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"Ich will machen und etwas tun"

"Ich will machen und etwas tun"

In der Dölziger Kirchgemeinde, zu der neben dem Schkeuditzer Ortsteil auch Rückmarsdorf, Frankenheim, Lindennaundorf und Priesteblich gehören, hat jetzt ein neuer Vikar seinen Dienst angetreten.

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Als Vikar neu in der Dölziger Kirchgemeinde ist der 26-jährige Sebastian Gunkel.

Quelle: Roland Heinrich

Dölzig. Der 26-jährige Sebastian Gunkel wird die nächsten eineinhalb Jahre neben Pfarrerin Ines Schmidt zusätzlich Ansprechpartner für die Bewohner der Ortschaften sein.

"Ich bin 1990 getauft worden, weil meine Eltern das so wollten. Viel öfter, als zu Weihnachten sind wir aber nicht in die Kirche gegangen", berichtete Gunkel von seinen ersten kirchlichen Berührungspunkten. Auch die Entscheidung, ob der in Mautitz bei Riesa aufgewachsene Gunkel lieber zur Konfirmation oder eher zur Jugendweihe gehen soll, stand nicht von vornherein fest. "Ich habe mich dann für die Konfirmation entschieden", sagte der 26-Jährige.

Die Pfarrerin im Ort sei ziemlich bald in Rente gegangen, und der Pfarrer, der auf sie folgte, habe nur aus der Bibel vorgelesen. "Es war öde und langweilig", sagte Gunkel. Weshalb er sich später dann doch entschied, Theologie zu studieren, sei auch dem Hochwasser 2002 geschuldet. Das nämlich habe den bisherigen Pfarrer quasi weggespült. "Er war mit der Flut gegangen und kam auch nicht wieder", beschreibt Gunkel.

Der Mann, den der junge Gunkel dann kennenlernte, war das ganze Gegenteil seines Vorgängers. Von Pfarrer Christof Ziemer habe Gunkel viel erfahren, gemeinsam hätten sie einiges auf die Beine gestellt. So haben beide in einer für rechtes Gedankengut durchaus bekannten Region ein ökumenisches Aufeinandertreffen organisiert: "Wir haben den Landesrabiner eingeladen und auch Muslime waren dabei. Es ging uns um das Miteinander der Religionen", sagte Gunkel.

Ziemer übrigens ist kein Unbekannter. Er war 1989 Superintendent des Kirchenbezirks Dresden-Mitte und Pfarrer an der Kreuzkirche. In den 1980er Jahren unterstützte er oppositionelle Gruppen, die sich für Veränderungen in der DDR-Gesellschaft engagierten. Am Abend des achten Oktober 1989 setzte er sich im Dresdner Rathaus für gewaltfreie Lösungen ein und beriet in der Folgezeit die an diesem Abend auf der Prager Straße gebildete Gruppe der 20. 2003 wurde er zum Ehrenbürger Dresdens ernannt. Heute lebt der 73-jährige Ziemer in Berlin.

Auch wenn Gunkel Ziemer quasi als Zieh-Vater bezeichnen würde, bestehen heute kaum noch Kontakte zwischen den beiden. "Wir befinden uns alle auf einer Reise und auch der Glaube ist ja eine gewisse Art des Weges", sagte Gunkel. Seine eigene Reise hat ihn während des Theologie-Studiums nach Münster und nach Leipzig geführt. Zuletzt, also seit September letzten Jahres, war Gunkel in der Leipziger Thomas-Schule und in der Berufsschule Leipzig-Grünau pädagogisch unterwegs. "Das war für mich völliges Neuland und es war hochinteressant und spannend", sagte der 26-Jährige. Die Freude über die für ihn erstmalige Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist Gunkel noch anzumerken.

Bis zum August nächsten Jahres nun ist der Vikar in Dölzig und den anderen Gemeinde-Ortschaften unterwegs und wird bei der ein oder anderen Predigt in den Kirchen wohl zu hören sein. "Ich bin ein Mann der Tat, ich will machen und etwas tun", sagte er von sich. Gespannt sei er, was dabei auf ihn zukomme. "Es wird jedenfalls Neues sein", wusste Gunkel. Erste Kontakte habe es in Dölzig auch schon gegeben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Roland Heinrich

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