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"Flughafen direkt" im Antonov-Hangar

"Flughafen direkt" im Antonov-Hangar

Einmal im Jahr lädt der Flughafen Leipzig/Halle Vertreter von Umland-Gemeinden und Bürgerinitiativen zu der Veranstaltungsreihe "Flughafen direkt" ein. Diesmal fand das Treffen an einem ganz besonderen Ort statt: im Hangar der Volga-Dnepr Group nahe des Towers.

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Im Hangar an der Nordbahn wird derzeit eine Antonov 124 gewartet. Vertreter von Anrainer-Kommunen informieren sich bei der Führung über die Arbeiten.

Quelle: Olaf Barth

Schkeuditz. Vor der angekündigten Führung durch die Riesenhalle gab es zunächst von Airport-Geschäftsführer Dierk Näther allgemeine Informationen über die Entwicklung des Airports.

Von Januar bis Mai habe es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beim Passagierverkehr 5,7 Prozent mehr Flugbewegungen sowie 3,7 Prozent mehr Fluggäste gegeben. "Auch der Juni lässt sich sehr gut an. Wir gehen dieses Jahr von wachsenden Zahlen aus. Leipzig ist Ostdeutschlands größter Ferienflughafen mit 40 sogenannten Sonnenzielen", erklärte Näther. Im Bereich der Fracht gab es bis Mai eine Zunahme von 1,3 Prozent. Der Hauptkunde DHL stoße derzeit an seine Kapazitätsgrenze, weshalb die Zuwachsraten der letzten Jahre nicht mehr erreicht werden. Deshalb werde derzeit dort für 150 Millionen Euro unter anderem eine neue Sortierhalle errichtet (die LVZ berichtete). Auch die Themen Lärmschutz, Fluglärm-Beschwerden und Bio-Monitoring sprach Näther an, ehe er das Wort an Ildar Iliyasov übergab.

Der 53-Jährige ist Geschäftsführer der zur Volga-Dnepr Group gehörenden Volga-Dnepr Technics GmbH sowie stellvertretender Geschäftsführer der Ruslan Salis GmbH. Er stellte die Geschäftsfelder der Unternehmen vor: reguläre Frachtflüge, Charterflüge und technische Wartung von Flugzeugen. Die insgesamt 3440 Mitarbeiter der weltweit agierenden Group erwirtschafteten im Vorjahr einen Umsatz in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar. 404 000 Tonnen Fracht seien transportiert worden.

Im Bereich technische Instandhaltung und Wartung hat die Volga-Dnepr Group den vom Flughafen errichteten und 2013 eröffneten Hangar für 30 Jahre gemietet. Hier werden Flugzeuge der Typen Boeing 747 und 737, AN-124-100 und Il-76-TD gewartet. Künftig sollen die Antonovs aber auch komplett modernisiert werden und zum Beispiel neue Triebwerke erhalten. Iliyasow verwies zudem auf das steigende Frachtaufkommen und kündigte an, hier die Geschäftsfelder auszubauen. Gemeinsam mit dem ukrainischen Staatsbetrieb Antonow betreibt die Volga-Dnepr Group auch das Joint Venture Ruslan Sahlis GmbH. Im Rahmen des Sahlis-Projektes wird für die Nato, hauptsächlich für Deutschland und Frankreich Fracht transportiert.

Zu den aufmerksamen Zuhörern gehörten auch Michael Teske von der IG Nachtflugverbot sowie Matthias Zimmermann, Pressesprecher unter anderem der Leipziger BI "Gegen Flug- und Bodenlärm". Zimmermann kritisierte, dass in Leipzig für Starts und Landungen einer Antonov nur 6000 Euro, in Frankfurt/Main aber bis zu 50 000 Euro fällig werden. Laut Iliyasov seien nicht die Gebühren, sondern der günstig gelegene Standort mit moderner Infrastruktur und vorhandenen Kapazitäten Grund für die Ansiedlung in Schkeuditz gewesen. Näther ergänzte: "Unsere Gebühren sind keine Ausreißer nach unten, sondern die in Frankfurt nach oben."

Teske wollte wissen, ob die lauten Antonovs denn nicht nur tagsüber fliegen könnten. "Es ist nicht unser Wunsch, nachts zu fliegen. Wir müssen uns aber nach Kunden richten, die zu einem bestimmten Zeitpunkt ihre Fracht erwarten. So gibt es für uns feste Vorgaben, wann wir starten müssen, um pünktlich dort zu sein", erklärte Iliyasov. Näther fügte an, dass 2013 von 300 Flugbewegungen der AN-124 nur 45 in der Nacht stattgefunden haben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.06.2014
Olaf Barth

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