Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Schkeuditz Gespräche sollen im Streit um Papitzer Lachen Einigung bringen
Region Schkeuditz Gespräche sollen im Streit um Papitzer Lachen Einigung bringen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:48 20.12.2009
Anzeige
Schkeuditz

Tenor des Schreibens ist, eine gütliche Einigung zur Papitzer-Lachen-Problematik anzustreben. Diese will auch Leonhard Kasek, Vorstandsvorsitzender des Nabu-Regionalverbandes.

„Wir würden selbstverständlich eine friedliche Einigung vorziehen und sind auch bereit, Kompromisse einzugehen, wie etwa eine zeitweise Trockenlegung der Lachen im Spätsommer und Herbst zu tolerieren“, betont Kasek. Und auch Rayk Bergner, Pressesprecher des Landratsamtes betont, „seit Jahren versuchen wir in dieser Problematik zu vermitteln.“ Haupziel – und darin scheinen sich die beteiligten Verbände und Behörden einig zu sein – ist es, in dem Naturschutzgebiet Luppeaue eine auetypische Dynamik bei den Wasserständen zu erreichen. Schon bei dem Ausmaß dieser Variation von Wasserständen, die nur noch künstlich über das Elsterauslassbauwerk erreicht werden kann, gibt es Streit – auch verbandsintern. Fachlich wiederum sei durch mehrere Gutachten belegt, dass bei Frost im trockenen Boden zu schützende Tierarten hochgradig gefährdet sind und demzufolge schon vor Frosteintritt Wasser in das Lachengebiet soll. Dieses Wasser behindert aber die immer Ende des Jahres stattfindende und notwendige Jagd. Deren Notwendigkeit wird auch vom Nabu gesehen. „In den vergangenen Jahren wurden viele Gespräche vor Ort geführt und im Ergebnis ein gemeinsam getragener Kompromiss zur Wasserregulation gefunden. Leider wurde das Ergebnis des Kompromisses in den letzten Jahren zu Ungunsten der geplanten Jagd von den Vertretern des Nabu-Regionalverbandes Leipzig aufgekündigt“, heißt es in der Stellungnahme des LRA. Und weiter: „In den letzten zwei Jahren wurde mit der Begründung, einer plötzlich eintretenden Starkfrostperiode, bereits Mitte Dezember und demzufolge vor der geplanten Jagd die Wasserzufuhr voll geöffnet. Damit können die Jäger ihren von dem Grundstückseigentümer übernommenen Jagdauftrag nicht in vollem Umfang erfüllen.“ Bei mehreren Telefonaten sei der Landesverband darauf hingewiesen worden. „Dabei gab es auch den Hinweis, dass eventuell Schadensersatzansprüche von Jägern bezüglich auftretender Wildschäden auch von den anderen Nutzungsberechtigten zu erwarten sind“, teilt Bergner mit. Ein entsprechendes Schriftstück des betroffenen Landwirtschaftsbetriebes läge bereits im Landratsamt vor. Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) hätte zu diesem Thema nicht mit dem Regionalverband Leipzig, sondern nur mit der Geschäftsstelle des Nabu Deutschland Landesverband Sachsen verhandelt. Die inhaltlichen Behauptungen in Kaseks gestriger Pressemitteilung könne dieser nur über Dritte erhalten haben und würden jeglichem Wahrheitsgehalt entbehren, lässt das LRA wissen. „Im Übrigen ist das Landratsamt und hier die Untere Naturschutzbehörde gern bereit, den Umweltausschuss des Kreistages über den Sachverhalt zu informieren, um eine sachliche Diskussion führen zu können.“ Auf LVZ-Anfrage, ob das Vorziehen des Jagdtermins nicht eine Lösung sei, sagte Kasek: „Ein Vorziehen der Jagd auf November würde die Situation entschärfen, besser wäre es, die Lachen aus der Jagd herauszunehmen und auf die nahen Wiesen zu verlegen. Aber wenn die Jagd bis Ende November stattfindet, dürften auch an den Lachen nur noch sehr selten ernste Konflikte auftreten.“ Laut Kasek wäre damit auch der Boden für vernünftige Gespräche mit den Jägern bereitet: „Wir haben früher gern mit ihnen zusammen gearbeitet und würden das auch wieder tun. Die Jäger sind viel im Gelände und nehmen dadurch manche Entwicklung früher war als wir.“ Und weiter betont Kasek, „Unser Ziel ist eine vernünftige Kooperationsvereinbarung. Dazu werden wir Anfang des Jahres der Umweltbehörde einen Vorschlag vorlegen. Über eine Einladung zu Gesprächen würden wir uns sehr freuen.“ Diese Gespräche sollen im Januar stattfinden. „Wir werden dazu den Landesverband einladen und haben nichts gegen eine Beteiligung des Regionalverbandes“, sagt Bergner.

Roland Heinrich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Recht unterschiedlich fällt die Bilanz beim Schneeräumen durch private Anlieger aus. Hier stießen mitunter gut vom Schnee befreite Fußwegabschnitte an Flächen, die den ganzen Tag über keinen Besen oder Schneeschieber gesehen hatten.

20.12.2009

Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Kirche im Schkeuditzer Ortsteil Hayna am Mittwochabend. Darüber freute sich nicht zuletzt Pfarrer Oliver Behre der „in einer so vollen Kirche vor Heilig Abend“ die rund 100 Besucher herzlich begrüßte.

18.12.2009

Mit einer Pressemitteilung wendet sich jetzt der Naturschutzbund (Nabu) Regionalverband bezüglich des Vorgehens an den Papitzer Lachen (wir berichteten) an die Öffentlichkeit: „Wir werden an Abgeordnete des Kreistages und des Landtages herantreten und sie bitten, im Kreistag und im Landtag die Metamorphose des Landratsamtes in einen Jägerschutzbund zu Lasten des Naturschutzes zur Sprache zu bringen“, kündigte jetzt Leonhard Kasek, Vorstandsvorsitzender des Nabu-Regionalverbandes, an.

18.12.2009
Anzeige