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Flughafen mit neuer Linie nach Afrika

Flughafen mit neuer Linie nach Afrika

Eine interkontinentale Fluglinie direkt vom Airport Leipzig/Halle zu Zielen nach Zentralafrika gibt es nicht. Dennoch steht der "schwarze Kontinent" jetzt auf dem Flughafen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

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Asylbewerber aus Afrika gestalten das musikalische Begleitprogramm zur Ausstellungseröffnung und erhalten viel Applaus.

Quelle: Olaf Barth

Schkeuditz. Denn im Zentralterminal wurde am Donnerstagnachmittag feierlich eine Ausstellung eröffnet, die nun für einige Wochen über Hilfsinitiativen für und in Afrika berichtet. Das kulturelle Begleitprogramm wurde dabei mit Gesang und Instrumenten von zwölf Afrikanern gestaltet, die als Asylbewerber und Flüchtlinge in Halle leben.

"Die Ausstellung ist sehr wichtig, denn es gibt hier bei uns wie im gesamten Europa eine zu geringe Wahrnehmung von Afrika. Die Menschen erfassen gar nicht, was die Nöte, Kriege und was Armut in Afrika für einen Einfluss auf unser Leben haben, was Afrika für uns eigentlich bedeutet. Für die meisten von uns sind die dortigen Probleme doch sehr weit weg", sagte in seiner kurzen Eröffnungsrede Flughafen-Geschäftsführer Dierk Näther. Die Ausstellung solle nun ein kleiner Beitrag sein, das zu ändern und für mehr Aufmerksamkeit sorgen. Dafür dankte Näther ausdrücklich der ökumenischen Flughafen-Seelsorge, deren Pfarrer die wechselnden Ausstellungen organisieren.

Diesmal zeichnete der Katholik Paul Christian für die Schau verantwortlich. "Wir zeigen, wie versucht wird, Afrika zu helfen. Es gibt ja zahlreiche Initiativen, einige stellen wir hier in Wort und Bild vor", erklärte der Pfarrer und lobte als Beispiel das Engagement des ehemaligen Fußball-Nationalspielers Philipp Lahm. Dessen großformatiges Porträt sei deshalb ausgestellt, weil er unter dem Eindruck eines Slum-Besuches während der Weltmeisterschaft in Südafrika umgehend eine Stiftung gründete, um dort zu helfen. Mitten im Raum steht auch eine Vitrine. Traditionelle, farbenfrohe Schmuck- und Gebrauchsgegenstände aus Afrika sind dort zu sehen. Zur Verfügung gestellt wurden diese Exponate laut Christian von einem Flottenadmiral, der im Kongo zur Sicherung von Wahlen eingesetzt war.

Die Afrikaner sorgten in der Mall des Airports schon mal für Aufmerksamkeit bei den Urlaubern und erhielten für ihren Gesang, das Trommeln und Flöten viel Beifall. Sie stammen aus Nigeria, Burkina Faso und Kamerun, leben mit Duldungsstatus in Halle. So wie Sylvanus Ezeani. Der 35-jährige Nigerianer lebt schon seit zwölf Jahren in Deutschland. Er arbeitet in der Autobranche und kann so für seine Frau und vier Kinder sorgen. Er hoffe, dass seine Aufenthaltsgenehmigung nächstes Jahr nicht erneut nur um weitere drei Jahre verlängert wird, sondern diesmal dauerhaft gilt. "Ich freue mich vom ganzen Herzen über diese Ausstellung und bin sehr dankbar dafür. Denn die großen Probleme in Afrika sind vielen Leuten doch noch unbekannt." Das sieht auch die Hallenserin Brigitte Schmeja von der katholischen Probsteigemeinde St. Franziskus und Elisabeth so. Die 82-Jährige begleitet diese afrikanische Gruppe, die regelmäßig mit Frauen und Kindern zu Treffen in die Gemeinde kommt. "Sie treten auch in Schulen oder in Halle zur interkulturellen Woche auf. Unsere Gemeinde hilft ihnen, hier Fuß zu fassen und sich schnell zu integrieren. Ich finde sehr gut, dass in Halle Flüchtlinge und Asylbewerber nicht allzu lange in Heimen leben müssen, sondern so schnell wie möglich in Wohnungen untergebracht werden", lobte die Hallenserin ihre Stadt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.07.2015
Olaf Barth

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