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Schkeuditz Haynaer Verein beendet Kultursaison erstmals im Plus
Region Schkeuditz Haynaer Verein beendet Kultursaison erstmals im Plus
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00:30 24.10.2015
Inzwischen gut ausgeschildert ist das Haynaer Ufer des Schladitzer Sees oder der sogenannte Biedermeierstrand. Quelle: Foto: Olaf Barth
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Hayna

Äußerst zufrieden blickt Philipp Sawatzke auf die Saison am Biedermeierstrand in Hayna zurück. „Ohne Frage sind die gut besuchten Veranstaltungen auch der neuen Überdachung zu verdanken“, meinte der Vorsitzende des Haynaer Strandvereins. Die Vorjahre seien mehr oder weniger ein Nullgeschäft gewesen. „In diesem Jahr kommt der Verein mit einem Plus aus der Kultursaison“, freute sich Sawatzke.

Über Jahre und immer wieder sei die Frage nach einer Überdachung an den Verein herangetragen worden. Dass mit der neuen Bühne in diesem Jahr dann auch ein Dach und damit ein schattiges Plätzchen gekommen war, habe sich in Form von zusätzlichen Besuchern hauptsächlich bei den Nachmittagsveranstaltungen gezeigt. „Vor allem ältere Gäste sind gekommen, die zuvor wegen der sommerlichen Hitze bedauernd abgesagt hatten“, resümierte Sawatzke.

Bei den insgesamt 32 Veranstaltungen habe der Verein im Durchschnitt eine 40-prozentige Auslastung erreicht. „Natürlich waren auch Veranstaltungen ausverkauft“, wusste Christoph Zwiener, der im Verein für „das Kulturelle“ zuständig ist, zu berichten. Allerdings hätte wegen zu heftigen Windes auch ein Event abgesagt werden müssen. Etwa 60 Gäste seien trotzdem gekommen. „Wir konnten alle auf andere Veranstaltungen verteilen“, sagte Zwiener.

Mit einer spektakulären Eröffnungsgala, zu der der Ministerpräsident Stanislaw Tillich eingeladen und auch gekommen war, wurde das neue Bauwerk in Betrieb genommen (die LVZ berichtete). „Die Eröffnungsgala mit dem Leipziger Symphonieorchester, mit Chören, Ballett und Artisten kam so gut an, dass wir sie im nächsten Jahr – und vielleicht zu jedem weiteren Geburtstag – wiederholen wollen“, sagte Zwiener. Was der als Visionär im Verein zu bezeichnende Zwiener schon vor der Bühnenfertigstellung prophezeite, trat auch ein: Musiker, die wegen der örtlichen Gegebenheiten und aus Angst um ihre Instrumente bisher immer Absagen erteilten, fanden nun den Weg auf die Biedermeier-Bühne. „Wir hatten zum ersten Mal das Sommertönefestival der Sparkasse an unserem Strand“, blickte Zwiener zurück.

Das Mitmischen-Festival, der Sonntag der Blasmusik, der Sommernachtsball mit Bigband oder Vocal CoaJazz waren Publikumsmagneten. Nicht zu vergessen natürlich die seit fünf Jahren laufende Grusical-Veranstaltung, die in diesem Jahr zum letzten Mal auf die Bühne kam. Die thematischen Konzerte mit der Sopranistin Uta Zwiener hätten sich als „sichere Bank“ erwiesen und konnten rund 50 Prozent Besucherzuwachs verzeichnen, berichtete der Verein.

„Dass uns jemand nicht gefunden hat, kann als Ausrede nicht mehr akzeptiert werden“, meinte Vereinschef Sawatzke. Gut ausgeschildert sei inzwischen der Weg zum Haynaer Ufer am Schladitzer See. „Wir brauchen nun einen Zugang von der Südumfahrung und Parkplätze“, ergänzte Hans-Martin Schwerin, der stellvertretender Vereinschef ist.

Mit dem verstärkten Besucheraufkommen werden beim Verein auch Denkprozesse in Gang gesetzt. „Wir gelangen mitunter schon jetzt an unsere Kapazitätsgrenzen“, gab Zwiener zu. Die seien organisatorischer und zeitlicher Natur. „Wir wollen professionell agieren und das zu gewährleisten, fällt zuweilen schwer“, sagte er. Als ein Beispiel nannte er die Karten- oder Platzreservierung. „Vor allem an den Montagen nach den Veranstaltungswochenenden erreicht uns eine Flut von Anfragen“, ergänzte Sawatzke. Nun überlegt der Verein, eine Kulturbetrieb gGmbH zu gründen – eine gemeinnützige Gesellschaft.

Nach der Saison ist im Fall des Haynaer Strandvereins vor der übernächsten Saison. „Der Kulturplan für das nächste Jahr steht“, sagte Zwiener. Erneut werde das Sommertöne-Festival am Strand zu Gast sein. Amarcord, das weltbekannte Gesangsquintett, werde in diesem Rahmen auf die Bühne kommen. Auch eines der besten Jazz-Ensembles – das Laura-Wisniewski-Quintett – komme nach Hayna. „Zum ersten Mal haben wir das Marionettentheater Dombrowsky mit einer Operninszenierung am Strand“, sagte der Kultur-Verantwortliche.

Ein weiteres, wenn nicht gar das Highlight wird aber das Musiktheaterspektakel „Oliver Twist“, das das Grusical „Grimms Märchen“ ablösen wird. Erstmals werde das Wasser bei einer Seeschlacht mit einbezogen. „Wir können auch Ralswiek“, geben sich Sawatzke und Zwiener selbstbewusst. Doch das Schiff muss noch gebaut werden. „Dafür könnten wir einen etwa zehn Meter langen Bootskörper gut gebrauchen“, sagte der Vereinschef. Wer den Verein anderweitig unterstützen möchte, könne auch eine „Stuhlpatenschaft“ übernehmen.

www.biedermeierstrand.de

Von Roland Heinrich

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