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Innerstädtische Händler sollen geschützt werden

Innerstädtische Händler sollen geschützt werden

Ein im blau-gelben Outfit daherkommender Einkaufsmarkt in Schkeuditz, der seine Verkaufsfläche von 800 auf 1100 Quadratmeter vergrößern wollte, darf nach einem Beschluss des Technischen Ausschusses (TA) nun nicht erweitern.

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Nicht an die "Liebsten", sondern an die innerstädtischen Händler, hat jetzt der Technische Ausschuss in Schkeuditz gedacht.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Jener Ausschuss nämlich stimmte am Montagabend mit einer Enthaltung dafür, das Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Flughafenstadt nicht fortzuschreiben, weiterzuentwickeln oder zu verändern. Damit bleibt das im September 2008 beschlossene Konzept weiterhin gültig.

"Schkeuditz liegt beim Verhältnis Verkaufsfläche zu Einwohner schon jetzt bei 240 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Doch weder die Einwohnerzahl noch die Kaufkraft nehmen zu. Eine Erweiterung der Verkaufsflächen in der Peripherie der Stadt könnte im Zentrum fatale Folgen haben", erklärte Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler). Mit dieser Ansicht steht er nicht allein da.

Bevor es zu dem Beschluss kam, hatte die Stadt eine Umfrage unter den innerstädtischen Händlern und Grundstückseigentümern gestartet. Bereits im Oktober waren die Fragebögen verteilt worden. Die Antworten sollten mögliche Auswirkungen auf und Einschätzungen der Befragten zu einer partiellen oder generellen Verkaufsflächenerweiterung widerspiegeln. Auch wurde nach Chancen und Risiken gefragt. "Das Ergebnis entsprach zum Großteil unserer Einschätzung", sagte Enke.

Eine Erweiterung von Verkaufsfläche am Rand der Innenstadt, egal in welchem Segment oder mit welchem Sortiment, könnte zu Problemen bei den Händlern im Stadtkern führen. Synergien entstünden an der Peripherie, Käufer würden dorthin gezogen und Händler in der Innenstadt könnten Existenzprobleme bekommen. "Ein dann eventuell eintretender Leerstand in der Innenstadt wäre fatal", sagte Enke.

"Mir war die Abhandlung des Themas zu unkonkret. Die Fragen, wer erweitern will oder welches Sortiment betroffen ist, wurden nicht beantwortet. Deshalb habe ich mich der Stimme enthalten", erklärte Stadtrat Reiner Ehnert (Die Linke). Dass die Fragen unbeantwortet blieben, bestätigte Enke. "Eine Antwort hätte aber auch keine Auswirkung auf die Entscheidung haben dürfen", meinte der Oberbürgermeister gestern. Welche Synergien sich bilden, sei nicht vorhersehbar. Sie bedeuteten aber grundsätzlich eine Gefahr für die innerstädtischen Gewerbe. Zudem ist im Verlauf der öffentlichen Sitzung durchaus herauszubekommen gewesen, wer erweitern möchte, erwähnte Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler).

"Ich möchte aber auch klarstellen, dass ich natürlich auf der Seite der Händler in der Innenstadt stehe. Diese müssen wir schützen", erklärte Ehnert. Die von der Stadt initiierte Umfrage auch unter den Vermietern durchzuführen, hielt der Linken-Stadtrat indes eher für fragwürdig: "Natürlich sind die Vermieter daran interessiert, dass die Händler in den angemieteten Läden bleiben."

Nach wie vor ist nun das aus 2008 stammende Papier, das der geplanten Erweiterung entgegensteht, gültig und soll auch weiterhin Basis anstehender Entscheidungen sein. "Ich denke, dass unter den Händlern nun eine gewisse Erleichterung eingetreten ist", resümierte Enke. Das mag im Hinblick auf Erweiterungen am Stadtrand so sein. Doch die Konkurrenz wird mit der Fertigstellung des Pflegeheims der Volkssolidarität im Stadtzentrum nicht kleiner. Dort werden auch neue Läden entstehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.02.2015
Roland Heinrich

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