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Im Norden bald mehr Frachtflüge

Im Norden bald mehr Frachtflüge

Der nördliche Teil des Flughafens Leipzig/Halle soll für die Abwicklung von Frachtverkehr vorbereitet werden. Daswar der bisher nicht bekannte Grund, für die Ausschreibung von Bauarbeiten auf einer 150000 Quadratmeter großen Flugbetriebsfläche.

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Flughafenchef Dierk Näther freut sich über weitere Investitionen am Flughafen Leipzig/Halle und zeigt am Luftbild, wo sich die neuen Flugbetriebsflächen befinden werden.

Quelle: Olaf Barth

Flughafenchef Dierk Näther geht davon aus, dass die Gesellschafter wie die Stadt Leipzig ihren finanziellen Anteil dazu leisten. Nun ist es raus: Auf LVZ-Anfrage erklärte Näther, dass es sich bei den neuen Flugbetriebsflächen um Frachtabfertigung in Nordbereich dreht. Zwischen der Autobahn 14 und der nördlichen Start- und Landebahn soll bis 2012 dafür die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden. Für Hoch- und Tiefbau, dazugehörige Rollwege und zwölf Stellplätze für Großraumflugzeuge (zum Beispiel Antonov) sollen 20 Millionen Euro ausgegeben werden. Darüberhinaus sind weitere Infrastrukturmaßnahmen auch in andere Bereiche des Flughafens geplant. „Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen konnten wir bisher keine genaueren Angaben zu den Hintergründen der Ausschreibung machen“, begründete Näther die bisherige Zurückhaltung mit Informationen darüber.Über mögliche konkrete Anfragen von Unternehmen für den Nordbereich wollte Näther nichts sagen. Als Grund für die Baumaßnahmen nannte er eine Studie aus dem Frühjahr 2009, in der bis zum Jahr 2012 weiterer Bedarf für die Frachtabfertigung prognostiziert wird. „Das war absehbar. Im Süden wurde es ab und zu jetzt schon eng“, so Näther. Er sehe dies als positives Zeichen für die Entwicklung in der Region und das weitere Wachstum des Flughafens, worauf es sich einzustellen gelte. Auf die Frage, ob die Kapazitätserweiterung mit steigender Nachfrage seitens des Militärs zusammenhinge, meinte der 42-Jährige lediglich, dass dieses neue Vorfeld wie alles andere Bestandteil der zentralen Infrastruktur sei und für alle Kunden zur Verfügung stehe. Es bestünde weiterhin keine Notwendigkeit, militärische Bereiche einzurichten oder gesondert auszuweisen. „Wir gehen davon aus, dass die vorliegende Betriebsgenehmigung unsere Geschäfte abdeckt“, so Näther.Das Vorhaben für die Flächen im Norden sei bereits planfestgestellt und Bestandteil der Genehmigungen. „Auch Lärmschutz- und Ausgleichsmaßnahmen sind da bereits realisiert“, erklärt der Airportchef. „Nichtsdestotrotz werden wir uns mit den Auswirkungen auseinandersetzen, jetzt mit den Gesellschaftern und Bürgerinitiativen über die Befürchtungen sprechen und gezielt aufklären“, kündigt er an, erteilt aber dem vom Leipziger Stadtrat initiierten Dialogforum nach wie vor eine Absage: „Dem fehlt jegliche juristische Grundlage und es kommt nichts dabei heraus. Wir reden mit Initiativen vor Ort über Lösungen für deren ganz konkreten Probleme.“ Näther glaubt, dass aufgrund der größeren Entfernung der Dörfer zur Nordbahn die Auswirkungen nicht mit denen im Süden nahe des DHL-Geländes zu vergleichen seien. Nach Fertigstellung des Vorfeldes werde auch die Nordbahn verstärkt für nächtliche Starts und Landungen genutzt, aber nicht mit der hohen Frequenz wie im Süden.Für das gesamte Infrastrukturpaket bis 2012 sind rund 2,5 Millionen Euro im Gespräch, die die Stadt Leipzig als 2,1-Prozent-Gesellschafter zur Finanzierung beitragen soll. Näther: „Zu der Summe sage ich nichts, sie wurde nicht von uns in Umlauf gebracht. Aber wir gehen davon aus, dass unsere Gesellschafter zu ihren bisherigen Finanzierungszusagen stehen.“ Die Stadt Schkeuditz zum Beispiel wäre mit ihren 0,25 Prozent Gesellschafteranteil laut Kämmerin Sylvia Fechner mit 373000 Euro im Boot. Allerdings steht die Summe nicht im Entwurf für dieses Haushaltsjahr. Schkeuditz sieht sich laut Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) auch nicht verpflichtet, zu zahlen. Darüber müssten aber die Stadträte entscheiden. Mit dem genannten Schkeuditzer Anteil lässt sich die Höhe der Gesamtinvestition des Flughafens für das Infrastrukturpaket errechnen: 149,2 Millionen Euro. Das würde für Leipzig einen Anteil von 3,13 Millionen Euro bedeuten.

Olaf Barth

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