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Schkeuditz Für Brückenanhebung gibt’s kein Fördergeld
Region Schkeuditz Für Brückenanhebung gibt’s kein Fördergeld
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00:18 01.02.2016
Bleibt wie sie ist: Für eine Umkonstruktion der Wehlitzer Brücke gibt es kein Fördergeld. Quelle: Foto: Roland Heinrich
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Schkeuditz

Nur noch acht Zentimeter waren zwischen der Wasseroberfläche der Weißen Elster und der Brückenunterseite im Schkeuditzer Stadtteil Wehlitz Platz, als das Hochwasser im Juni 2013 kam. „Wir hatten Angst, dass die Brücke im benachbarten Sachsen-Anhalt landet. Zum Glück schwammen kein Baum oder ähnliches auf dem Wasser. Das hätte an der Brücke erheblichen Schaden anrichten können“, erinnerte sich Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler), als der Technische Ausschuss der Stadt ein Jahr nach dem Hochwasser die Planungen für eine Umkonstruktion der Brücke beschließen sollte.

Mit Mitteln aus dem sächsischen Programm zum Wiederaufbau nach dem Hochwasser 2013 sollte dieser Umbau finanziert werden. Grünes Licht für die Förderfähigkeit hätte es nach der Anmeldung des Vorhabens bereits im September gleichen Jahres gegeben, informierte Dornbusch und begründete die nun notwendigen Bau-Planungen durch ein Büro damit, dass dann ein Förderantrag gestellt werden kann. 10 000 Euro wurden dafür vom TA beschlossen und von der Stadt vorfinanziert. Sollte zum Antrag auf Fördergeld dann positiv entschieden werden, würden diese Planungskosten zu 100 Prozent in die Stadtkasse zurückfließen, hieß es im April 2014.

Wirklich beschädigt wurde das Bauwerk allerdings nicht. „Die Widerlager der Brücke wurden durch das Hochwasser überspühlt“, informierte Dornbusch auf der Stadtratssitzung am Donnerstagabend. Trotzdem, und um künftigen Hochwassern mehr Raum zu geben, sollte die Holzbrücke so umgebaut werden, dass von einem Neubau die Rede sein konnte. Dessen Kosten schätzte die Verwaltung auf etwa 312 000 Euro und hoffte auf eine Komplett-Förderung. Dafür gab es jetzt eine klare Absage.

„Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr stimmte der Genehmigungsplanung nicht zu, weil der kausale Zusammenhang zwischen dem Hochwasserereignis 2013 und der Anhebung der Brücke nicht hergeleitet werden könne“, heißt es in der Beschlussvorlage, die sich vom Gesamtprojekt „Anhebung der Brücke“ nun verabschiedet. Und tatsächlich heißt es in der entsprechenden sächsischen Förderrichtlinie, dass Maßnahmen zur Beseitigung unmittelbarer Hochwasserschäden und zum nachhaltigen Wiederaufbau geschädigter Infrastruktur gefördert werden. Ein unmittelbarer Schaden an der Wehlitzer Brücke wurde von der Stadt zumindest öffentlich jedoch nicht benannt.

Innerhalb der Richtlinie können aber auch bauliche Maßnahmen zur Vermeidung künftiger Hochwasserschäden gefördert werden, heißt es weiter. Um eine solche Maßnahme würde es sich bei der Umkonstruktion der Brücke auch handeln. Laut Richtlinie aber müsste dieses Vorhaben im Rahmen einer Schadensbeseitigung erfolgen.

Einstimmig beschlossen die Stadträte, das Projekt „Brücken-Anhebung“ ad acta zu legen. „Wir sind bemüht, uns die Planungskosten wieder zu holen“, sagte Dornbusch. Auf Nachfrage vom Grünen-Stadtrat Oliver Gossel informierte Bauamtsleiter Wolfgang Walter, dass die nicht bei 10 000 Euro, sondern bei etwa 17 000 Euro liegen. Umsonst seien die Ausgaben indes nicht, hieß es schon beim Planungsbeschluss im April 2014.

Die 1993 für Radfahrer und Fußgänger errichtete Holzbrücke, an der zwischenzeitlich schon Reparaturen erfolgt sind, müsste in den nächsten zehn bis 15 Jahren saniert werden. Dafür würden laut Aussage der Stadt die jetzt erstellten Planungsunterlagen eine gute Grundlage liefern. Eine sogenannte Brückenschau, bei der das Bauwerk begutachtet werden soll, erfolgt in diesem Jahr.

Von Roland Heinrich

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