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Schkeuditz Glesiener Kinder spüren Hürden auf
Region Schkeuditz Glesiener Kinder spüren Hürden auf
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14:18 16.05.2016
Auch an der Glesiener Lindenapotheke stellen die Kinder fest, dass es hier keinen barrierefreien Zugang gibt. Wer Hilfe braucht, kann aber klingeln. Quelle: Foto: Olaf Barth
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Glesien

Unter dem Motto „Jede Barriere ist eine zu viel“ zogen jetzt im Rahmen der Aktion Mensch 33 Glesiener Kindergarten-Kinder in Begleitung von Eltern und Erzieherinnen durch ihr Dorf. Angeleitet von Leiterin Marion Kränkel sollte untersucht werden, wie gut oder schlecht ältere und behinderte Menschen alltägliche Ziele wie Bushaltestelle, Apotheke, Konsum oder Doktor erreichen können.

Der kleine Ausflug begann mit kurzen Erklärungen in der Einrichtung „Kunterbunte Villa“. Hausmeister Joachim Mähnert bugsierte danach einen Rollstuhl mit wechselnden kleinen Insassen über Wege und Bordsteinkanten. Seine mit ihm nicht verwandte Namensvetterin, Ortsvorsteherin Ute Mähnert, war mit dem Rollator unterwegs. Auch Nadine Tischler vom Elternrat griff gelegentlich zu diesen Fortbewegungsmitteln, um sich selbst und den Kindern zu zeigen, wie mühselig es doch mitunter ist, damit im Dorf voran zu kommen. Manche Bordsteinkante war da fast unüberwindbar.

Und wie beim benachbarten Doktor endete zum Beispiel auch an der Lindenapotheke der geplante Besuch vor einer hohen Treppe. Keine Chance für ältere oder gehbehinderte Menschen mit einem Rollator oder Rollstuhl das Ziel zu erreichen. „Aber hier ist eine Klingel, mal sehen was passiert“, sagte Marion Kränkel und ließ eines von den Kindern klingeln. Ein freundlicher Angestellter im weißen Kittel eilte flugs die Stufen hinab und staunte über die vielen „Kunden“. Erzieherin Grit Heilemann erklärte ihm den Zweck des Besuches. Thomas Veit entgegnete, dass er sich einen Umbau an dem alten Gebäude im engen Eingangsbereich nicht vorstellen könne. Man eile aber schnell zu Hilfe, wenn jemand klingelt. Das hatte ja auch geklappt. Der Apotheker findet die Aktion gut: „Es ist ja wichtig, den Kindern schon in jungen Jahren zu zeigen, dass ältere Menschen ganz andere Schwierigkeiten haben.“

Das ist auch ein Ziel des Tages. „Wir wollen für Werte wie Achtung und gegenseitige Rücksichtnahme gegenüber älteren Menschen werben und die Kinder für deren Probleme sensibilisieren“, sagte Kränkel. Auch die Ortsvorsteherin fand den Ausflug sehr lehrreich: „Wir werden uns im Ortschaftsrat mit den aufgezeigten Schwachstellen befassen und das auch in die Stadtverwaltung weitertragen. Auch unser Blick muss für die Belange der Älteren sensibilisiert werden.“

Von Olaf Barth

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