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Schkeuditz Freiluft-Probeläufe sollen nachts nur eine Ausnahme sein
Region Schkeuditz Freiluft-Probeläufe sollen nachts nur eine Ausnahme sein
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14:01 19.05.2015

So sieht das zumindest ein Antrag vor, den der Airport bei der Genehmigungsbehörde, der Landesdirektion Leipzig, eingereicht hat. Erstmals war über diese gewünschte Änderung des Planfeststellungsbeschlusses bereits in der Sitzung der Fluglärmkommission im November informiert worden (die LVZ berichtete). Auf Einladung der Schkeuditzer Stadtverwaltung war nun am Dienstagabend Airport-Geschäftsführer Dierk Näther in die öffentliche Sitzung des Technischen Ausschusses gekommen, um aus erster Hand über die Gründe für den Antrag und die damit einhergegangenen Gutachten zu informieren. Ihm zur Seite stand Steffen Mäder, der neue Lärm- und Umweltschutzbeauftragte des Flughafens.

Mit der nächtlichen Erlaubnis für Triebwerksprobeläufe außerhalb der Halle wolle man jenen Flughafen-Kunden entgegen kommen, die ihr Kerngeschäft im weltweiten Umlauf rund um die Uhr betreiben und darauf angewiesen sind, die Standzeit der Flugzeuge am Boden für die Wartung und Probeläufe zu nutzen. Gerade bei Unternehmen, die 24-stündig im Frachtluftgeschäft tätig sind und nicht über Reservemaschinen am Standort Leipzig verfügen, könnte eine Verzögerung bei Wartung und Probeläufen zu wirtschaftlichen Schäden führen. Zum Beispiel wenn die Fracht dann nicht transportiert werden kann oder extra ein Ersatzflugzeug herangeschafft werden muss, führte Näther aus.

"Im Planfeststellungsbeschluss war man davon ausgegangen, dass alle Triebwerksprobeläufe zu 100 Prozent in der Halle stattfinden können. Die Praxis hat aber gezeigt, dass dies aus technischen und meteorologischen Gründen nicht möglich ist", sagte der Flughafen-Chef. In 20 Prozent der Fälle seien die Windverhältnisse mit entsprechenden Anströmrichtungen so ungünstig, dass aus Sicherheitsgründen nicht in der Halle getestet werden kann. Tagsüber würden diese Probeläufe dann draußen durchgeführt. Und so soll künftig in begründeten Ausnahmefällen auch nachts verfahren werden. "Das führte zu der Abwägung zwischen dem wirtschaftlichen Schaden, der für Kunden bei einer Absage der Probeläufe entsteht sowie der erhöhten Lärmbetroffenheit bei Anliegern, wenn einige Probeläufe nachts draußen stattfinden. Da die entsprechenden Gutachten ergaben, dass Auswirkungen nur in vernachlässigbarer Größe auftreten, haben wir den Antrag gestellt", erklärte Näther.

Falls der Antrag genehmigt wird, soll es je nach Abhängigkeit vom Wind zwei Standorte für die Probeläufe geben. Mäder bezeichnete diese zum einen als ehemalige Südbahn und zum anderen als Enteisungsfläche Nordwest. Er betonte, dass jede Ausnahme gegenüber der Genehmigungsbehörde begründet werden muss. Bis zu sechs Triebwerksprobeläufe pro Monat gebe es zurzeit nachts, sagte er auf eine Anfrage von Stadtrat Thomas Knauf (Freie Wähler). Grünen-Stadrätin Evelyn Hütel wollte angesichts bestimmter Ausschreibungsverfahren für die Nutzung weiterer Flughafenflächen unter anderem wissen, ob künftig auch andere Standorte für diese Probeläufe vorgesehen sind. "Unser Antrag bezieht sich auf die zwei genannten, auch vom Gutachten untersuchten Standorte. Das sind aus heutiger Sicht die einzigen, wo das nachts außerhalb der Halle möglich ist", antwortete Mäder. Festgeschrieben würden die Standorte zudem von der Genehmigungsbehörde. "Wir gehen davon aus, dass sie den Angaben im Gutachten folgt", ergänzte Näther. Der Freirodaer Helmut Lehmann (Freie Wähler) wollte wissen, wie lang so ein Probelauf dauert. "Im Schnitt eine Stunde", sagte Mäder.

Die Erörterungen des Flughafens vor dem Ausschuss waren eine erste, freiwillige Information außerhalb des eigentlichen Verfahrens. In dessen Verlauf gibt es sowohl seitens der Kommunen als auch anderer Träger öffentlicher Belange die Möglichkeit, Einwände gegen den Antrag geltend zu machen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.12.2014
Olaf Barth

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