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Glesien wird Großbaustelle

Glesien wird Großbaustelle

Der Schkeuditzer Ortsteil Glesien wird zur Großbaustelle. Denn wie bereits berichtet, schließen die Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) diesen Sommer weitere Straßen an das zentrale Abwassernetz an.

Glesien. Am Montagabend wurde das Projekt im Ortschaftsrat detailliert vorgestellt und auf Bürgerfragen geantwortet.

Rund 50 Glesiener füllten den Bürgerraum am Conradplatz. Je nach Grundstücksgroße kommen auf die Anlieger mehrere tausend Euro Kosten zu. Das war bereits voriges Jahr in der Bürgerversammlung deutlich geworden. Für die technischen Details der jetzt beginnenden Bauabschnitte übergab Ortsvorsteher Manfred Putzke (CDU) das Wort Andreas Stein vom beauftragten Planungsbüro. Bis 1. Juli würden alle Bauabschnitte starten, sodass bis November zeitweise drei Baufirmen gleichzeitig im Ort in der Ennewitzer-, Karl-Liebknecht-, Ernst-Thälmann- und Delitzscher Straße arbeiten. Stein sprach von einem engen Zeitplan, der auch Sonnabend-Arbeit beinhalte. Am 1. Juli müsse die derzeit bereits begonnene Karl-Liebknecht-Straße geschlossen sein, damit es nahtlos in der Delitzscher Straße los gehen kann. "Es wird immer unter Vollsperrung gebaut, jeweils in 150-Meter-Abschnitten. Anlieger können aber ihre Zufahrten erreichen", sagte Stein. Der 33-Jährige empfahl allen Anwohnern, mit dem Polier der entsprechenden Baufirma in Kontakt zu bleiben, um Absprachen treffen zu können für die Zeit, in der der Rohrschacht direkt vor der Einfahrt verläuft. Dem stimmte Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) zu und verwies auf positive Erfahrungen, die bereits zum Beispiel in der Lindenstraße gemacht wurden. "Die Glesiener wurden von den Firmen als sehr kooperativ eingeschätzt", sagte Enke.

Nach dem Bau der Abwasserkanäle versetzen die KWL die Straßen und Plätze wieder in den bisherigen Zustand, antwortete Bauamtsleiter Wolfgang Walter auf eine Bürgerfrage, "aber ohne die Löcher". Diskussionen gab es über die Ennewitzer Straße. Hier wurde bereits vor Jahren auf einer Straßenseite ein schmales Asphaltband gezogen. Die Glesiener Ortschaftsräte aber plädieren für die komplette Wiederherstellung des historischen Kopfsteinpflasterbelages. "Zum alten Asphalt kommt kein neuer hinzu, sondern das Kopfsteinpflaster wieder in die Straße. Und wenn später die Finanzen es zulassen, wird die komplette Straße wieder gepflastert" , bestätigte Enke gestern auf Nachfrage.

Ein Sonderfall ist die Delitzscher Straße, die im Zuge des KWL-Vorhabens von der Stadt Schkeuditz grundhaft ausgebaut wird. Das kostet die Anwohner nichts, da die Stadträte gegen eine Ausbausatzung gestimmt hatten. Die Straße wird fünf Meter breit, auf der Südseite erhält sie einen 1,50 Meter breiten Gehweg mit Betonsteinpflaster. "Das ist aus wirtschaftlichen Gründen eine vorgezogene Maßnahme. Ansonsten hat Schkeuditz kein Geld für Straßenbauvorhaben", sagte Enke auch mit Blick auf Begehrlichkeiten in der Stadt und in anderen Ortsteilen.

In der Delitzscher Straße bauen die KWL auch einen Regenwasserkanal. Sechs Monate haben die Anlieger dann Zeit, auf ihren Grundstücken das Regen- vom Schmutzwasser zu trennen. Wer dann sein Regenwasser einleitet, der muss künftig dafür Gebühren zahlen.

Das Verkehrskonzept für die kommenden Monate Zeit sei mit dem Ordnungsamt der Stadt Schkeuditz abgesprochen. Einschränkungen würde es immer mal geben, so Stein, aber über die Straße An der Kleinbahn und die Lindenstraße könne der betroffene Bereich umfahren werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.05.2013

Olaf Barth

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