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Schkeuditz Im Krankenhaus Altscherbitz gibt es nun eine Geschichtsgalerie
Region Schkeuditz Im Krankenhaus Altscherbitz gibt es nun eine Geschichtsgalerie
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18:13 08.10.2018
Originales Mobiliar und Geräte für den Schreibtisch zeigt das Büro, dass dem Arbeitsraum des Klinik-Gründers Johann Moritz Koeppe nachempfunden wurde. Quelle: Foto: Michael Strohmeyer
Schkeuditz

Als die Modernisierung weiterer Häuser auf dem Klinik-Gelände anstand, musste das bisherige Traditionskabinett weichen. „Ich wollte aber nicht, dass die vielen historischen Möbel, die medizinischen Gräte und Unterlagen irgendwo eingelagert werden und dann nicht mehr zu sehen sind“, erklärte Therapeutin Bärbel Voigt, die das Kabinett betreut hatte. muss Gemeinsam mit Chefärztin Babara Richter, Verwaltungsdirektorin Doreen Neu und weiteren Mitarbeitern wurde daraufhin an einem neuen Konzept für ein kleines Museum im Haus 1 gearbeitet.

Über ein Jahr dauerte es, bis die Ausstellung fertig war. Mit viel Mühe, Liebe zum Detail und Fachwissen wurden die Räume so gestaltet, dass sie nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Attraktivität besitzen. Zum Beispiel das „Direktorenzimmer“, das mit original Mobiliar, Lampe, Telefon und Schreibmaschine dem historischen Büro von Prof. Dr. Johann Moritz Köppe nachempfunden wurde. Am 1. Juli 1876 hatte er die „Provinzial Irren Anstalt Rittergut Alt Scherbitz“ gegründet.

In einem anderen Raum sind Utensilien wie Waage und Gewichte zum Abwiegen der vielen Rezeptur-Zutaten aus der ehemaligen Apotheke zu sehen. Und nebenan wird ein Bett gezeigt, an dem man physisch und psychisch Erkrankte fixieren konnte. Zu sehen ist auch eine historische Schwesteruniform, die einst der Einrichtung getragen wurde. Viele medizinische Geräte aus den Anfängen der damaligen Irrenanstalt sind erhalten geblieben und zeigen, wie man damals versuchte, den Patienten zu helfen. Doch auch ein schwarzes Kapitel der Krankenhausgeschichte hat seinen Platz der Erinnerung gefunden. Während der Nazi-Diktatur in Deutschland wurden im Rahmen der sogenannten Euthanasie 1864 Altscherbitzer Patienten deportiert und in Gaskammern ermordet. Die vier neu gestalten Räume regen so auch zum Nachdenken an.

Stolz und dankbar eröffnete Verwaltungsdirektorin Doreen Neu im Beisein vieler Mitarbeiter und Gäste im Haus 1 das kleine Museum, das nun den Namen „Geschichtsgalerie“ trägt. „Neugestaltung und Umzug sind nun endlich geschafft. Dem gingen viele Monate intensive und zeitaufwendige Arbeiten voraus. Alles wurde mit finanziellen Eigenmitteln realisiert“, so Neu. Sie dankte auch der Projektbeauftragten Katrin Köstler, die großen Anteil an der Entstehung der Galerie habe.

Nach der musikalischen Umrahmung konnten sich die Gäste bei einen Rundgang von dieser Geschichtsgalerie selbst ein Bild machen. Oberbürgermeister Rayk Bergner (CDU) zeigte sich beeindruckt. Aufmerksam verfolgte er die Ausführungen Voigts, die schon 36 Jahre im Klinikum arbeitet und lobte: „Das ist alles sehr interessant. Egal, ob Zwangsjacke, Fixierungen samt Bett, die medizinischen Geräte oder die Original-Ausstattung des Direktorenzimmers – hier bekommt man wirklich einiges zu sehen.“ Er wisse, dass dies alles auch Geld koste, doch für eine solche Präsentation der Historie lohne sich die Ausgabe auf jeden Fall.

Voigt bekräftigte, dass diese Ausstellung im Klinikum allen Interessenten zugänglich ist. Jeden Mittwoch von 14 bis 15 Uhr seien die Räume nicht nur für Mitarbeiter, sondern für alle geöffnet.

Schulen und Familien können auch unter Telefon 034204 874651 Termine vereinbaren und sich mit Voigt in der Ausstellung treffen. „Ich stehe dann bereit, um alles zu erläutern“, kündigte sie an.

Von Michael Strohmeyer

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