Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 0 ° heiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Freiroda saniert Dorfkirche allein mit Spendenmitteln

Freiroda saniert Dorfkirche allein mit Spendenmitteln

Die Kirche in Freiroda wird derzeit ein weiteres Stück in Richtung ihres ursprünglichen Zustandes versetzt: Sie erhält einen Anbau, der bis in die 1970er-Jahre gestanden haben und das Portal verdeckt haben soll.

Voriger Artikel
Drei Solisten krönen das "Sahnehäubchen"
Nächster Artikel
Können Stadtwerke Versorger in Schkeuditz bleiben?

Die Freirodaer Kirche erhält einen Anbau zurück, der in den 1970er-Jahren abgerissen worden war.

Quelle: Roland Heinrich

Freiroda. Inzwischen steht der neue Rohbau, je nach Wetterlage soll er verputzt werden und im Mai ist eine Einweihungsfeier geplant, teilte Evelyn Berger mit. Die 52-Jährige kann als Initiatorin der jetzt laufenden Sanierung und früherer Aktionen bezeichnet werden, auch wenn sie ihren Vater Manfred Berger als die treibende Kraft bezeichnet.

"Die Gemeinde hat etwa 40 Mitglieder", sagte die Freirodaerin. Um so beachtlicher ist, dass die etwa 30 000 Euro, die für den Kirchen-Anbau nötig sind, ausschließlich mit Spenden zusammengetragen wurden. "Wir stemmen den Anbau komplett selbst. Die Spenden kommen aus privater Hand von Freirodaern und aus der Gemeinde sowie von Firmen. Auch wenn wir Abstimmungen mit dem Denkmalschutz treffen mussten, einen Antrag auf finanziellen Zuschuss haben wir nicht gestellt", so Evelyn Berger.

Reichlich zwei Jahre ist es her, dass die Hildebrandt-Orgel nach gut einem Jahr der Restaurierung geweiht werden konnte. Etwa 10 000 Euro sind damals für die Orgelsanierung an Spenden zusammengekommen. Hinzu kamen 6000 Euro aus dem Orgel-Fonds der Kirche und 16 000 Euro vom Denkmalamt Sachsen. Um die 150 Besucher waren zu der feierlichen Veranstaltung gekommen und vernahmen schon da die jetzt zur Tat gewordenen Pläne Bergers.

"Es ist äußerst lobenswert, wie sich die Freirodaer für die Kirche engagieren. Wir können das, was da passiert, nur begrüßen", sagte Jürgen Liebau, Sachgebietsleiter Denkmalschutz im Landratsamt Nordsachsen. Das habe durchaus auch praktische Gründe: Das Sandsteinportal, etwa aus dem Jahr 1450, sowie die hölzerne Tür werden vor Witterungseinflüssen wieder geschützt, meinte Liebau.

Dass es den Anbau tatsächlich gegeben hat, bestätigte der Denkmal-Experte: "Wir haben noch eine alte Fotografie, auf der der Anbau zu sehen ist." Dass dieses Foto eine Zwischenvariante in der Geschichte der in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbauten Kirche zeige, widerlegten existierende alte Fundamente des Anbaus sowie Spuren am Mauerwerk der Kirche. Zur Art, in der der neue Anbau verputzt werden soll, müssten noch Abstimmungen erfolgen, erläuterte Liebau. "Wann verputzt wird, entscheidet auch das Wetter", ergänzte Berger. Im Mai jedenfalls soll es eine etwas größere Einweihungsfeier geben.

Freiroda selbst ist nach Aussagen einiger Anwohner der lauteste Ortsteil von Schkeuditz, lauter noch als Kursdorf. Neben dem Flughafen Leipzig/Halle sorgen die Autobahn 14 und auch die Teststrecke von Porsche für Lärm. Wie Kursdorf in Gänze liegt auch Freiroda zu Teilen im Übernahmegebiet des Schkeuditzer Airports. "Mit Stand 31. August 2014 hatte Freiroda 325 Einwohner", teilte Stadtsprecher Helge Fischer mit. Das sind 44 weniger als noch im Jahr 2006. Der Trend wird sich wohl weiter fortsetzen.

"Es ist mir eine Herzensangelegenheit", antwortete Evelyn Berger auf die Frage, was sie zu derlei Engagement treibe. Es gebe für das Gotteshaus auch schon weitere Pläne: "Der Turm ist innen nass und muss bald trockengelegt werden", betonte sie. Auch die Nutzung der Kirche zu intensivieren, sei durchaus im Plan.

Wie aber sieht es in ihrem Innersten aus, wenn sie von der kleinen Kirche in Richtung des gegenüberliegenden Taubenhauses schaut? "Sehr schlimm! Aber das ist ein privates Grundstück und wir können da wenig machen", sagte Evelyn Berger. Jenes Taubenhaus stammt aus etwa der gleichen Zeit wie die Kirche, steht unter Denkmalschutz - und verfällt zusehends.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.01.2015
Roland Heinrich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Schkeuditz
  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Titanic-Panorama im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Geld für Vereine der Region
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig ist beendet. Hier das Ergebnis! mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lädt am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Alle Infos in unserem Special. mehr