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Schkeuditz Gutachter sieht Schutzziele gewahrt
Region Schkeuditz Gutachter sieht Schutzziele gewahrt
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10:15 14.01.2010
Schkeuditz

Am Dienstagabend wurde es im Technischen Ausschuss vorgestellt. Sind die 2004 vom Regierungspräsidium Leipzig für den Flughafenausbau festgesetzten Schutzziele zum Lärmschutz konform mit gesetzlichen Regelungen? Welche Auswirkungen haben diese Ziele auf die Betroffenen? Diese Fragen sollte im Auftrag des Schkeuditzer Stadtrates der Diplom-Physiker Matthias Harnisch beantworten. Denn viele Lärmbetroffene in und um Schkeuditz sehen ihre Interessen mit dem PFB nicht ausreichend berücksichtigt. Der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Schallimmissionsschutz sollte zudem sein Gutachten in einer allgemeinverständlichen Sprache zu verfassen. Auch in seinem gut einstündigen Vortrag gab sich der 56-Jährige Mühe, die komplizierte und teils sehr fachspezifische Materie so verständlich wie möglich zu erläutern. Sein Ziel war, die Inhalte dieser Schutzziele transparenter zu machen und deren Umsetzung bei den Betroffenen zu erleichtern. Schließlich geht es auch darum, berechtigte Ansprüche für Lärmschutzmaßnahmen an privaten Gebäuden durchzusetzen. Eine detailierte Beschreibung der Berechnungsgrundlagen für Pegelwerte und Schalldämmmaße, Rahmenbedingungen, Grafiken und verschiedenen Vergleichsmöglichkeiten zwischen Lärmschutzgesetz und PFB, zu fluglärmbedingten Aufwachreakionen in bestimmten Gebieten bei bestimmten Fluglärmereignissen würde den Rahmen sprengen. Am Ende führte jedoch alles zu der Gesamteinschätzung des Gutachters, dass es im PFB ein wissenschaftlich fundiertes Schutzkonzept gibt, das zudem sehr detailiert sei und teils über die Anforderungen des Fluglärmgesetzes hinausreiche. Außerdem lobte Harnisch, dass die Behörde bereits im Vorgriff auf EU-Regelungen nicht nur den Fluglärm, sondern auch den Bodenlärm vom Flughafen sowie den Straßen- und Eisenbahnlärm mit in ihren Betrachtungen als Gesamtlärm aufgenommen habe. Als Minus bleibt: Die Beschreibung im PFB ist kompliziert, die Nachverfolgbarkeit für Betroffene sehr eingeschränkt. Der Experte gab zudem zu Bedenken, dass statistische Methoden nicht geeignet sind, die Befindlichkeit eines Einzelindividuums zu beschreiben. Harnisch schlägt vor, dass die Daten der Messstationen des Flughafens von einer neutralen Instanz ausgewertet werden: „Das könnte die Akzeptanz dieser Messungen in der Bevölkerung erhöhen.“ Doch auch so halte er nach eigener Inaugenscheinnahme in dem stark automatisierten Prozess manuelle Manipulationen für kaum machbar. Der Bericht des Gutachters ist noch nicht vollständig. Hinweise und Anregungen sind erwünscht. Im Februar gibt es dazu eine Bürgerversammlung. Interessenten können den Bericht schon vorab im Laufe der nächsten Woche auf der Homepage der Stadt Schkeuditz im Internet finden.

Olaf Barth

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