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Schkeuditz Glesiener organisiert knapp 50 Tierärzte in den Ort
Region Schkeuditz Glesiener organisiert knapp 50 Tierärzte in den Ort
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15:30 19.05.2015
Nach 40 Jahren wieder im Hörsaal: Kommilitonen des 1968 begonnenen Veterinärmedizin-Studiums besuchen ihre einstige Universität. Quelle: Privat

Für die beheimateten Nutz- und Haustiere war jenes Wochenende wohl das sicherste, was es je gegeben hat. Was nicht daran liegt, dass die Veterinärmedizinerdichte in Glesien von Haus aus besonders hoch ist, sondern einfach daran, das zeitgleich 49 Tierärzte auf einem Fleck umher wuselten. Allesamt haben sie an der Alma Mater in Leipzig studiert und seit ziemlich genau 40 Jahren ihren Abschluss in der Tasche.

Nun sind Treffen von einstigen Seminargruppen keine Seltenheit, dagegen die eines Jahrganges 40 Lenze später schon. 93 junge Menschen begannen 1968 ihr Veterinärmedizin-Studium an der Universität. In vier Seminargruppen aufgeteilt, machten 1973 79 ihren Abschluss. Von diesen Absolventen wiederum waren 49 in Glesien zum ersten Alumni-Treffen erschienen.

Eineinhalb Jahre hatte Michael Preuß damit verbracht, diese Personen an einen großen Tisch zu bringen. Direkt nachdem in seiner Seminargruppe die Idee geboren wurde, begann er seine Kommilitonen abzutelefonieren. Nicht immer einfach, weil der 67-Jährige Glesiener auch traurige Schicksale seiner einstigen Weggefährten vernehmen musste. Diesen Kommilitonen wurde bei der ersten Zusammenkunft in einer Schweigeminute gedacht.

Dennoch, bei Treffen dieser Art überwiegt die Heiterkeit. "Ich möchte wissen, was meine Kommilitonen in den vergangenen 40 Jahren gemacht haben. Vor allem, wie es ihnen in der Wendezeit ergangen ist", begründet der ehemalige Amtstierarzt seine Neugier. Nicht grundlos mit dem Verweis auf die Nachwendewirren. "Viele mussten berufsfremd arbeiten, weil in der DDR zu viele Tierärzte ausgebildet wurden", erinnert sich Preuß.

Solch eine "Karriere" hat Siegfried Luckner hinter sich. "Als ich aus dem Urlaub kam, waren keine Tiere mehr da", erzählt der 67-Jährige, der damals in Gransee arbeitete und sich um die Großtiere kümmerte. "Privat ging nicht, weil das Klientel fehlte", sagt Luckner, der dreizehn Jahre lang in der Pharmaindustrie arbeitete. Dann verschlug es ihn ins Veterinäramt Anhalt/Zerbst, in eine Großschlachterei und bis 2010 in eine Geflügelschlachterei. "So hatte ich mir das nicht vorgestellt." Der Griebener Pensionär war dennoch darauf neugierig, wie es seinen Kommilitonen ergangen ist, und natürlich auch den Kommilitoninnen. "Natürlich hatte man früher auch einen heimlichen Schwarm", deutet Luckner an, ohne konkret zu werden. "Wir begegnen uns alle mit gegenseitiger Achtung", sagt der Gentleman.

Nicht heimlich blieb die Schwärmerei zwischen Marion Achcenich und Armin Geißler. "Wir waren vom ersten Tag an in einer Seminargruppe. Irgendwann hat es sich dann ergeben", sagt die Schweinitzerin mit Blick auf ihren Gatten lachend. "Die alten Zeiten. Das Zusammenleben war ein ganz anderes. Wir haben viel in der Gruppe gemacht, mussten zu Messezeiten unsere Unterkünfte räumen und auf Praktika gehen", erinnert sich die 63-Jährige. Aber auch daran, dass schon mal ein Polterabend gesprengt wurde. "Wenn sie uns reingeholt haben, ist die Stimmung gestiegen."

Die steigt auch, wenn Abdelkader Zourgui von Tisch zu Tisch geht. "Mich erkennt jeder, weil wir nur fünf Ausländer waren", erklärt der gebürtige Algerier. "Der Aufenthalt in Leipzig war eine Bereicherung", sagt er stolz. Als Stipendiat kam er einst an die Pleiße, promovierte gar und nahm seine Liebe namens Veronika mit nach Algerien. Zwei Jahre später siedelte er in die Bundesrepublik über. In Hünxe praktizierte der Geburtshilfe-Spezialist. "Leipzig hat sich positiv verändert", freut er sich heute.

Wie genau, davon konnten sich alle Anwesenden selbst überzeugen, denn neben der Besichtigung des Augusteums stand ein Mensa-Schmaus mit auf dem Zettel. Per pedes ging es dann weiter durch die Innenstadt zum Zoo, wo Andreas Bernhard, den Experten Gondwanaland vor und hinter den Kulissen erklärte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.10.2013
Alexander Bley

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