Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Schkeuditz Hospizdienst eröffnet in Schkeuditz Begegnungsstätte
Region Schkeuditz Hospizdienst eröffnet in Schkeuditz Begegnungsstätte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:35 27.05.2018
Kathrin Herche-Hellmund vom ökumenischen ambulanten Hospizdienst Nordsachsen leitet die Außenstelle in der Bahnhofstraße 37. Quelle: Foto: Olaf Barth
Schkeuditz

Der Hospizdienst berät und unterstützt Menschen sozial und spirituell beim Leben und Sterben. Dafür brauchen wir ehrenamtliche Helfer, die über eine gewisse Empathie verfügen und bereit sind, als Sterbebegleiter tätig zu sein“, erklärt Herche-Hellmund. Ziel sei es, dass Menschen in ihrem häuslichen Umfeld, im Alten- oder Pflegeheim die letzte Zeit ihres Lebens noch qualitativ hochwertig verbringen können. „Dabei unterstützen wir auch die Angehörigen und geben ihnen Hilfe zur Selbsthilfe, denn die Situation ist manchmal für alle Beteiligten sehr schwer“, berichtet die ehemalige Krankenschwester und Kirchenhistorikerin von ihren Erfahrungen.

Bedarf für Hilfsangebot erkannt

Dass es nun im Altkreis nach Delitzsch und Eilenburg auch in Schkeuditz eine Anlaufstelle für den ökumenischen ambulanten Hospizdienst geben soll, hat laut Herche-Hellmund folgenden Hintergrund: „Schkeuditz ist auf diesem Gebiet noch ein weißer Fleck. Ich habe aber hier von Sterbefällen und damit verbundener Hilflosigkeit erfahren, sodass wir der Meinung sind, dass der Bedarf für unser Hilfsangebot gegeben ist.“ Man wird es einfach versuchen und schauen, ob es klappt, sagte die 57-Jährige.

Herche-Hellmund ist sich darüber klar, sagt sie, dass es nicht einfach wird, Helfer zu finden. Denn das sei nicht jedermanns Sache. Doch jeder sollte sich bewusst sein: „Sterben gehört zum Leben dazu, sterben hat auch etwas mit leben zu tun. Und es muss nicht nur der Sterbende sein Leben los lassen, sondern auch die Angehörigen müssen den Sterbenden los lassen.“ Diese Einsichten Betroffenen zu vermitteln, gehöre ebenfalls zu den Aufgaben der Sterbebegleiter. Um diesen Herausforderungen gewachsen zu sein, beginnt im Februar nächsten Jahres für die Ehrenamtlichen eine kostenlose 120-stündige Ausbildung.

Thema in die Gesellschaft bringen

Seit diesem Monat hat das Diakonische Werk Delitzsch-Eilenburg als Träger des Hospizdienstes ein Ladenlokal in der Bahnhofstraße 37 angemietet. Das soll die künftige Begegnungsstätte für alle werden, die betroffen sind oder sich mit dem Thema beschäftigen. „Ich möchte die Themen Sterben und Sterbehilfe sowie den Hospiz-Gedanken mehr in das Bewusstsein der Gesellschaft bringen, es geht auch um einsame Menschen, die Hilfe benötigen“, erklärt Herche-Hellmund. So könnten in der Begegnungsstätte Filme gezeigt werden, in denen es um das Sterben geht. Hier würden dann auch monatliche Gruppentreffen stattfinden, in denen ein gewisses Gemeinschaftsleben gepflegt werde.

Pro Woche bis zu zwei Stunden Begleitung

Sterbebegleiter bekommen es mit Menschen zu tun, die austherapiert sind und dem Tod entgegensehen. Bis zu zwei Jahre kann diese Begleitung andauern. Pro Woche kommen für den Betreuer ein bis zwei Stunden Begleitung zusammen. „So eine Mitarbeit kann auch für die Freiwilligen selbst ein Gewinn sein. Nämlich, wenn jemand nach einer neuen Aufgabe sucht und sich weiterentwickeln möchte, zum Beispiel nach dem Berufsleben oder nach eigenen Erfahrungen mit einem Sterbefall“, sagt Herche-Hellmund. Mehr dazu können Interessenten am Mittwoch, dem 30. Mai, ab 18 Uhr in einer Informationsveranstaltung im Gemeindehaus, Mühlstraße 10, erfahren.

Kontakt: Kathrin Herche-Hellmund unter Telefon 0151 11325239 oder per E-Mail: hospizdienst.schkeuditz@dwde.de, Internet: www.diakonie-delitzsch.de

Von Olaf Barth

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das hätte schlimm ausgehen können. Urplötzlich knickte am Mittwoch nahe der Luppe-Brücke eine Eiche am Rand der B186 um und stürzte auf die Straße.Glücklicherweise befand sich zu diesem Zeitpunkt gerade kein Fahrzeug an dieser Stelle.

19.05.2018

Der Biedermeierstrand wird auch in diesem Jahr wieder Kulisse zahlreicher Kulturveranstaltungen aller Couleur. Am Dienstag lud der Haynaer Strandverein zur Vorstellung des Saisonprogramms.

19.05.2018

An der Einführung von Portalpraxen in Nordsachsen gibt es Kritik. Während die Städte Delitzsch, Eilenburg und Torgau jeweils eine solche bekommen, bleiben die Großen Kreisstädte Oschatz, Schkeuditz und Taucha außen vor. Besonders die Oschatzer Region fühlt sich abgehängt.

15.05.2018