Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Schkeuditz Flughafen lässt im Schkeuditzer Norden abreißen
Region Schkeuditz Flughafen lässt im Schkeuditzer Norden abreißen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:30 11.01.2016
In direkter Nachbarschaft zum DHL-Hangar sollen in Schkeuditz Häuser fällen. Quelle: Foto: Roland Heinrich
Anzeige
Schkeuditz

Im Übernahmegebiet des Flughafens Leipzig/Halle, in der Berliner und der Kursdorfer Straße im Schkeuditzer Norden haben jetzt die Vorbereitungen für den schon 2012 angekündigten Häuserabriss begonnen. Mit einem Bagger schafft die Firma Schornstein- und Industrieabriss Voigt aus Borna derzeit Baufreiheit und entfernt Hecken und Sträucher von den Grundstücken. Im Gelände stehende Bäume sind schon 2012 und an anderer Stelle im letzten Jahr gefällt worden. Insgesamt 24 leerstehende Häuser sollen nun im Verlauf dieses Jahres der Abrissbirne zum Opfer fallen.

Anfang letzten Jahres hatte der Airport am nördlichen Ende der Kursdorfer Straße mit dem Gebäudeabriss begonnen. Ein Haus, das bereits keinen Dachstuhl mehr hatte sowie das älteste Haus des Viertels aus den wohl 1920er Jahren sind inklusive Garagen von der Bildfläche verschwunden. Sukzessive sollte der Abriss im Verlauf des vergangenen Jahres weitergehen, doch es tat sich nichts mehr.

„Wir haben im Sommer die Auflage erhalten, ein artenschutzrechtliches Gutachten erstellen zu lassen“, erklärte Airportsprecher Uwe Schuhart auf Anfrage der LVZ. In dem Zusammenhang seien Vögel im Gebiet beobachtet und gezählt und daraus resultierende Auflagen umgesetzt worden. Für Mauersegler und Sperlinge mussten etwa in die Simskästen der verbleibenden Häuser Nistlöcher eingebracht werden. „Alle Vorgaben von der Unteren Naturschutzbehörde wurden umgesetzt und im November haben wir die artenschutzrechtliche Genehmigung für den Abriss erhalten“, informierte Schuhart.

Die Zahl der Häuser, die im Norden der Stadt abgerissen werden sollen, hat sich seit 2012 stetig geändert. Waren es anfangs noch 22 Gebäude, sollten es im letzten Jahr 30 Häuser sein. „Die Häuser, die stehenbleiben, sind vermietet“, sagte Schuhart am Freitag. Auch wohnen in den beiden Straßen noch Eigentümer, so dass nach dem Abriss vereinzelt weiter Häuser stehenbleiben werden.

Auch wenn das Areal laut früherer Äußerung von Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) für Gewerbe prädestiniert ist, gibt es vom Flughafen keine Pläne für das Gelände, bestätigte der Airportsprecher jetzt erneut. Das Gelände werde vorerst nur Grünfläche werden. Was perspektivisch auf dem Gelände passiert, kann nur spekuliert werden.

Zumindest ist ein Sportplatz an anderer Stelle jetzt erstmals offiziell als Planung bezeichnet worden. Bisher war ein „neues“ Walter-Lutze-Stadion auf dem Altscherbitzer Feld an der Theodor-Heuss-Straße nur eine Vision. Nun soll mit dem geplanten Ausbau der Altscherbitzer Straße sogar eine Zufahrt zum noch nicht existierenden Sportplatz kommen (die LVZ berichtete). Perspektivisch nämlich werden auch die Heimstätte des SC Eintracht und die der Theatergruppe des Villa-Musenkuss-Vereins an den Flughafen gehen. „Nein, wir haben keine Informationen, dass wir am Sportplatz demnächst ausziehen müssen“, sagte Musenkuss-Chef Ulrich Zickenrodt am Freitag. Er gehe davon aus, dass das Musenkuss-Theater an der Berliner Straße noch einige Zeit nutzbar ist.

Von Roland Heinrich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Momentan ruhen wetterbedingt die Bauarbeiten an der zentralen Bushaltestelle im Schkeuditzer Stadtzentrum. Geplant ist, bis Mitte dieses Jahres mit der großflächigen Umgestaltung am Rathausplatz fertig zu sein. Was sich neben der Gestaltung der Ein- und Aussteigeplätze auch ändert, ist eine dann existierende sogenannte Barrierefreiheit.

10.01.2016

Die einstige Pflegedienstleiterin im dann 2005 abgerissenen Bergmannswohl-Krankenhaus, Ruth Wolff, hat viel zu erzählen: Den größten Teil ihrer Berufszeit bestritt sie in der einstigen Knappschafts-Klinik in Schkeuditz. Jetzt plant die zur damaligen Klinikleitung gehörende Wolff, ein Buch zum Krankenhaus herauszugeben.

09.01.2016

Wenn Besucher künftig Leipzigs nördliche Seenlandschaft erkunden, dann sollen sie sich besser als bisher orientieren können. Dazu hat der Landkreis Nordsachsen ein „Besucherlenkungskonzept“ erarbeitet und 25 Informationstafeln realisiert. Mit der feierlichen Enthüllung der Tafel Nummer 3 am Schaufelradbagger bei Gerbisdorf wurde der Schilderreigen offiziell freigegeben

08.01.2016
Anzeige