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Schkeuditz In den Lindenwerkstätten werden auch Wischmopps gewaschen
Region Schkeuditz In den Lindenwerkstätten werden auch Wischmopps gewaschen
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08:32 14.07.2017
Kathleen Sommerfeld (links) und Sandra Fritzsche arbeiten in der Wäscherei der Schkeuditzer Lindenwerkstätten. Quelle: Foto: Jan Iven
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Schkeuditz

Seit zehn Jahren schon gibt es die Lindenwerkstätten in Schkeuditz. Bei der kleinen Feier unlängst (die LVZ berichtete) konnten sich Besucher umschauen und über die verschiedenen Tätigkeiten, die dort ausgeführt werden, informieren. Die Nachfrage nach den Dienstleistungen dort jedenfalls ist groß.

So muss zum Beispiel Sandra Fritzsche über mangelnde Arbeit nicht klagen. Sie mache ihren Job in dieser Einrichtung für Menschen mit geistiger und psychischer Behinderung gern. „Ich bin in der Wäscherei für Wischmopps“, sagt die 30-Jährige, deren Krankheit ihr auf den ersten Blick nicht anzumerken ist. „Mit den Kollegen haben wir immer viel Spaß, wenn alle gut zusammenarbeiten.“ Die gleichmäßige Tätigkeit beim Be- und Entladen der Maschinen gefalle ihr. Zumal die Wäscherei der größte Arbeitsbereich der Lindenwerkstätten ist. Über 20 der fast 90 Mitarbeiter der Einrichtung der Diakonie sind dort tätig. Und gerade erst wurde die Wäscherei um einen zusätzlichen Raum erweitert, in dem jetzt ausschließlich Wischmopps für Kunden gewaschen werden.

„Dafür haben wir nun extra vier spezielle Waschmaschinen angeschafft“, erläutert Werkstattleiter Fred Umlauf. Denn die Nachfrage ist groß. Mehrere Reinigungsunternehmen lassen ihre stark beanspruchten Arbeitsgeräte alle zwei Tage in der Einrichtung an der Edisonstraße reinigen. Einige der vielen Mopps kommen etwa auf dem Leipziger Flughafen zum Einsatz. Mit ihnen wird auch in den Flugzeugen aufgewischt.

Auch Cathleen Sommerfeld arbeitet in der Wäscherei. „Bei der Arbeit habe ich meine Ruhe, weil es hier nicht zu schnell zugeht“, sagt die 25-Jährige. Auch ihr gefalle die Zusammenarbeit mit den Kollegen. Gereinigt wird in der Wäscherei etwa die Arbeitskleidung von Technikern, Feuerwehrleuten und Mitarbeitern von Kindertagesstätten. Cathleen Sommerfeld kümmert sich insbesondere um das Trocknen der Wäsche. Vor allem im Winter ist der Job bei den Mitarbeitern beliebt, weil es in der Wäscherei warm ist. An warmen Sommertagen allerdings können dort aber schon mal gefühlte 40 Grad Celsius herrschen.

Die Schkeuditzer Lindenwerkstätten befinden sich jetzt schon seit zehn Jahren an der Edisonstraße. „Davor waren wir fünf Jahre an der Herderstraße, aber das war nur eine Zwischenlösung“, erinnert sich Frank Steinert, der damals schon Gruppenleiter im Arbeitsbereich Landschaftspflege war und ergänzt: „Am alten Standort mussten wir häufig improvisieren.“ Der Platz reichte bei Weitem nicht, sodass damals nur etwa halb so viele Mitarbeiter in den Werkstätten arbeiteten.

Und so entstand schließlich vor zehn Jahren der große moderne Neubau an der Edisonstraße. Dort ist nun auch Platz für eine eigene Gärtnerei für die Mitarbeiter, in der auch Schkeuditzer gern ihre Pflanzen kaufen. Am Tag der offenen Tür unlängst erfuhren die vielen Besucher außerdem, dass in der Einrichtung etwa auch Briefsendungen versandfertig gemacht oder Dokumente für Unternehmen digitalisiert werden.

Seit ihrem Bestehen konnten die Lindenwerkstätten so manchen Großkunden für sich gewinnen. Die Nachfrage nach den Dienstleistungen, aber auch nach den Jobs in der Einrichtung ist ungebrochen groß, wird berichtet. Tatsächlich gebe es Gedankenspiele über eine Erweiterung des Standortes. „Jedes Unternehmen muss wachsen“, sagt Steinert. Gespräche über den Erwerb von Nachbargrundstücken führten zwar nicht zum Erfolg. Allerdings sei nicht ausgeschlossen, dass eines Tages weitere Werkstätten an anderen Standorten entstehen.

Von Jan Iven

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