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Insekten-Farmer organisiert Reptilienbörse in Schkeuditz

Reaktion auf Nachfragen Insekten-Farmer organisiert Reptilienbörse in Schkeuditz

Der Insektenzüchter Lars Seitz hat in Schkeuditz eine Reptilienbörse geplant, die im Kulturhaus Sonne stattfinden soll. Kunden hätten ihn angesprochen, dass es eine solche Börse mal wieder geben müsste. Mit dem Hobbyveranstalter Rico Wille aus Weißenfels hat sich Seitz zusammengetan und nun für den 19. März eine neue Börse organisiert.

Reptilien und Amphibien soll es im März in der „Sonne“ zu erwerben geben.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Es raschelt, knistert und zirpt auf der Insektenfarm von Lars Seitz. Heimchen, Grillen, Heuschrecken oder Mehlwürmer machen hier Geräusche. „Wieder“ muss man ergänzen, denn im Juli 2015 verlor der heute 29-Jährige bei einem Brand seine komplette lebendige Ware (die LVZ berichtete). „Wir haben uns bei manchen Insektenarten bis heute noch nicht erholt, weil es so lange dauert, die komplette Population heranzuzüchten“, erklärte Seitz. Beim Rosenkäfer dauere der Aufbau einer Zucht etwa ein dreiviertel Jahr. Die Insekten verkauft Seitz in allen möglichen Stadien ihrer Entwicklung. Im Großen und Ganzen seien der Brand beziehungsweise die Brandfolgen jetzt aber überstanden. Mit privatem Geld, mit enormem Arbeitsaufwand und mit der Hilfe befreundeter Züchter sei das gelungen. „Zwischenzeitlich haben wir schon ans Aufhören gedacht“, gibt Seitz zu und spricht dabei auch für seine mitarbeitende Lebensgefährtin.

„Farmer“ ist der gelernte Koch eher durch Zufall oder aus der Not heraus geworden: „Ich bin hier selbst regelmäßig zum Einkaufen hergekommen; fast täglich, um für meine Tiere Futter zu kaufen“, erzählte Seitz. Dann habe es geheißen, dass die Vorbesitzer verkaufen und aufhören wollen. „,Das könnt ihr doch nicht machen. Wo soll ich denn mein Futter herbekommen?‘, habe ich gefragt“, berichtete er. Schließlich habe Seitz die Farm übernommen.

Jetzt hat der Züchter in Schkeuditz eine Reptilienbörse geplant, die zum ersten Mal im März im Kulturhaus Sonne stattfinden soll. „Vor vier Jahren hatte es dort schon einmal eine Börse gegeben, auf der ich als Besucher auch war“, sagte Seitz. Mehrere Kunden hätten ihn in der Vergangenheit angesprochen, dass es eine solche Börse doch mal wieder geben müsste. Mit dem Hobbyveranstalter Rico Wille aus Weißenfels habe sich Seitz deshalb zusammengetan und nun für den 19. März eine neue Börse organisiert.

„Da gibt es einiges zu beachten: das Veterinäramt muss zustimmen, es müssen Versicherungen abgeschlossen werden und dann müssen natürlich Werbung angeleiert und Plakate gedruckt werden“, zählte der 29-Jährige auf. Während es für ihn die erste, selbst organisierte Börse ist, findet die „Reptiquana“ – wie die Börse heißt – in Altenburg im April schon zum zwölften Mal statt. Der Mit-Veranstalter Wille hat also schon Routine.

„Wir erwarten etwa 40 bis 50 Aussteller und wollen auf der Börse alles anbieten, um exotische Tiere auch richtig halten zu können“, sagte Seitz. Auch ein Terrarienbauer werde kommen. Ansonsten gibt es verschiedene Geckos, Vogelspinnen, Schlangen, Skorpione, europäische Landschildkröten und Schnecken zu sehen. Auch Futtertiere wie Mäuse, Ratten oder Insekten werden bei der Börse angeboten. Außerdem sollen Terrarienzubehör, also Kork, Kunstpflanzen, Rückwände und auch Fachbücher angeboten werden, erwähnte Seitz. Mit der Börse will er Hobby-Terrarianer natürlich auch informieren oder künftigen Anleitungen und Hilfestellungen geben. Dass die Nachfrage da sei, hätten die Anfragen für die Börse gezeigt.

Selbst hat Seitz auf seiner Insektenfarm auch zwei Leguane und ein Chamäleon und weiß, was deren Haltung bedeutet. Die unterschiedlichen Regelungen zur Meldepflicht in den einzelnen Bundesländern hält der Insektenzüchter für falsch. Hier müssten einheitliche Kontrollkriterien geschaffen werden. Dass es in diesem Tierhaltungsbereich auch schwarze Schafe gibt, ist Seitz bewusst.

Frisches Futter für seine exotischen Tiere hat er jedenfalls. Auch für Hunde wurde jetzt Futter mit ins Ladenangebot aufgenommen. „Der Brand bot zum Teil auch die Chance, noch einmal das Konzept zu überdenken und neu durchzustarten“, gab Seitz zu. Hundefutter hatte es hier bisher nämlich nicht gegeben. Nun kämen auch Kunden, die keine Insekten oder Tiefkühlmäuse verfüttern müssen. Außerdem nimmt Seitz jetzt auch Post an und hofft, dem einen oder anderen die Haltung exotischerer Tiere schmackhaft machen zu können.

Apropos schmackhaft. Auch wenn es immer wieder Nachfragen gebe: „Ich verkaufe keine Lebensmittel. Dafür gelten ganz andere Richtlinien und Standards als für Tierfutter“, stellte Seitz klar. Die Nachfrage nach Insekten als Lebensmittel nehme aber zu. „In asiatischen Ländern habe ich schon einiges probiert. Dort gibt es Insekten in jeglicher Zubereitung und an jeder Straßenecke zu kaufen“, berichtete Seitz. Als gelernten Koch reizt es ihn schon, das eine oder andere Gericht mit Insekten einmal zuzubereiten. „Mal sehen, was noch kommt“, hält er sich dazu aber noch zurück. Momentan gehöre er zu den wenigen in Ostdeutschland, die im großen Stil Insekten als Futter züchten und auch an Zoos liefern.

Von Roland Heinrich

Schkeuditz, Schulstraße 51.393973748062 12.221823130688
Schkeuditz, Schulstraße
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