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Schkeuditz Gebietsbetreuer der Papitzer Lachen klagt gespaltenen Naturschutz an
Region Schkeuditz Gebietsbetreuer der Papitzer Lachen klagt gespaltenen Naturschutz an
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14:47 14.10.2009
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Schkeuditz

Ein ausreichend hoher Wasserstand zum Schutz der besonders gefährdeten Fischarten und Amphibien ist zwingend notwendig. Dies sei vom Naturschutzbund angestrebt worden, teilte jetzt der langjährige Gebietsbetreuer Roland Zitschke mit. „Selbstverständlich ist es eine prioritäre Naturschutzaufgabe, den Bitterling, den Neun-stachligen Stichling oder den Schlammpeitzger zu schützen“, kommentiert er die Aussage des LRA, dass Fische zu schützen nicht die Priorität hätte.

Auch die Aussage des Pressesprechers des LRA, Rayk Bergner, die Gewässer seien fischfrei gewesen, weist Zitschke zurück. „Herr Bergner sollte zuvor eine gründliche Recherche zur historischen Artenausstattung der Papitzer Lachen und anderer Lehmlachen in der Leipziger Aue anstellen“, meint er. Ursprünglich bestand auf dem Gebiet sogar bis 1938 Fischwirtschaft, so der 78-Jährige.

„Alle Vereinbarungen mit dem Landratsamt sind vor Bekanntwerden des Bitterling-Vorkommens getroffen worden“, sagt Leonhard Kasek, Vorsitzender des Nabu-Regionalverbandes. Dennoch wolle man sich an die Vereinbarung halten. Es sei denn, die Stadt Schkeuditz als gesetzlicher Vertreter des Eigentümers, sage, dass der Überlauf geöffnet werden soll, so Kasek. Lediglich in diesem Gebiet nämlich sei der Bitterling vorgekommen. In den dem Nabu gehörenden Flächen konnte der stark gefährdete Fisch nicht nachgewiesen werden.

Doch mit einer Anweisung aus Richtung der Schkeuditzer Stadtverwaltung ist nicht zu rechnen. Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) meinte dazu: „Wir haben einen Brief an das Landratsamt verfasst und darin zum Sachverhalt einige Fragen gestellt. Bisher haben wir noch keine Antwort erhalten“, so Enke. Die Stadt wolle sich auch nicht selbst positionieren, sondern die Lage sondieren, wie es die Fachbehörden sehen. Erst wenn deren Informationen vorliegen, werde die Stadt dem Nabu antworten. Ansonsten gehe Enke davon aus, dass bei dem Problem weniger die Eigentumsfragen, sondern vielmehr naturschutzfachliche Dinge entscheidend sind. „Wir selbst verfolgen hier keine eigenen Interessen und treffen auch keine Entscheidungen“, sagte Enke.

Als Lachen-Betreuer liefere Zitschke regelmäßig an fünf Behörden Bericht. „Aktuell wird Elster-, Pleiße-, Parthe- und Luppeaue von vier Verwaltungskreisen, der Landestalsperrenverwaltung Rötha und der Flussmeisterei aus verschiedenen Sichtweisen bewertet“, weiß Zitschke. Hinzu kommt eine Uneinigkeit unter den Naturschützern selbst: Botaniker sehen seltene Pflanzen, die eine Trockenperiode zum Keimen brauchen, seltene Fisch- und Amphibienarten jedoch brauchen einen Mindestwasserstand. Eine Regelung, wie mit dem Bitterling in den Lachen umgegangen werden soll, steht jedoch noch aus.

Roland Heinrich

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