schkeuditzer Plan verbaut werden sollte, nicht verwenden wird.

Ob die Fahrbahn nun mit einem normalen Asphalt oder dem in der Lärmaktionsplanung vorgesehenen erneuert wird, sah der Schkeuditzer Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) scheinbar relativ entspannt. Auf eine entsprechende Frage in einer öffentlichen Stadtratssitzung im Mai hatte er beiläufig erwähnt: „Jeder Asphalt ist auf jeden Fall erst einmal leiser als der jetzige Beton.“ Damit hat er sicherlich recht, denn laut Lasuv ist eine Farbahnoberfläche mit einer Lärmminderungswirkung von minus zwei Dezibel festgeschrieben. Dass Enke dann doch noch mehr an Lärmreduzierung herauszuholen versuchte, wurde jetzt mit einer Information an die Stadträte deutlich. Die bekamen einen Schriftwechsel zwischen der Stadt und dem Lasuv und ein Schreiben des Stadtentwicklungsamtes an das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) als Kopie ausgehändigt.

„Für die Verwaltung ist nicht nachvollziehbar, warum kein ,Flüsterasphalt‘ eingebaut wird“, heißt es in einem von Enke unterschriebenen Brief. Drei Tage, nachdem öffentlich wurde, dass das Lasuv keinen offenporigen – also leisen – Asphalt verwenden wird (die LVZ berichtete), wurde das Schreiben verfasst. Die Antwort vom Amt kam einen Monat später. Das Lasuv habe schon bei der Anhörung zu den unterschiedlichen Entwürfen des Schkeuditzer Lärmaktionsplanes nachdrücklich darauf hingewiesen, dass kein Rechtsanspruch auf den Einbau von Farbahnoberflächen besteht, die eine höhere Lärmminderung erwarten lassen. „Es handelt sich um Wünsche beziehungsweise Absichtserklärungen der Stadt Schkeuditz“, heißt es. Es werde sichergestellt, dass keine Verschlechterung der Lärmsituation zu befürchten sei. „Für darüber hinausgehende Lärmminderungsforderungen besteht derzeit keine Rechts- und Finanzierungsgrundlage“, schreibt das Lasuv.

Nach diesem Schreiben wandte sich die Stadt Ende Juni an das Sächsische LfULG. Offensichtlich seien beim A 14-Fahrbahnneubau „nicht einmal ansatzweise“ die Vorschläge aus der Lärmaktionsplanung einbezogen worden, heißt es. Die für Lärmüberschreitung verantwortlichen Entscheidungsträger sollten für die Ergebnisse der Lärmaktionsplanung sensibilisiert werden, bittet Gabriele Oertel, die Stabstellenleiterin Stadtentwicklung, um Einflussnahme.

Von Roland Heinrich

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