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Schkeuditz Gemeinde hilft in Moldawien
Region Schkeuditz Gemeinde hilft in Moldawien
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05:00 09.04.2010
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Schkeuditz

Gemeinsam mit zehn haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern kümmert sich der gelernte Handwerker in seinem Heimatland um verlassene Kinder. Jeden Sonntag kommen über 300 Kinder und Jugendliche aus der Umgebung von rund 50 Kilometern zur Sonntagsschule. Einige zu Fuß, andere werden mit einem der drei in Deutschland ausrangierten Reisebusse abgeholt. „Wir essen gemeinsam und verteilen Kleidung“, erzählt Antoceanu. Ihm ist wichtig, christliche Werte zu vermitteln mit Vorträgen, Gedichten und Beten. Während der Woche macht sich der 48-Jährige mit seinen Helfern auf den Weg, um Kinder zu besuchen, die nicht kommen können, und sie zu unterstützen. „Oftmals bringen wir Lebensmittel, aber auch Schuhe oder Malstifte mit“, sagt er. Andreas Haller, Gemeindeleiter der Schkeuditzer Freikirche, war im letzten Jahr selbst vor Ort, um sich ein Bild zu machen: „Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Kreativität der Mitarbeiter. Sie wollen etwas verändern und setzen sich intensiv dafür ein.“ Zum Beispiel ist ein Gewächshaus wieder in Betrieb genommen worden, was nun zum Gurkenanbau genutzt wird. Zudem gibt es eine Autowerkstatt und eine Tischlerei, in denen Jugendliche ausgebildet werden können. „Die monatlichen Kosten liegen bei etwa 1000 bis 1200 Euro. Die Gemeinde schafft es, sich aus eigener Kraft mit 500 Euro zu tragen. Die restlichen Mittel sind Spenden“, so Haller. Seit etwas mehr als einem Jahr unterstützt auch das Schkeuditzer Hoffnungszentrum die Gemeinde Elim. Für den Sommer möchte Iurie Antoceanu ein Sommerlager organisieren. Zudem sei ein Sportplatz geplant. Solche Hilfen sind offenbar auch notwendig: Moldawien hat wenige Bodenschätze, kaum Industriestandorte, und eine Arbeitslosenquote zwischen 40 und 50 Prozent. Das Land liegt zwischen der Ukraine und Rumänien und ist etwa so groß wie Nordrhein-Westfalen. Arbeitslosen- und Sozialhilfe gibt es nicht. Das jährliche pro Kopf Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt bei etwa 1800 US Dollar. Im Vergleich dazu: Das BIP in Deutschland lag 2008 bei etwa 44660 US Dollar. Somit verlassen viele Menschen das Land, um Arbeit zu finden. Zurück bleiben die Kinder. Sie leben bei Großeltern, in Waisenhäusern oder auf der Straße. Zum Benefizkonzert mit einem Gospelchor morgen ab 17 Uhr wird Iurie Antoceanu ebenfalls im Hoffnungszentrum in der Lessingstraße 2 dabei sein. Er will über das Projekt sprechen und Fragen beantworten.

Susanne Weidner

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