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Glesiener müssen für Abwasseranschluss tiefer in die Taschen greifen

Glesiener müssen für Abwasseranschluss tiefer in die Taschen greifen

In Glesien erhalten jetzt 280 Grundstückseigentümer Post von den Kommunalen Wasserwerken Leipzig (KWL). Die Botschaft darin: Der Anschluss an das zentrale Abwassernetz wird teurer als ursprünglich geplant.

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In der Glesiener Ernst-Thälmann-Straße wird nun die Straßendecke wieder hergestellt. Nach Informationen der KWL wird die Straße in dieser Woche für den Verkehr freigegeben.

Quelle: Michael Strohmeyer

Glesien. Dazu die entsprechenden Erklärungen und Begründungen. Die erläutert der für die Erschließung und Dezentrale Entsorgung zuständige Teamleiter Thomas Bohne auch gegenüber der LVZ: "Der Anschluss Glesiens ist ein mehrjähriges Projekt, die Kostenschätzungen stammen aus dem Jahr 2008. Seitdem sind nicht nur die Baukosten gestiegen, es gab im Glesiener Untergrund auch einige Probleme mit Grundwasser und Fließsand, was auch auf die Kosten niederschlägt. Außerdem kam es aus verschiedenen Gründen zu zeitlichen Verzögerungen beziehungsweise Erschwernissen im Bauablauf beim Brücken- und Straßenbau." Teilweise hätten die Arbeiten abgebrochen und ein neues Baugrundgutachten samt Bohrung in Auftrag gegeben werden müssen.

Im Juni 2011 hatten die KWL für das gesamte Projekt 2,6 Millionen Euro veranschlagt. Die Bürger erhielten mit ihren Anschlussverträgen auch eine Schätzung, die von einem Baukostenzuschuss in Höhe von 219 Euro je Meter Straßenfrontlänge ausgegangen war. Außerdem waren die Kosten mit einem zehnprozentigen Sicherheitsbetrag berechnet worden. Doch der reicht nun nicht. "Die Mehrkosten belaufen sich auf rund 530000 Euro. Alles, was durch zeitliche Verzögerung teurer wurde, übernehmen die KWL selbst komplett. Das sind 150000 Euro", erklärte Bohne. Die verbleibenden 380000 Euro sei man verpflichtet, anteilig auf die Eigentümer umzulegen. Davon übernehmen noch einmal 30 Prozent die KWL und 70 Prozent werden auf die Anlieger verteilt. "Statt 219 Euro sind es nun 253 Euro je Meter Straßenfrontlänge. Bei einem Grundstück mit 25 Meter Straßenfrontlänge bedeutet das 800 Euro Mehrkosten", rechnete Bohne vor.

Außerdem müssen die Anwohner auch noch ihre Hausanschlüsse bezahlen. Dort, wo es die massiven Probleme mit dem Grundwasser gibt, bieten die KWL den Hauseigentümern an, im Zuge des Kanalbaus auch gleich die Hausanschlüsse zu bauen und Übergabeschächte zu setzen. Denn die KWL senken das Grundwasser, das müsste der Eigentümer später noch einmal selbst bewerkstelligen oder von einer Firma ausführen lassen. Laut KWL nehmen die meisten Anlieger den Vorschlag an und bezahlen das auch extra. Die Endrechnung für die Erschließung kommt frühestens Ende 2015 auf die Grundstückseigentümer zu. Denn erst im Laufe des nächsten Jahres werden bei den KWL alle Rechnungen eingegangen und geprüft worden sein. "Wir sind wie immer bereit, über sozial verträgliche Zahlungsmodalitäten zu reden, zum Beispiel Ratenzahlungen zu vereinbaren", sagte Bohne.

Die erste Bürgerinformation über den Anschluss Glesiens an das Klärwerk Rosental gab es im September 2009. Inzwischen steht das Projekt mit den Bauabschnitten 6 und 7 vor dem Abschluss. Im Bereich An der Kleinbahn sowie in der Ernst-Thälmann-Straße wurde der Deckenschluss schon abgeschlossen beziehungsweise begonnen. Darüber informierte Projektsteuerin Sabine Sommer vom KWL-Tochterunternehmen Bauservice Leipzig. Im Zeitraum Mitte bis Ende Oktober sollen auch die letzten Baustellen, wie auf dem Hof der Sonnenblumen-Grundschule, im südlichen Bereich An der Kleinbahn, in der Fokkerstraße und an der Ecke Delitzscher Straße/An der Kleinbahn fertiggestellt sein. Insgesamt sind laut KWL nach Abschluss der letzten Bauabschnitte rund 5000 Meter Hauptkanal, 1500 Meter Hausanschlussleitungen verlegt worden. Drei Bach-Unterquerungen waren notwendig, zusätzlich wechselten die KWL rund 450 Meter Regenwasserleitung aus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.08.2014
Olaf Barth

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