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Galerie zeigt Lustgang für die Kirche

Galerie zeigt Lustgang für die Kirche

Eine Ausstellung in der Leipziger Galerie für Zeitgenössische Kunst (GfZK) zeigt die künstlerische Gestaltung der Außenfläche der Rittergutskirche in Kleinliebenau.

Kleinliebenau/Leipzig. Von Kiessteinen, Holzdielen über die Bepflanzung präsentiert die Schau bis 29. August den künstlerischen Gestaltungsprozess.

Der Blick vor der Galerie fällt auf einen großen Kieshaufen, der im ersten Moment eine Baustelle erwarten lässt, und der doch abstrakt auf die Ausstellung hinweisen soll. Allerdings – es gibt keinen Hinweis darauf, dass sich im 2. Obergeschoss der Leipziger  Galerie für Zeitgenössische Kunst ein kleiner Raum der Gartenneugestaltung der Rittergutskirche in Kleinliebenau widmet. Das müssen die Besucher als kleine Überraschung schon selbst entdecken. Denn bis zum 29. August stellt hier das Berliner „atelier le balto“ Gestaltungsprojekte wie das des Kultur- und Pilgervereins Kleinliebenau sowie von anderen landschaftsarchitektonischen Gärten aus. Mit einfachen Holzkonstruktionen werden Gärten verändert. Die Ausstellung trägt den Titel „Der Garten als Ausdrucksform“.

So zeigt die in sechs Abschnitten gegliederte Werkschau Gartengestaltungen in Städten mit verlassenen Industriegebäuden wie Berlin oder auch in italienischen Villen. Vieles davon ist Auftragskunst. Am Anfang befindet sich ein Raum, der Boden ist zur Hälfte mit Kiessteinen gefühlt und Gefäße stehen bereit, Kies vom Eingang hinauf zu tragen. Im der Rittergutskirche gewidmeten Raum, der sich etwas versteckt am Ende der Ausstellung befindet, liegen Holzdielen verstreut auf dem Boden. An den Wänden kann man die Skizzen der Kirche von Marc Pouzol und Véronique Faucher sehen, zwei der französischen Künstler des „atelier le balto“.

Die Form der Gartengestaltung ist ein dem Grundriss der Kirche nachempfundenes Viereck, das etwas verdreht über dem Kirchengrundstück liegt. Holzdielen sollen auf einem sogenannten Lustgang dazu anregen, die verschiedenen Seiten der Kirche zu entdecken und miteinander in Kommunikation zu treten. Daneben umrahmen Kirchenfotos und Steinproben den Raum. Die Skizzen zeigen die Außengestaltung der Rittergutskirche mit einem Wassergraben. Diese Idee hatten die Künstler aber nach einer Diskussionsrunde im Dorf verworfen (wir berichteten). Eine Filmdokumentation zeigt nun die Schritte von der Innenrestaurierung bis zur Diskussion mit den Künstlern. Der Fernseher ist auf den Holzdielen platziert. Der Film hilft, die Einzigartigkeit des Projekts zu verstehen.

Eine Beschriftung, die den Besucher erkennen lässt, welcher Projektvorschlag nun umgesetzt wird, fehlt. Das aber hängt mit dem Ziel der Ausstellung zusammen, erläutert Ilina Koralova von der Galerie. Sie ist Kuratorin im Museum und betreut zusammen mit der Direktorin Barbara Steiner das Kleinliebenauer Projekt: „Mit der Werkschau wollen wir einen Planungsprozess dokumentieren, und deshalb sind nicht nur die letzten Änderungen, sondern auch die älteren Entwürfe mit ausgestellt, die noch den Wassergraben zeigen.“

Die Renovierung der Rittergutskirche schreitet indes voran. Zwar herrscht im Moment Sommerpause, aber die Mitglieder des Kleinliebenauer Vereins arbeiten aktiv weiter. „Derzeit werden mit der Stadtverwaltung Lösungen für die Flurstückgrenzen gesucht und Genehmigungen eingeholt“, berichtet Heike Sichting von der Baukoordination des Verein. „Die Flurstückgrenzen sind nicht in der Landschaft ablesbar und dafür gilt es eine baurechtliche Lösung zu finden“, fügt Sichting hinzu. Dabei arbeite man sehr gut und kooperativ mit dem Schkeuditzer Bau- und Schulamt zusammen, sagt sie optimistisch nach einem jüngsten Treffen mit Bauamtsleiter Wolfgang Walter.

Welcher Kies nun verwendet wird, steht noch nicht fest, wohl aber, weshalb der Kieshaufen den Galerieeingang in Leipzig ziert. Koralova: „Die Künstler wollen den Ausstellungsraum von ihrem gestalteten Raum abgrenzen. So wollten sie Elemente ihrer Arbeit im Freien mit dem geschlossenen Veranstaltungsraum verbinden. Denn die Besucher fixieren sich sehr auf die Ausstellung, so dass man den Wirkungsraum schnell außer Acht lässt.“

Alexander Ilg

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