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Schkeuditz Gelbe Telefonzelle am Markt verschwindet
Region Schkeuditz Gelbe Telefonzelle am Markt verschwindet
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10:15 01.06.2016
Das wohl letzte Telefonhäuschen am Schkeuditzer Markt wird abgebaut werden. Quelle: Foto: Roland Heinrich
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Schkeuditz

Es ist ein gelbes Häuschen mit Telefonanschluss, das unter der Adresse Markt 4 in Schkeuditz zu finden ist. Würde sich an jenem Ein-Personen-Fertigteilbau ein Briefkasten befinden, würden von einem ebenfalls in Gelb daherkommenden Unternehmen sogar Schriftstücke ankommen. Ein anderes Quartier ist unter besagter Adresse nämlich nicht zu finden. Ein Schotterplatz mit parkenden Autos ist an die Stelle eines Wohnhauses getreten. Jetzt soll die wohl letzte Telefonzelle in Schkeuditz verschwinden, so hat es der Stadtrat unlängst beschlossen.

Dabei waren die Räte vor ziemlich genau zwei Jahren noch gegen die Demontage. Neben den sogenannten Basistelefonen in der Schkeuditzer Straße 2a in Freiroda, in der Mittelstraße 16 in Hayna und im Werbeliner Weg 6 in Gerbisdorf sollte im Juni 2014 auch die Telefonzelle im Schkeuditzer Zentrum stehen bleiben. Jetzt sollen wegen einer erreichten Vollversorgung mit Festnetztelefonanschlüssen und dem stark geänderten Telefonverhalten der Bürger in Sachen Mobilfunk alle genannten Bestände der Telekom weichen.

„Die Nutzung der öffentlichen Telefonstellen ist drastisch zurückgegangen beziehungsweise gar nicht vorhanden“, heißt es in der Beschlussbegründung. Die Deutsche Telekom ist verpflichtet, Basistelefone zu errichten oder vorhandene zu erhalten, wenn die Kommune einem Rückbau nicht zustimmt. Das ist für das Unternehmen in Schkeuditz aber „extrem unwirtschaftlich“, heißt es im Beschluss. Aus diesem Grund fragt die Telekom seit mehreren Jahren nach, ob einem Rückbau zugestimmt wird. 2014, als das Unternehmen die Stadt schon einmal zu der Telefonzelle am Markt befragte und ein Nein erntete, wurde an vier anderen Standorten in Schkeuditz und an einem im Ortsteil Dölzig dem Rückbau zugestimmt.

Der Demontage der Basistelefone in den Ortsteilen Freiroda, Gerbisdorf und Hayna hatte der Ortschaftsrat schon Anfang April zugestimmt. Basistelefone, die freistehend oder an öffentlichen Gebäuden angebracht sind, bieten – anders als Telefonzellen – vor Wind und Wetter keinen Schutz. Ihre Nutzung ist nur ohne Münzen möglich, Notrufe können aber abgesetzt werden.

Die gelben Telefonzellen aus Bundespostzeiten sind kaum noch anzutreffen und haben vereinzelt, je nach Modell, schon Sammlerwert. Die Farbe Gelb, die 1946 einheitlich für Telefonhäuschen festgelegt wurde, ist in den 1990er Jahren durch die Unternehmensfarben der Telekom, Grau und Magenta, abgelöst worden. In Deutschland gab es 2007 insgesamt etwa 110 000 Telefonzellen. Ende 2015 waren es noch insgesamt 27 000 Stück in beiden Farbvarianten. Inzwischen gibt es mehrere Umnutzungsvarianten für die rund einen Quadratmeter Grundfläche bietenden Häuschen. So gab es in Dölzig die Idee, eine öffentliche Bücherei aus der 2014 abgebauten Telefonzelle im Ort zu machen – ohne Erfolg.

Von Roland Heinrich

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