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Schkeuditz Freiroda saniert Dorfkirche allein mit Spendenmitteln
Region Schkeuditz Freiroda saniert Dorfkirche allein mit Spendenmitteln
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13:51 19.05.2015
Die Freirodaer Kirche erhält einen Anbau zurück, der in den 1970er-Jahren abgerissen worden war. Quelle: Roland Heinrich

Inzwischen steht der neue Rohbau, je nach Wetterlage soll er verputzt werden und im Mai ist eine Einweihungsfeier geplant, teilte Evelyn Berger mit. Die 52-Jährige kann als Initiatorin der jetzt laufenden Sanierung und früherer Aktionen bezeichnet werden, auch wenn sie ihren Vater Manfred Berger als die treibende Kraft bezeichnet.

"Die Gemeinde hat etwa 40 Mitglieder", sagte die Freirodaerin. Um so beachtlicher ist, dass die etwa 30 000 Euro, die für den Kirchen-Anbau nötig sind, ausschließlich mit Spenden zusammengetragen wurden. "Wir stemmen den Anbau komplett selbst. Die Spenden kommen aus privater Hand von Freirodaern und aus der Gemeinde sowie von Firmen. Auch wenn wir Abstimmungen mit dem Denkmalschutz treffen mussten, einen Antrag auf finanziellen Zuschuss haben wir nicht gestellt", so Evelyn Berger.

Reichlich zwei Jahre ist es her, dass die Hildebrandt-Orgel nach gut einem Jahr der Restaurierung geweiht werden konnte. Etwa 10 000 Euro sind damals für die Orgelsanierung an Spenden zusammengekommen. Hinzu kamen 6000 Euro aus dem Orgel-Fonds der Kirche und 16 000 Euro vom Denkmalamt Sachsen. Um die 150 Besucher waren zu der feierlichen Veranstaltung gekommen und vernahmen schon da die jetzt zur Tat gewordenen Pläne Bergers.

"Es ist äußerst lobenswert, wie sich die Freirodaer für die Kirche engagieren. Wir können das, was da passiert, nur begrüßen", sagte Jürgen Liebau, Sachgebietsleiter Denkmalschutz im Landratsamt Nordsachsen. Das habe durchaus auch praktische Gründe: Das Sandsteinportal, etwa aus dem Jahr 1450, sowie die hölzerne Tür werden vor Witterungseinflüssen wieder geschützt, meinte Liebau.

Dass es den Anbau tatsächlich gegeben hat, bestätigte der Denkmal-Experte: "Wir haben noch eine alte Fotografie, auf der der Anbau zu sehen ist." Dass dieses Foto eine Zwischenvariante in der Geschichte der in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbauten Kirche zeige, widerlegten existierende alte Fundamente des Anbaus sowie Spuren am Mauerwerk der Kirche. Zur Art, in der der neue Anbau verputzt werden soll, müssten noch Abstimmungen erfolgen, erläuterte Liebau. "Wann verputzt wird, entscheidet auch das Wetter", ergänzte Berger. Im Mai jedenfalls soll es eine etwas größere Einweihungsfeier geben.

Freiroda selbst ist nach Aussagen einiger Anwohner der lauteste Ortsteil von Schkeuditz, lauter noch als Kursdorf. Neben dem Flughafen Leipzig/Halle sorgen die Autobahn 14 und auch die Teststrecke von Porsche für Lärm. Wie Kursdorf in Gänze liegt auch Freiroda zu Teilen im Übernahmegebiet des Schkeuditzer Airports. "Mit Stand 31. August 2014 hatte Freiroda 325 Einwohner", teilte Stadtsprecher Helge Fischer mit. Das sind 44 weniger als noch im Jahr 2006. Der Trend wird sich wohl weiter fortsetzen.

"Es ist mir eine Herzensangelegenheit", antwortete Evelyn Berger auf die Frage, was sie zu derlei Engagement treibe. Es gebe für das Gotteshaus auch schon weitere Pläne: "Der Turm ist innen nass und muss bald trockengelegt werden", betonte sie. Auch die Nutzung der Kirche zu intensivieren, sei durchaus im Plan.

Wie aber sieht es in ihrem Innersten aus, wenn sie von der kleinen Kirche in Richtung des gegenüberliegenden Taubenhauses schaut? "Sehr schlimm! Aber das ist ein privates Grundstück und wir können da wenig machen", sagte Evelyn Berger. Jenes Taubenhaus stammt aus etwa der gleichen Zeit wie die Kirche, steht unter Denkmalschutz - und verfällt zusehends.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.01.2015
Roland Heinrich

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