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Gedenkstein für Schlesische Landwehr ist jetzt gesegnet

Gedenkstein für Schlesische Landwehr ist jetzt gesegnet

Die Schlesische Landwehr unter Generalleutnant Johann David Ludwig Graf York von Wartenburg war 21500 Mann stark. Vor 200 Jahren, in der Nacht vom 15. zum 16. Oktober 1813 legten die Soldaten in Schkeuditz eine letzte Rast vor der Schlacht vor Möckern ein.

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Der Apelstein erinnert in Schkeuditz an die letzte Rast der Schlesischen Landwehr vor der Schlacht bei Möckern vor 200 Jahren. Jetzt wurde er gesegnet.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Der Gedenkstein Nummer 44, der auf Veranlassung von Theodor Apel (1811-1867) hier aufgestellt wurde und daran erinnert, ist saniert und jetzt auch gesegnet worden.

"Am 16. Oktober 1813 standen in der Schlacht bei Möckern Teile der preußischen Linieninfanterie, Einheiten der schlesischen Landwehr, Mecklenburger Husaren und Thüringer Freiwillige den Truppen Napoleons gegenüber. In harten und verlustreichen Kämpfen gelang es, die Franzosen aus dem Dorf Möckern zu vertreiben", berichtete Christoph Riesner. Er ist Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Grafschaft Glatz/Schlesien, welche eine Sanierung des Gedenksteines veranlasst und finanziert und jetzt dessen Segnung organisiert hat.

Der Leipziger Bildhauer Dirk Brüggemann habe die Sanierung des Apelsteins durchgeführt, sagte Peter Großpietsch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Grafschaft Glatz/Schlesien. "Etwa vier Wochen hat die gedauert", informierte er. Jetzt wollte die Stiftung in einem würdigen Rahmen der schlesischen Truppen gedenken. Denn auch aus der Grafschaft Glatz seien Vorfahren bei diesen Truppen gewesen.

"Die Kämpfe des 16. Oktober waren nach der Schlacht bei Borodino 1812 in Russland die blutigsten und verlustreichsten", meinte Riesner. 38 000 Toto und Verwundete habe es gegeben. Wie viele Schlesier unter ihnen waren, war nicht zu ermitteln, sagte der Kuratoriums-Vorsitzende. Qualen bedeute es damals, verwundet zu sein. "Wer 1813 eine erlitt, blieb liegen, bis die Schlacht vorübergezogen war und hatte Glück, wenn er entdeckt, aufgesammelt und notdürftig versorgt wurde. Allerdings steckte die Militärmedizin noch in den Kinderschuhen", führte Riesner aus. Verwundet zu sein, war in diesen Zeiten ein Martyrium und Betäubungsmittel - außer einem kräftigen Schluck aus der Schnapspulle, habe es nicht gegeben.

Als Probst Josef Kuschel vom Bistum Magdeburg nach Gebeten und der Mahnung, die Erinnerung zu bewahren, den Gedenkstein segnete, ließ er die Anwesenden schlesischen Nachfahren gleich mit. "Damit ihr den Tag heute nicht vergesst", begründete er. Weshalb ein Probst aus Magdeburg die Segnung vollzog, beantwortete der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung schlicht: "Es ist schwer, jemanden zu finden, der Zeit hat. Außerdem ist der Probst in der Region verwurzelt."

Die Stiftung Grafschaft Glatz/Schlesien ist noch recht jung. "Erst vor zweieinhalb Jahren ist sie gegründet worden", sagte der Vorstandsvorsitzende. Die Segnung des Gedenksteines sei die erste Stiftungs-Veranstaltung mit Außenwirkung, gestand Großpietsch. Unbekannt war ihm jedoch, dass es in Schkeuditz den Verein "Schlesische Landwehr 1813" gibt. Erfreut nahm er die Nachricht über dessen Existenz auf: "Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir die Veranstaltung sicher gemeinsam organisiert." Vertreter des Vereins indes waren bei der Feierstunde nicht auszumachen.

Dafür waren neben dem Schkeuditzer Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) und dem Verwaltungsdirektor des Sächsischen Krankenhauses Altscherbitz, Manfred Lori, auch rund 30 Gäste aus der Umgebung gekommen, die schlesische Wurzeln haben.

Großpietsch nutzte seine Rede, um sich bei den Verwaltungsstellen des Landes zu bedanken, die grünes Licht für die Sanierung gegeben hatten. Besonders erwähnte er das Entgegenkommen des Krankenhauses, auf dessen Grund sich der Gedenkstein befindet. Wofür Großpietsch die Feierstunde auch nutzte, war zu bedauern, dass es keinen Staatsakt der Bundesregierung gebe, in angemessener Form der Befreiungskriegshandlung, ausgehend vom Aufruf des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. vom 17. März 1813, zu gedenken. In jenem Aufruf bat der preußische König sein Volk um Unterstützung für den Kampf gegen Kaiser Napoleon I. Der Aufruf wurde unter dem Titel "An mein Volk" in der schlesischen Metropole Breslau veröffentlicht, weil in der preußischen Hauptstadt Berlin französische Besatzungstruppen waren. "Jetzt hatten wir unseren eigenen Akt des Gedenkens", sagte Großpietsch kurz.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.10.2013

Roland Heinrich

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