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Schkeuditz Grabungen bis März eingestellt
Region Schkeuditz Grabungen bis März eingestellt
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00:31 06.11.2015
Jetzige Bauarbeiten haben laut Airport nichts mit der Gewerbefläche zu tun, die gerade archäologisch untersucht wird. Quelle: Foto: Roland Heinrich
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Schkeuditz

„Ja, es gibt Funde“, sagte Christoph Heiermann vom Landesamt für Archäologie in Dresden. Er meint damit historische oder antike Funde in jenem Gebiet, das nördlich der Bundesstraße 6 momentan wegen der aufgeschütteten Erdwälle eher an ein Spargelfeld erinnert. Archäologische Voruntersuchungen laufen dort seit September. Was sich allerdings im Erdreich befindet, bleibt noch im Verborgenen. Konkretes könne noch nicht gesagt werden. „Die Archäologen machen die Fundstellen momentan winterfest. Bis Mitte des Monats werden sie noch vor Ort sein“, sagte Heiermann.

Eine Winterpause sei nicht ungewöhnlich. Zwar gab es durchaus Grabungsstellen, an denen auch im Winter gearbeitet wurde. Im Fall des Gewerbegebietes „Nördlicher Bierweg“ aber habe man sich für eine Pause entschieden. Die werde unter anderem genutzt, um die Grabungen am einstigen Möbel-Erbe-Gelände (die LVZ berichtete) direkt auf der gegenüberliegenden Seite der Autobahn  9 auszuwerten. „Im März kehren die Archäologen zurück auf die Fläche und werden dann die Funde ausgraben“, sagte der Landesamts-Sprecher.

Dass es für das Areal noch keinen konkreten Investor gibt, hat der Flughafen Leipzig/Halle auf Nachfrage der LVZ mehrfach bestätigt. Der Airport vermarktet die Gewerbeflächen. Sowohl die Suche nach Munition aus dem Zweiten Weltkrieg, die zuerst erfolgt war, als auch die archäologischen Grabungen, die jetzt vorerst beendet werden, gehören zur normalen Entwicklung der Fläche, heißt es vom Airport. Bis zur Baureife soll jenes Areal jetzt nämlich entwickelt werden, damit ein Investor dann gleich mit dem Bauen beginnen kann.

Der Flughafen war schon im April 2013 an die Stadt Schkeuditz herangetreten und hatte von steigendem Bedarf an mit einem Bebauungsplan gesicherten Flächen berichtet. Auch konkrete Standort-Anfragen seien beim Flughafen da schon eingegangen. Bei dem etwa 45 Hektar großen Gebiet handelte es sich zum Teil aber noch um Ackerland. Für eine Gewerbeansiedlung musste also zunächst ein B-Plan erstellt werden, was der Airport auf eigenen Kosten übernahm. Schon im Juni des gleichen Jahres fasste der Stadtrat einen entsprechenden Be­schluss.

Im Frühjahr dieses Jahres wurde dann bekannt, dass mit dem Bebauungsplan auch die Umverlegung der Staatsstraße 8a einhergehen kann. Im November letzten Jahres hatte das die Stadt dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) mitgeteilt. Das Lasuv wiederum verlangte daraufhin, dass die Staatsstraße im Plan-Gebiet dann den Charakter einer Ortsdurchfahrt erhält und damit in die Zuständigkeit der Stadt übergeht (die LVZ berichtete).

Momentan sind am Bahnhof Schkeuditz-West befindlichen Gleisanschluss für jenes Gewerbegebiet des Airports seit Montag Arbeiten zu beobachten: Die Firma SAG unterquert mit einem Bohrgerät die Gleise der S-Bahn-Linie. Mit der Gewerbefläche, die momentan archäologisch untersucht wird, haben die Arbeiten aber nichts zu tun, sagte Flughafensprecher Uwe Schuhardt. Es gehe um ein 20-Kilovolt-Stromkabel, das unter den Gleisen hindurch bis nach Großkugel in Sachsen-Anhalt geführt werden soll. Noch diese Woche sollen diese Arbeiten durchgeführt werden.

Die Archäologen, die im März nächsten Jahres auf die Fläche zurückkehren, werden nicht nur die jetzt gesicherten Funde bergen. „Auch an anderer Stelle werden noch Untersuchungen durchgeführt“, wusste Heiermann. Die momentan untersuchte Fläche ist auch nur ein Bruchteil des im B-Plan ausgewiesenen Gewerbegebietes.

Von Roland Heinrich

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