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Schkeuditz In Modelwitz droht Abriss
Region Schkeuditz In Modelwitz droht Abriss
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14:32 19.05.2015
Die Turnhalle in der Pestalozzistraße soll samt Grundstück verkauft werden. 1925 begonnen wurde der Hallen-Bau unter schwierigsten finanziellen Bedingungen zwei Jahre später 1927 beendet. Das Grundstück erwarb der Turn- und Sportverein 1890 bereits 1913. Die Platzweihe fand im Juli 1914 statt. Quelle: Roland Heinrich

Fast genau vor 100 Jahren fand zuvor die Platzweihe des Geländes statt. Jetzt haben die Turner und auch die Fechter bis Ende März Zeit, Abschied zu nehmen. Dann müssen sie das Gebäude verlassen.

"Wir bedauern das sehr", sagte Werner Kabitzsch. Der 85-Jährige ist selbst noch im Verein aktiv und weiß zur Turnhalle einiges zu berichten: Sein Vater, Paul Kabitzsch, war - nach bestandener Vorturnerprüfung - seit 1911 Turnriegen-Leiter und sei einer der Initiatoren des Turnhallenbaus gewesen. Bis die allerdings stand, sollte das Leben des 1890 gegründeten Vereins eher nomadenhaft aussehen. Aus der Vereinschronik geht hervor, dass die Mitglieder anfänglich weder eine Halle, noch ein eigenes Areal besaßen. Erst 1913 konnte der Turnverein Modelwitz, wie er anfänglich hieß, von Richard Richter jenes Grundstück erwerben, welches nun veräußert werden soll. Kostete das etwa 3000 Quadratmeter große Areal damals sicherlich wohlwollend nur 3000 Reichsmark, will die Stadt heute 145 000 Euro haben.

"Wäre 1914 nicht der Weltkrieg ­entbrannt, so war bestimmt in den folgenden mit dem Bau einer Halle zu rechnen gewesen. Bauplan und Zeichnungen waren schon fertiggestellt", heißt es in der Vereinschronik. Lediglich der Turnplatz wurde deshalb am 14. Juli 1914 geweiht. Geturnt wurde weiter auch im Gasthof Modelwitz, in der Gastwirtschaft Emil Kirchner oder in einem leeren Krankensaal in der Heilanstalt Altscherbitz.

"Erst vor etwa drei Jahren ist hier alles neu gemacht worden. Die Sanitäranlagen, der Turnhallenboden oder die Heizung", sagte Werner Kabitzsch. Der noch aktive Turner sei nicht gegen den Verkauf, bedauerlich finde er es nur, dass ein "Modelwitzer Kleinod" verloren geht. "Bis zum 31. März sollen wir hier raus und dann beim Pflegedienstleister Schade einen Raum bekommen", sagte er. Der Fechtclub Schkeuditz, der ebenfalls in der Pestalozzi-Halle sein Domizil hat, soll in der zentralen, neu ­gebauten Halle am Gymnasium Trainingszeiten bekommen.

Übrigens: Die Wandbilder (großes Foto) an der Nordseite der Halle hat der 1925 in Schkeuditz geborene Karl-Heinz Häse gefertigt. Mehr als 50 Großprojekte an den Wänden von Schulen, Postämtern oder wissenschaftlichen Institutionen sind vom Künstler bekannt. Zwei werden wohl - bei Abriss der Halle - verschwinden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.02.2014
Roland Heinrich

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