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Gerbisdorf feiert 120. Geburtstag der Freiwilligen Feuerwehr

Gerbisdorf feiert 120. Geburtstag der Freiwilligen Feuerwehr

Wenn wie im Schkeuditzer Ortsteil Gerbisdorf die Feuerwehr ihren 120. Geburtstag feiert, dann ist ein Blick in die Historie immer auch ein Blick in die Geschichte des Dorfes.

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Die Sportler der Freiwilligen Feuerwehr Gerbisdorf waren an ihrem Jubiläumstag nicht zu schlagen. Das Team bewältigte die Aufgaben mit den verschiedenen Schläuchen und den Spurt über die fast 100 Meter von allen Wehren am schnellsten und gewann den Wettbewerb. Fotos: Michael Strohmeyer

Quelle: Michael Strohmeyer

Gerbisdorf. Nicht umsonst betonte Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler) am Pfingstwochenende in seiner Glückwunschrede, dass die Feuerwehr aus dem Ort nicht wegzudenken und immer auch eine Bereicherung des dörflichen Lebens sei.

Und so wurde zur Feier des Tages auch in die Vergangenheit zurückgeschaut und daran erinnert, dass der Ort zu DDR-Zeiten schon den Braunkohle-baggern preis gegeben war. Dank der Wende blieb dieses Schicksal dem 100-Seelen-Dorf aber erspart, und die Feuerwehr somit erhalten. Allerdings hinterließ die allgemeine demografische Entwicklung auch in der Gerbisdorfer Wehr ihre Spuren. Konnte sie in ihrer Blütezeit in den 1970er- und 1980er-Jahren noch auf 30 Einsatzkräfte zurückgreifen, so waren es 2012 nur noch sieben. Der Trupp meldete sich im Schkeuditzer Verbund aus dem nicht mehr sicher zu stellenden aktiven Dienst ab und wurde zur Traditions- und Wettkampfwehr.

Dennoch ist auf die verbliebenen Kameraden auch im Ernstfall weiter Verlass. Ob wie voriges Jahr während des Hochwassers als Deichläufer oder als Hilfe für die Radefelder Kameraden, wenn diese zum Beispiel zu Unfällen ausrücken müssen. Und weil die Gerbisdorfer nach wie vor einen guten Ruf genießen, kamen eben auch Kameraden zum Teil mit ihren Fahrzeugen aus Wolteritz, Radefeld, Glesien, Schkeuditz, Lissa und Rackwitz zum Gratulieren. Mit den Gästen aus Lissa und Rackwitz veranstalteten die Gastgeber gleich einen Feuerwehr-Wettkampf. Dabei waren Können und Geschick beim Beherrschen von Pumpe, Schläuchen und Strahlrohr ebenso gefragt, wie Schnelligkeit, Kondition und reibungslose Teamarbeit. Die Gerbisdorfer hatten vor einiger Zeit immerhin den Kreisausscheid gegen Brodau gewonnen. Und auch auf heimischen Terrain erwiesen sie sich jetzt als unschlagbar. Die Bestzeiten wurden in zwei Durchläufen ermittelt. Am Ende standen für Gerbisdorf 41,26 Sekunden zu Buche. Es folgten Rackwitz mit 46,37 sowie Lissa mit 52,23 Sekunden.

Die Urkunden wurden unter anderem von der Radefelder Ortsvorsteherin Birgit Gründling überreicht. In dem Radefelder Gremium werden auch die Interessen von Gerbisdorf, Wolteritz und Hayna vertreten. Doch auch Gründling selbst wurde mit Anerkennung bedacht. Denn der Gerbisdorfer Wehrleiter Paul Strehle dankte ihr mit einem großen Blumenstrauß, "weil sie immer da ist, wenn im Dorf Probleme bewältigt werden müssen". Ansonsten aber standen die Gerbisdorfer Kameraden im Zentrum der Glückwünsche. Und die kamen reichlich. So auch von der Schkeuditzer Stadtwehrleitung, für die Mario Peters und Thomas Kuphal mit Geschenken kamen und sich weiterhin eine gute Zusammenarbeit wünschten. Ein besonderes Präsent erhielt die Wehr vom Gerbisdorfer Karl-Heinz Verchewal. Der 68-Jährige schenkte den Kameraden zwei von seinen Kamerun-Schafen für die nächste Feier.

Denn die zünftige Fete über Pfingsten lief bereits auf Hochtouren. Mit viel Musik und Spaß wurde gegrillt und Bier gezapft, tobten die Kinder auf der Hüpfburg, ließen sich schminken oder malten und bastelten an den Ständen. Wehrleiter Strehle, dessen Vater und Großvater schon bei der Wehr waren, so wie heute er und seine Frau Sandra, dankte den Organisatoren. Und Ex-Wehrleiter Bernd Strehle sagte lächelnd: "Unsere Familie ist schon seit über 50 Jahren generationenübergreifend bei der Feuerwehr. Das wurde uns in die Wiege gelegt."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.06.2014
Michael Strohmeyer

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