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In Papitzer Lachen beginnen Bauarbeiten

„Lebendige Luppe“ In Papitzer Lachen beginnen Bauarbeiten

Im nordwestlichen Leipziger Auwald sollen ehemalige Wasserläufe revitalisiert und wieder zu einem Fließgewässer verbunden werden. Das ist zusammengefasst das, was unter dem Projektbegriff „Lebendige Luppe“ zu verstehen ist. Sinn dieser gemeinschaftlichen Maßnahme der Städte Leipzig und Schkeuditz und des Naturschutzbundes Sachsen ist es, den Lebensraum geschützter Tier- und Pflanzenarten und den Auwald selbst zu erhalten.

Schkeuditz. Im nordwestlichen Leipziger Auwald sollen ehemalige Wasserläufe revitalisiert und wieder zu einem Fließgewässer verbunden werden. Das ist zusammengefasst das, was unter dem Projektbegriff „Lebendige Luppe“ zu verstehen ist. Sinn dieser gemeinschaftlichen Maßnahme der Städte Leipzig und Schkeuditz und des Naturschutzbundes Sachsen ist es, den Lebensraum geschützter Tier- und Pflanzenarten und den Auwald selbst zu erhalten. In einem Teilstück, den „Papitzer Lachen“ bei Schkeuditz beginnen nun die Arbeiten.

„Der Auftrag ist vergeben, in zwei Wochen beginnen die Arbeiten“, sagte Sabine Schlenkermann, als sie in der vergangenen Woche zum Stand des Projektes vor dem Technischen Ausschuss der Stadt Schkeuditz berichtete. Wie die Mitarbeiterin für Planung und Bau beim Nabu Sachsen informierte, soll ein Auslassbauwerk an der Weißen Elster erneuert werden. Mit diesem Bauwerk werde Wasser in die Papitzer Lachen und in alte Luppe-Arme geleitet, die derzeit noch trocken sind. In die Weiße Elster soll das Wasser dann auch wieder zurückfließen.

Dass der Nabu Wasser in die Lachen bei Schkeuditz leitet, ist nicht neu. Der Verein hat dafür das Wasserrecht erstritten und öffnet und schließt ein bereits vorhandenes Bauwerk schon seit mehreren Jahren. „Das alte Bauwerk hat kein richtiges Fundament, ist marode und lässt sich nicht mehr richtig schließen“, erläuterte Schlenkermann dessen Zustand. Warum der Zufluss nicht permanent offen stehen kann, erklärt sich mit den Eigenschaften eines intakten Auwaldes. Der steht nur temporär unter Wasser, ist hauptsächlich aber auch trocken.

Auf die trockenen Perioden sind geschützte Tier- und Pflanzenarten auch in den Lachen genauso angewiesen, wie auf die zeitweilige Vernässung des Gebietes. Nass aber würden die Lachen schon nicht mehr sein, wenn nicht Wasser aus der Weißen Elster in das Gebiet geleitet werden würde. Warum das so ist, liegt an der Neuen Luppe. Die ist geografisch tiefer gelegen als die Lachen und wirkt auf das dortige Grundwasser wie ein Sog, zieht also das Wasser aus der Fläche.

Mit dem jetzigen Projekt geht der Nabu noch einen Schritt weiter in Richtung Ursprünglichkeit. Wasser soll nicht nur in die Lachen, sondern auch in bereits ausgetrocknete, alte Flussläufe geleitet werden. „Modellierungen haben ergeben, dass eine Menge von 55 Litern bereits ausreicht, um das System zum laufen zu bringen. Rund zwei Wochen braucht das Wasser, bis es durch das Gebiet geflossen ist und wieder an der Weißen Elster in Wehlitz ankommt“, sagte Schlenkermann.

Sämtliche Genehmigungen für den Bau seien eingeholt. „In der zweiten Ferienwoche wird der Bau des Auslassbauwerkes beginnen. Wir rechnen mit einer Bauzeit von etwa zwei Wochen“, informierte die Projektmitarbeiterin. Der nun startende Bau ist im Vorfeld allerdings mehrfach verschoben worden: „Wir mussten feststellen, dass die Bautrasse etwa doppelt so teuer werden würde, wie das Bauwerk selbst. Das haben wir jetzt aber gelöst“, erklärte Schlenkermann die Verzögerung.

Am Pfingstanger in Lützschena begeben sich die Baufahrzeuge zunächst auf den Deichverteidigungsweg, queren dann Flächen der Agrargenossenschaft und der Stadt, informierte die Projektmitarbeiterin. Rund zwei Kilometer müssen die Baufahrzeuge zurücklegen, um am Ort des Geschehens anzukommen. Dorthin müssen sowohl ein Fertigbauteil sowie ein Kran gelangen.

„Es war von vornherein klar, dass derjenige den Zuschlag bekommt, der die günstigste Variante der Trasse findet“, sagte Schlenkermann. Das sei einer Firma aus dem thüringischen Dittersdorf gelungen, die gar keine Trasse bauen müsse: „Die Firma verfügt über Raupenfahrzeuge“, klärte Schlenkermann auf. Mit rund 53 500 Euro Baukosten sei die Firma deshalb zum Teil erheblich günstiger als andere Bewerber gewesen.

Um das hydraulische System zur Funktion zu bringen, müssen auch Wegquerungen und Durchlässe geprüft werden, die zum Teil halb in der Erde liegen und zugesetzt sind.

Von Roland Heinrich

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