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Schkeuditz Für A14 wird normaler Asphalt verbaut
Region Schkeuditz Für A14 wird normaler Asphalt verbaut
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10:16 17.05.2016
Auf der A 14 bei Schkeuditz wird ab 30. Mai die Fahrbahn Richtung Leipzig-Nord (links) gesperrt. Der Verkehr soll zweispurig auf die Gegenfahrbahn geleitet werden, wofür bereits die Vorbereitungen getroffen wurden. Denn der dortige Verkehr rollt bereits in drei engeren Spuren, inklusive des Standstreifens, Richtung Flughafen. Quelle: Foto: Olaf Barth
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Schkeuditz

Nutzer der Autobahn 14 zwischen Schkeuditzer Kreuz und der Anschlussstelle Leipzig-Nord/Radefeld müssen sich in beiden Richtungen ab dem 30. Mai auf Behinderungen einstellen. Denn ab jenem Montag ist die eine Richtungsfahrbahn komplett gesperrt. Laut einer Mitteilung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) beginnt dann am 31. Mai die komplette Eneuerung der in Richtung Leipzig führenden Fahrbahn auf einer Gesamtlänge von fast sechs Kilometern. Doch ein besonderer Asphalt, wie er in der Schkeuditzer Lärmaktionsplanung gefordert wird, soll nicht eingebaut werden.

Laut Lärmaktionsplanung würde konkret für die Ortslage Freiroda Lärmminderungspotenzial bestehen, wenn offenporiger Asphalt mit acht Millimetern Körnung eingebaut würde. Oft wird dabei auch von sogenanntem Flüsterasphalt gesprochen. Doch die Lärmaktionsplanung spielt, wie eine LVZ-Nachfrage ergab, bei dem Bauvorhaben des Lasuv keine Rolle.

Keine Maßnahmen, die den Lärm reduzieren

Knackpunkt ist dabei offenbar die Formulierung in der Planung, dass die Lärmvorsorge „bei Neubau oder einer wesentlichen Änderung einer Straße“ vorgesehen wird. Laut Lasuv trifft das aber auf die A 14-Erneuerung nicht zu. „Da es sich um keinen Straßenneubau und auch nicht um eine wesentliche Änderung der Verkehrsanlage handelt, sondern lediglich um eine Erneuerung der Fahrbahn im Bestand, fehlt hier die Handlungsgrundlage für zusätzliche lärmmindernde Maßnahmen“, teilte Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert mit. Zudem sei die Autobahn 14 bereits unter Berücksichtigung der Lärmvorsorge errichtet worden. Und das nun zum Einsatz kommende Material sei ein inzwischen standardmäßig verwendeter, lärmmindernder Splittmastixasphalt mit einem Oberflächenkorrekturwert von minus zwei Dezibel.

Doch ob die Fahrbahn nun mit diesem Asphalt oder dem in der Lärmaktionsplanung vorgesehenen erneuert wird, eine Lärmminderung tritt laut des Schkeuditzer Oberbürgermeisters Jörg Enke (Freie Wähler) so oder so ein. Auf eine entsprechende Anfrage in einer öffentlichen Stadtratssitzung hatte er beiläufig erwähnt: „Jeder Asphalt ist auf jeden Fall erst einmal leiser als der jetzige Beton.“

Ab 30. Mai wird Fahrbahn zwischen Schkeuditzer Kreuz und Leipzig-Nord voll gesperrt

Derweil laufen bereits seit dem 2. Mai mit dem Auftragen von Markierungen und dem Aufstellen von Schildern die Vorbereitungen für das Bauvorhaben. So rollt der Verkehr auf der Gegenfahrbahn Richtung Schkeuditzer Kreuz bereits jetzt mit herabgesetzter Höchstgeschwindigkeit auf drei eingeengten Spuren unter Einbeziehung des Standstreifens. Denn auf diese Richtungsfahrbahn wird zweispurig auch der gegenläufige Verkehr nach Leipzig-Nord umgeleitet. Damit dies möglich ist, werden noch bis um 18. Mai am Anfang und Ende des Baustellenbereiches die Mittelleitplanken abgebaut und damit provisorische Mittelstreifenüberfahrten errichtet.

Ab 30. Mai wird aber nicht nur die Richtungsfahrbahn zwischen Schkeuditzer Kreuz und Leipzig-Nord voll gesperrt. Auch die A 14-Anschlussstelle Schkeuditz ist in dem Bereich dicht. Ebenso kann von der A 9 aus Richtung München kommend nicht auf die A 14 Richtung Dresden aufgefahren werden. Wie Siebert mitteilte, erfolgen die Arbeiten nicht schon eher, weil auf die mit dem Auto an- und abreisenden Gäste des vom 25. bis zum 29. Mai in Leipzig stattfindenden 100. Katholikentages Rücksicht genommen wird.

Am 31. Mai beginnen die Arbeiten mit dem Bankettrückbau und dem Abbruch des Fahrbahnbetons, informierte Siebert.. Danach würden die Tragschicht sowie die Deck- und Binderschicht neu errichtet. Das Fundament bleibe liegen. Ende August sollen die Arbeiten abgeschlossen und die A 14 wieder sechsspurig befahrbar sein. Unter der Nutzung von Tagesbaustellen werde dann die Endmarkierung vorgenommen. Die für diese Erneuerung anfallenden Kosten in Höhe von rund vier Millionen Euro würden vom Bund finanziert.

Als Grund für die Erneuerung nannte Siebert Oberflächenschäden an der 1999 freigegebenen Betonfahrbahn. Ob dafür der sogenannte Betonkrebs verantwortlich ist, konnte sie nicht sagen: „Ob die Schäden tatsächlich auf eine Alkalikieselsäurereaktion zurückzuführen sind, wird anhand des abgebrochenen Materials weiter untersucht.“ Insgesamt werden jetzt rund 25 000 Kubikmeter Beton abgebrochen. In den nächsten zwei Jahren müsse auch der weiterführende Abschnitt von Leipzig-Nord bis Leipzig-Mitte erneuert werden. Gleiches treffe auf die Gegenfahrbahn Richtung Schkeuditz zu. Auch diese Fahrbahn sei beschädigt und müsse erneuert werden. „Dafür laufen mehrjährige Planungen, da dies in Abschnitten verkehrsverträglich gestaltet werden muss“, sagte Siebert.

Von Olaf Barth

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