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Schkeuditz „Große Rassen sind wieder gefragt“
Region Schkeuditz „Große Rassen sind wieder gefragt“
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10:00 28.11.2011
Champions: Bernd Pinkert mit seinem Sieger-Rammler, einem Marburger Feh. Quelle: Alexander Bley
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Dölzig

Und genau dieses Silbergrau ähnelt dem des Sibirischen Eichhörnchens, das auch als Feh bezeichnet wird.

97 Punkte heimste der Rammler von Bernd Pinkert ein. V wie vorzüglich heißt das in der Fachsprache der Züchter. Und ganz weltlich betrachtet, bedeutet das den größten Pokal der insgesamt 27, die am vergangenen Wochenende in Dölzig vergeben wurden. Genau 370 Mümmelmänner stellten sich auf der 63. Ausstellung des Kaninchenzuchtvereins S 799 Dölzig und Umgebung den Argusaugen der Juroren. 45 „genormte“ Zuchtfacetten (Rassen) und deren Farbschlagvariationen konnten im Gemeindehaus im 75. Jubiläumsjahr des Vereins bewundert werden.

Seit jeher kommt das in dem Dorf am Kanal gut an. Über Publikumszuspruch beklagte sich keiner der 32 Vereinsmitglieder. Dagegen aber über das typische Problem, das nicht nur Hasenexperten, sondern auch andere Zuchtfreunde haben: mangelnder Nachwuchs. „Das ist ein aufwendiges Hobby“, erklärte Vereinsvorsitzende Iris Werner, „das geht in einer Mietwohnung nicht. Die Tiere brauchen einen Stall. Sie brauchen was zu fressen und sie machen Mist.“ Summa summarum bedeutet das Arbeit.

„Junge Leute müssen flexibel sein, da sind solche Hobbys nicht mehr drin“, fügte Pinkert an. „Und deswegen ist jede Schau auch eine Werbeschau“, fügte Harry Künzel an. Was einst selbstverständlich war, ist mittlerweile die Ausnahme: Der Vater begeistert seinen Sohn für das verantwortungsvollen Hobby und lehrt ihm Tricks, bis er eigenständig eine Sammlung hegt und pflegt.

Früher war aber einiges anders: 1936 wurde der Verein von sieben Dölzigern gegründet. Dem 2. Weltkrieg geschuldet, schlief die Vereinsarbeit ein, wurde 1946 reaktiviert. In der „Hungerzeit“, wie Pinkert sagte, mangelte es dem Verein nicht an Mitgliedern. Auch in der Folgezeit nicht. Stets standen so genannte „Wirtschaftsrassen“ im Mittelpunkt der Zucht. Vierbeiner, die möglichst groß waren und möglichst viel auf den Rippen hatten. „Schließlich mussten auch die Kleintierzüchter den Plan erfüllen“, erklären die Experten unisono. Nach der Wende rückten die Liebhaberrassen in den Mittelpunkt. Das Kaninchen wurde sprichwörtlich geschrumpft. Aber dieser Trend scheint sich derzeit wieder umzudrehen. „Große Rassen sind wieder gefragt“, bemerkten die Zuchtfreunde.

Die Damen und Herren wissen, wovon sie sprechen. Schließlich holten Künzel und Pinkert insgesamt drei Meistertitel. 1973 war es „Gauchelschlawiner“ Künzel. 1985 und `89 war es Pinkert. Mittlerweile setzen die Herren ihren Schwerpunkt auf die regionalen Schauen im Umkreis von Leipzig. Womit wir wieder beim Alter wären. „Ich als Ruheständler brauche diesen körperlichen Ausgleich. Zumal wir auch im Verein gefordert sind. Das bereitet Spaß und macht Freude“, sprach der Züchter indirekt eine vielleicht genauso interessante Zielgruppe an wie die Jugend.

Alexander Bley

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