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Gleitanflug erst in einem Jahr

Gleitanflug erst in einem Jahr

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) stellt die Einführung des CDA-Verfahrens, bei dem die Flugzeuge beim Landeanflug am Flughafen Leipzig/Halle einschweben, für November 2014 in Aussicht.

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Beim Anflug an den Flughafen Leipzig/Halle könnten Flugzeuge in einem Jahr schweben und dabei Lärm, Kerosinverbrauch und CO2-Ausstoß verringern.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Das geht aus dem umfänglicheren Bericht zur letzten Sitzung der Fluglärmkommission (FLK) hervor, welcher jetzt online im Internet zu finden ist. Dass bis zur Einführung des Verfahrens noch ein Jahr vergeht, liegt auch am umfänglichen Genehmigungs- und Umsetzungsprozess.

Für Schkeuditz ist es seit längerem im Gespräch, auf dem Frankfurter Flughafen zum Beispiel wird es seit längerem angewendet: das CDA-Verfahren für landende Flugzeuge. CDA steht dabei für "Continuous Descent Approach" (Gleitanflugverfahren), bei dem die Flugzeuge so lange wie möglich in Flughöhen von mindestens 2000 Metern gehalten werden und dann idealerweise im Leerlauf auf ihre End-anflughöhe sinken. Das Manöver, welches beim Laien optisch durchaus den Anschein eines Absturzes erzeugen könnte, bringt vor allem Anwohnern in den Gebieten eine deutliche Lärm-Entlastung, die etwa 20 bis 50 Kilometer vor der Landung von den Flugzeugen überflogen werden. In unmittelbarer Nähe des Flughafens ist eine Lärmreduzierung nicht zu verzeichnen, da die Flugzeuge, sobald sie sich im Leitstrahl des Flughafens befinden, wieder mit durchgetretenem "Gaspedal" geflogen werden müssen.

Auch in Schkeuditz fand das CDA-Verfahren schon Anwendung. "Es stieß bei den Piloten nicht gerade auf Gegenliebe. Auch war der Effekt, den sich die Fluglärmkommission versprochen hatte, nicht so groß, wie erwartet", heißt es aus der FLK. Aus diesem Grund habe die DFS nun neue Verfahren für alle Betriebsrichtungen am Airport entwickelt und vorgestellt und wollte eigentlich eine schnelle Entscheidung der Kommission, also eine zügige Empfehlung. Doch die Eile war nach einer Entscheidung in der DFS-Zentrale in Langen nicht mehr unbedingt erforderlich.

"Die DFS hat eine Prioritätenliste. Der Schkeuditzer Airport steht da nicht gerade an erster Stelle", war vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) - der Genehmigungsbehörde des Flughafens - zu hören. Demnach solle das Verfahren zunächst in Hamburg, Hannover und in Braunschweig eingeführt werden. Ein Grund, weshalb die Umsetzung des Gleitanfluges in Schkeuditz nun noch etwas dauert. Ein zweiter ist im aufwendigen Genehmigungs- und Umsetzungsprozedere zu sehen. "Voraussetzung für das Fliegen des CDAs ist ein entsprechend ausgestaltetes Verfahren am jeweiligen Flughafen, welches die DFS plant. Die Inkraftsetzung erfolgt nach Luftverkehrsordnung durch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF)", heißt es in einer Information der DFS. Es müssen also Genehmigungen eingeholt werden. Aber auch die Flugzeuge müssen mit einer entsprechenden Software ausgestattet werden, weist das SMWA hin: "Das braucht Zeit."

Nicht nur zum Reduzieren von Lärm ist das CDA-Verfahren geeignet. Bei diesem Gleitflug werden nach DFS-Angaben außerdem zwischen 50 bis 150 Kilogramm Kerosin eingespart. Diverse Flugtests hätten dieses Ergebnis, in Abhängigkeit vom Flugzeugtyp, ergeben. Auch die Höhe, in der der CDA begonnen wird sowie die Wetterverhältnisse - Windrichtung und Windstärke - beeinflussen den Kerosinverbrauch. "50 bis 150 Kilogramm verbrauchtes Kerosin entsprechen in etwa 160 bis 470 Kilogramm ausgestoßenem CO2", teilte die DFS mit.

Eine Studie, die im Mai im Auftrag des Umweltbundesamtes herausgegeben wurde, kommt zu dem Schluss, dass die Anwendung des CDA grundsätzlich ein beträchtliches Lärmminderungspotential bietet. "Jedoch kann es auch zu Lärmverlagerungseffekten im Nahbereich des Flughafens kommen. Daher ist eine Optimierung des Verfahrens auf die lokale Situation erforderlich", heißt es da.

iDer Bericht der letzten FLK-Sitzung ist unter www.verkehr.sachsen.de zu finden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.12.2013
Roland Heinrich

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