Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Schkeuditz Hilfe für Familien in Moldawien
Region Schkeuditz Hilfe für Familien in Moldawien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:01 19.05.2015
Sowohl den Transport wie auch die Kartons stellt DHL zur Verfügung. Freiwillige packen im Hoffnungszentrum die Hilfs-Päckchen für Moldawien. Quelle: Peggy Hamfler

35 ehrenamtliche Helfer hatten sich jetzt zusammengefunden, um knallgelbe Hilfspakete für die Reise nach Moldawien vorzubereiten.

Drei DHL-Azubis halfen kräftig mit: Dominik Engwicht, Alexander Fiedler und Carl Schneider. "Es ist doch für einen guten Zweck, da macht es gleich doppelt so viel Spaß", sagte Schneider. DHL-Ausbildungskoordinatorin Britta Böhme-Hrushchak packte. "DHL will zum fünften Jahr des Bestehens in Schkeuditz der Region auch etwas zurückgeben, deswegen unterstützen wir Hilfsprojekte, die nach Burma, Sierra Leone, Mauretanien oder in die Kriegsregion Pakistan liefern", sagte sie. Insgesamt 620 Kisten á sechs Tonnen unter anderem aus Berlin, Bad Lausick und Riesa liefert DHL nach Moldawien, 200 davon allein aus Schkeuditz.

Die 16-jährige Schülerin Sira Lüers war als Gemeindemitglied bereits im August dieses Jahres zwölf Tage lang in Moldawien und schnürt seit 2010 gern Hilfspost: "Es wäre gut, wenn nächstes Jahr noch mehr Leute mit packen helfen. Ich habe die verwaisten Kinder in Balty gesehen, die nicht einmal Seife und Zahnbürsten haben. Das war sehr traurig. Aber man hat uns trotzdem herzlich und mit reich gedecktem Tisch empfangen." Gern würde Lüers einmal ein ganzes Jahr lang in einer Kindereinrichtung in Moldawien arbeiten. Mutter Jeannett Stolz und ihr zehnjähriger Sohn Lars-Leon helfen zum zweiten Mal mit. Beide packen Handtücher, Waschlappen und Schulblöcke ein, Stolz erklärt: "Den Kindern in Moldawien fehlt das Elementarste, natürlich auch Spielzeug."

Gemeindeleiter Andreas Haller kennt die politische Lage in Moldawien, reist seit 1990 in bedürftige Länder: "Viele Eltern lassen ihre Kinder in dem Agrarland allein zurück und arbeiten wegen der schlechten Wirtschaftslage im Ausland, meist in Russland. Sie sehen ihre Kinder nur ein oder zwei Mal pro Jahr." Und weil Haller mit sieben Helfern ab 30. Dezember in Moldawien weilt, erlebt er etwas nicht Alltägliches: "Wir können dieses Jahr zwei Mal Weihnachten feiern, denn die Moldawier sind orthodox und feiern zum 7. Januar ihr Fest."

Die Idee, nach Moldawien zu reisen, kam Haller durch einen Jura-Studenten, dessen Vater in dem Land eine Gemeinde leitete und von der Notlage berichtete. Haller und Helfer Roland Müller vom Leipziger Pavillon der Hoffnung erklären die politische Situation: "Hätte sich Moldawien vor sieben Jahren Rumänien angeschlossen, weil Moldawien nur knapp drei Millionen Einwohner hat, dann wäre das Land auch in der EU und es würde den Kindern nun besser gehen." Nicht nur Nahrung, Kleidung und Hygieneartikel werden versandt. Einem moldawischen Jungen mit zusammen gewachsenen Fingern und Füßen konnte mit einer Spendenaktion eine 6000 Euro teure Operation bezahlt werden.

Bei all dem Willen zu helfen, dürfen aber auch die Formalien nicht vernachlässigt werden. Denn für die Ausfuhr von Hilfspaketen gibt es auch ganz klare Regeln. Deshalb wird beim Packen auch sehr darauf geachtet, dass nicht gegen bestimmte Festlegungen verstoßen wird. Offenbar mit Erfolg. Denn mit dem Zoll habe das Hoffnungszentrum bisher keine Probleme gehabt, sagt Haller und ergänzte: "Wegen unserer vielen regelmäßigen Hilfsprojekte dauert die Bearbeitung eines Einfuhrantrages auch nur noch eine Woche." Peggy Hamfler

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.12.2013
Peggy Hamfler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Über 100 Besucher und Mitwirkende verbrachten beim traditionellen Weihnachtskonzert des Vereins Villa Musenkuss einen wunderschönen und besinnlichen Adventsnachmittag.

19.05.2015

Die rund 500 Anwohner im Schkeuditzer Stadtteil Wehlitz können sich freuen: Die im Zuge der Erschließungsarbeiten der Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) anfallenden Kosten für die sachgerechte Entsorgung von gefundenen Altlasten im Erdreich werden nicht auf sie umgelegt.

19.05.2015

Gleich zwei Mal brannte es am Samstag beim Weihnachtsspektakel in Dölzig. Vor 700 Besuchern und den strengen Augen der Feuerwehr entzündete der Weihnachtsmann alias Ortsvorsteher Lothar Böttcher das mannshohe Weihnachtsfeuer.

19.05.2015
Anzeige