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Fluglärmkommission hält an aktueller Bahnennutzung fest

Antrag abgelehnt Fluglärmkommission hält an aktueller Bahnennutzung fest

Nach kontrovers geführter Diskussion wurde in der Fluglärmkommission des Flughafens Leipzig/Halle ein Antrag zur anderen Aufteilung der Nachtflüge auf die beiden Landebahnen abgelehnt. Die mit den Varianten verbundenen Kapazitätseinschränkungen seien im Hinblick auf die Funktionsfähigkeit des Luftfrachtdrehkreuzes als nicht vertretbar eingeschätzt worden, wurde mitgeteilt.

Wegen des im Süden befindlichen DHL-Hubs wird eine gleichmäßige oder abwechselnde Nutzung der beiden Start- und Landebahnen von der FLK als unwirtschaftlich abgelehnt.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Als eine „Lehrstunde pseudodemokratischer Verhältnisse“ bezeichneten die Bürgerinitiativen (BI) „Gegen die neue Flugroute“ und „Gegen Flug- und Bodenlärm“ die jüngste Sitzung der Fluglärmkommission (FLK) am Mittwoch. Die Bürger sind belogen und betrogen worden, sagte BI-Sprecher Matthias Zimmermann. Ursache für seinen Ärger ist die Ablehnung der beantragten versetzten Nutzung der Start- und Landebahnen am Flughafen Leipzig/Halle durch die Kommission beziehungsweise der jetzt geäußerte Ablehnungsgrund. Sowohl Leipzig, als auch Schkeuditz hatten den entsprechenden Antrag bei der FLK eingebracht. Lärmentlastung durch Lärmpausen sollten durch die versetzte Nutzung für Anwohner erreicht werden.

Die Variantenvorschläge zur Einführung von Lärmpausen wurden kontrovers diskutiert, teilte der am Mittwoch für weitere zwei Jahre zum Vorsitzenden gewählte FLK-Vorsitzende Manfred Heumos mit. „Im Ergebnis wurden sie mehrheitlich abgelehnt“, sagte er. Die mit den Varianten verbundenen Kapazitätseinschränkungen seien im Hinblick auf die Funktionsfähigkeit des Luftfrachtdrehkreuzes als nicht vertretbar eingeschätzt worden. Laut BI-Sprecher Zimmermann ist dieser jetzt genannte wirtschaftliche Ablehnungsgrund der einzig wahre in dem seit mehr als acht Jahren andauernden Bestreben, eine gleichmäßige Nutzung der beiden Bahnen zu erreichen: „Die Katze ist aus dem Sack“, resümiert er.

FLK-Chef Heumos begründet die Ablehnung aber auch noch anders: „Die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Varianten konnte mit Blick auf Verbesserungspotentiale bei der Fluglärmbelästigung nicht hinreichend bewertet werden. Eine unabhängige Studie zum Probebetrieb der Lärmpausen in Frankfurt zeigte nur marginale Wahrnehmungen dieser Pausen durch die Bevölkerung im Nahbereich des Flughafens“, heißt es in der FLK-Pressemitteilung. Eine versetzte Nutzung würde also kaum Lärmentlastung bringen.

Auch die von Leipzig beantragte Untersagung von Starts über die kurze westliche und östliche Nordabkurvung in der Nachtkernzeit wurde unter Berücksichtigung der Sach- und Rechtslage abgelehnt. „Beide Routen sind genehmigte Flugrouten. Wir können keine Flugrouten untersagen“, erklärte FLK-Chef Heumos. Zudem habe sich die FLK bereits in der Vergangenheit mehrfach mit der Optimierung dieser Flugverfahren auseinandergesetzt und keine Ansätze für weitere Veränderungen ohne gleichzeitige Mehrbelastungen anderer Wohngebiete identifiziert. „Wir haben bei den Routen das Optimale“, sagte Heumos. Eine Untersagung müsse beim Bundesministerium beantragt werden, wäre aber wohl aussichtslos.

Der Antrag zum Austausch von Lüftern, den die BI „Gegenlärm“ über die Stadt Schkeuditz in die FLK-Sitzung einbrachte, wurde abgelehnt, da dafür weder die Kommission noch die Genehmigungsbehörde zuständig sind. Die Einhaltung der definierten Schallschutzauflagen werde durch die Planfeststellungsbehörde, die Landesdirektion Sachsen, überwacht. Bezüglich der Flugzeuge An-22 und An-124 will die FLK Kontakt mit den Betreibern aufnehmen und auf einen Einsatz ausschließlich im Tagzeitraum hinwirken.

Von Roland Heinrich

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