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Schkeuditz In Dölzigs Kirche arbeiten Restauratoren
Region Schkeuditz In Dölzigs Kirche arbeiten Restauratoren
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16:37 06.04.2018
Pfarrerin Ines Schmidt hat Spenderbriefe vorbereitet und hofft weiterhin auf großzügige Unterstützung für die Sanierung der Kirche.
Dölzig

In der Dölziger Kirche haben diese Woche zwei Diplom-Restauratoren im Altarraum mit ihren Arbeiten begonnen. Mathias Steude und Thomas Höhne nehmen sich des Chorgestühls, des Betstübchens und der beiden Patronatslogen an. Das jahrhundertealte Mobiliar wird gründlich gesäubert, ausgebessert und an einigen Stellen farblich leicht verändert.

„Das ist jetzt der dritte Bauabschnitt, eigentlich wird die Kirche schon so lange, wie ich hier bin, Schritt für Schritt saniert“, sagte Pfarrerin Ines Schmidt. Nach der Außensanierung 1997 folgte innen 2001 der erste Bauabschnitt für Fußboden, Heizung, Wände und Fenster. Fünf Jahre später ging es mit anderen Wänden weiter sowie mit den Deckenmalereien und den Emporen. Nun sind also Teile des Altarraumes dran.

Die Restauratoren betreiben in Leisnig ihre eigene Firma und sind von der Dölziger Kirche angetan. „Sie macht einen sehr schönen, stimmigen Eindruck, auch wenn sie vor 200 Jahren ganz anders ausgesehen hat“, sagte Steude. Das Ziel der beiden 51-Jährigen, die einst gemeinsam in Dresden ihr Fachgebiet studiert hatten, ist der Erhalt eines geschlossenen Bildes. So wird die barocke Fassung nicht wiederhergestellt, da diese nie mit der neugotischen Ausmalung zusammen gestanden hatte. Welche Mittel und Verfahren sie dabei am besten anwenden, wird jetzt während der ersten Säuberungsarbeiten herausgefunden. Auf jeden Fall bleibt man bei der jetzt zu sehenden Fassung. „Diese Entscheidung wurde gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalschutz und dem Kirchenbauamt getroffen“, erklärte der Restaurator. Zur Wiederherstellung und Ergänzung beschädigter Holzteile und Verzierungen wird als Partner ein professioneller Schnitzer ins Boot geholt. Steude: „Wir schaffen die Teile zu Stephan Thürmer nach Dresden. Er nimmt sich der Sache an, muss dafür die richtige Formsprache finden.“ Der Altar und die Kanzel werden in diesem Bauabschnitt noch nicht mit restauriert, das würde nicht zuletzt auch den finanziellen Rahmen sprengen, sagte die Pfarrerin.

Die jetzt begonnene Sanierung schlägt mit fast 39 000 Euro zu Buche. „Den Grundstock dafür haben die Dölziger mit ihren Spenden und Kollekten gelegt, dafür kann ich mich nur bedanken. Allerdings fehlen unserer Gemeinde noch immer rund 4000 Euro an Eigenmitteln“, so Schmidt. Sie hofft auf Fördermittel seitens der Denkmalpflege in Höhe von 16 500 Euro. Etwas über 10 100 Euro kommen bereits von der Gemeinde, im Juni ging noch eine private 3000-Euro-Spende ein und eine außerordentliche Zuweisung vom Regionalkirchenamt in Höhe von 5000 Euro hilft auch bei der Finanzierung.

Um den Rest an Geld zusammenzubekommen, hat die Pfarrerin jetzt orangefarbene Spenderbriefe in der Kirche ausgelegt mit entsprechendem Formular und Hinweisen zur Spendenquittung. Sie hofft, dass aktuelle und ehemalige Dölziger oder auch an der Kunsthistorie in Kirchen Interessierte sich weiter spendenfreudig zeigen und so die Baumaßnahme unterstützen. Dieser Abschnitt soll in diesem Jahr fertiggestellt werden. „Bis Oktober haben wir auf jeden Fall straff zu tun“, sagte Steude.

Spenden können auf ein Konto des Ev.-Luth. Kirchenbezirkes Leipzig überwiesen werden. Verwendungszweck: „RT 1931 Innenrenovierung Kirche Dölzig“, Bank Dortmund, die IBAN: DE 71 3506 0190 1620 4790 78, die BIC: GENO DE D1 DKD

Von Olaf Barth

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