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In der Aue sterben die Eschen

In der Aue sterben die Eschen

Die Leipziger Nordwestaue, von der sich der größte Teil auf Schkeuditzer Flur befindet, wird "umgebaut". So bezeichnet Revierförster Carsten Pitsch den Vorgang, wenn bestimmte Baumarten durch andere Arten ersetzt werden.

Schkeuditz. Nötig werde dies nicht nur wegen der geplanten Mischregulierung und Verjüngung, sondern auch, weil in Europa ein großes Eschensterben eingesetzt hat. "In den nächsten zehn Jahren werden fast alle Eschen sterben, sowohl junge als auch alte. Für die Bäume wird es ein langsamer Tod, verantwortlich dafür ist ein Kleinpilz, der nur bei Eschen wirkt", hatte Pitsch unlängst im Technischen Ausschuss des Schkeuditzer Stadtrates mitgeteilt.

Die Förster können den Bäumen nicht helfen, müssen zusehen, wie große Bestände einfach absterben. Um das Ausbreiten der Pilzsporen wenigstens etwas einzudämmen, sollen befallene Bäume so schnell wie möglich entfernt werden. "Nach derzeitigem Stand müssen wir fast 80 Prozent der Bäume rausnehmen, fast alle sind schon abgestorben", schilderte Pitsch die dramatische Lage. 45 Prozent des Landeswaldes bestehe derzeit aus Eschen. Aufgrund der Pilzkrankheit gibt es in der Aue deshalb mehr Holzeinschläge als eigentlich vorgesehen. "Wir versuchen aber, noch vital erscheinende Eschen zu belassen und kennzeichnen sie. Es gibt Versuche, mit einem landesweiten Programm einen Eschen-Bestand zu erhalten, doch deren künftige Existenz ist mehr als fraglich."

Die Mitarbeiter des Forstbezirkes stimmten auch auf Fällungen entlang der B 186 von Dölzig bis zur Neuen Luppe ein. Die Straße sei von Jung-Eschen gesäumt, deren Entfernung eine Frage der Verkehrssicherheit sei. Außerdem gebe es eine neue Regelung zur "stufenartigen Waldrandgestaltung". Wegen der kranken Eschen, von denen stellenweise bereits Äste abgebrochen und auf Bänke gefallen waren, wurden auch einige Sitzgelegenheiten in der Aue entfernt. "Wir werden neue Bänke aufstellen, aber nicht mehr unter Bäumen, sondern an Sträuchern", kündigte Pitsch an.

Bei der ohnehin vorgesehenen Verjüngung des Waldbestandes werde nun das Hauptaugenmerk vor allem auf Eichen gelegt. Sie seien die Hauptbaumart für Auen, da sie mit ihren bis zu zwölf Meter in die Tiefe reichenden Wurzeln besonders flutungstolerant sind, erklärte Waldpädagogin Christiane Wolfram vom Forstbezirk Leipzig. Die geplanten Holzeinschläge und Verjüngungen seien mit der Oberen Forstbehörde und Naturschützern abgestimmt. Von den gut 560 Hektar Landeswald in der Nordwestaue sollen im Zehnjahresturnus bis 2022 50 Hektar verjüngt werden. Auf 27 Hektar davon sei das Vorhaben bereits umgesetzt. Im nächsten Winter sollen weitere acht Hektar in Angriff genommen werden. "Bisher wurden über eine halbe Million junger Bäume in der Nordwestaue gepflanzt, wesentlich mehr als gefällt wurden", sagte Wolfram.

Anders als Eichen sei Bergahorn nicht für Auenlandschaften mit lang anstehendem Wasser während der Vegetationszeit geeignet. Auch bei dieser Baumart seien großflächige Verluste gerade nach dem Hochwasser 2013 zum Beispiel im Bereich Kleinliebenau zu verzeichnen gewesen. Als Ersatz sollen nun Stieleichen und Roterlen gepflanzt werden. "Die Bäume, die jetzt angepflanzt werden, halten einer Überflutung stand", versicherte Pitsch. Ein Problem gebe es allerdings, wenn sich zu der Überflutung auch noch ein dauerhafter Grundwasseranstieg gesellt. "So wie wir es im Süden Leipzigs erleben, dann brechen uns auch wieder Bestände weg", sagte der 37-jährige Waldexperte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.05.2015
Olaf Barth

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