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Schkeuditz Heim für Asylbewerber öffnet im Oktober
Region Schkeuditz Heim für Asylbewerber öffnet im Oktober
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00:39 05.07.2015
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Dölzig

"Das Landratsamt hat abgesagt. Ich wollte aber informieren. Deshalb bin ich heute hier, quasi in Vertretung des Landrates", sagte Enke. Immerhin hatte es am gleichen Tag in seinem Rathauszimmer ein Treffen mit dem Landrat Michael Czupalla (CDU) und Ordnungsdezernentin Angelika Stoye gegeben, in dem es Informationen zum Vorhaben sogar schriftlich gab.

Bevor Enke zu den neuen Informationen kam, blickte er noch einmal zurück auf die gerichtlichen Verfahren rund um das einstige Magnet-Hotel. Wie berichtet, hatte es nach Bekanntwerden der Pläne des LRA Klagen von Nachbarn gegeben, die zunächst pro Kläger, später aber dann für das Landratsamt entschieden wurden. Anschließend habe es Differenzen zwischen dem Betreiber, der Immobilienbetreuung-, Tourismus- und Beherbergungsgesellschaft (ITB) Dresden, und dem Eigentümer gegeben. "Ich bin davon ausgegangen, dass, wenn sich jemand an einer Ausschreibung beteiligt, dann alles unter Dach und Fach ist", bemerkte Enke. Dem sei aber nicht so gewesen. Die Eigentümer hätten mehr Geld haben wollen, was für die nächste Ungewissheit bei der geplanten Unterkunft sorgte. "Inzwischen ist das geklärt. Eine Einigkeit ist zum 1. Juni herbeigeführt worden", sagte Enke.

"Die Firma ITB hat die Beauftragung der Gewerke vorgenommen. Hauptinvestition ist die Herstellung des zweiten Rettungsweges", zitierte Enke dann aus den schriftlichen Informationen des LRA. Weitere Investitionen seien gering, sodass die Bauarbeiten bis spätestens 15. September abgeschlossen sein sollen. Die Inbetriebnahme des Hauses ist nun zum 1. Oktober geplant, informierte Enke. "Das Grundkonzept des Gebäudes ist unverändert. Es ist mit 65 Betten einschließlich Krankenzimmer geplant. Die Unterkunft ist für männliche Asylsuchende vorgesehen", gab Enke die LRA-Informationen weiter.

Momentan stelle die Betreibergesellschaft das Heimpersonal ein. Rund um die Uhr werde die Unterkunft an 365 Tagen im Jahr besetzt sein. Eine Zutrittskontrolle über Heim- beziehungsweise Besucherausweis werde es geben. Außerdem werde ein Besucherbuch geführt. "Die Heimleitung stellt für das Objekt einen Sozialarbeiter ein", informierte der Oberbürgermeister. Gleichzeitig stehe der hauptamtliche Flüchtlings­sozialarbeiter Peter Schuster mit Sprechtag Donnerstag in der Rathauskolonnade zur Verfügung. Er werde von der Gemeinde Rackwitz, in der er momentan tätig ist, vollständig entlastet. Sprachkurse seien in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule in Schkeuditz vorgesehen. Zu einem Tag der offenen Tür wolle das LRA für Ende September noch einladen.

"Welchen Status haben denn diejenigen, die herkommen?", "Wie versorgen sich die Asylbewerber?", "Wie sieht deren Tagesablauf aus?" Eine Fülle von Fragen prasselte auf den Oberbürgermeister nieder, von denen er den Großteil unbeantwortet lassen musste. "Ich schlage vor, diese Fragen beim Tag der offenen Tür an das Landratsamt zu stellen", sagte er. Mehrfach gestellt wurde die Frage nach der Sicherheit. "Gibt es ein Konzept?". Es habe Gespräche mit dem Besitzer der Disco-Sax gegeben, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Unterkunft befindet. Mit dabei sei auch Polizeidirektor Axel Palitzsch gewesen. Der anwesende Bürgerpolizist, Polizeioberkommissar Axel Kilian, erwähnte, dass man schon jetzt am häufigsten in Dölzig präsent sei.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.07.2015
Roland Heinrich

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