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Insektenfarm leidet unter Brandfolgen

Inhaber will nicht aufgeben Insektenfarm leidet unter Brandfolgen

Schkeuditz. Mit den Folgen des Brandes in einer Schkeuditzer Insektenfarm am 26. Juli hat deren Inhaber bis zum heutigen Tag zu kämpfen. Denn nach anfänglichen Meldungen, dass ein Großteil der Tiere überlebt habe, folgte die Erkenntnis, dass es sich doch um einen Totalverlust handelt. Dennoch setzt Lars Seitz sein Geschäft fort.

Lars Seitz handelt mit Hilfe befreundeter Züchter weiter mit Insekten.

Quelle: Olaf Barth

Schkeuditz. Als es am 26. Juli gegen 20 Uhr im Freirodaer Weg in Schkeuditz brannte, gab es nicht nur einen großen Feuerwehreinsatz, sondern es war auch das Medieninteresse groß. Denn betroffen von dem Brand war nicht nur ein Proben-Quartier für verschiedene Bands, sondern vor allem eine sonst eher nicht im Mittelpunkt des Interesses stehende Insektenfarm. Und so kam deren Inhaber Lars Seitz in die TV-Nachrichten, worauf er liebend gern verzichtet hätte. Denn das im Obergeschoss wütende Feuer mit seiner Rauchentwicklung und den einhergehenden Löscharbeiten hatte für Seitz den Totalverlust seiner lebenden Handelsware zur Folge. Seitz spricht von einem finanziellen Schaden im höhern fünfstelligen Bereich.

In den rund 500 Terrarien züchtete Seitz 25 Insektenarten als Tierfutter für Zoos in ganz Deutschland und für Privatleute, die sich zum Beispiel Reptilien halten oder etwas für den Angelhaken benötigen. Heuschrecken, Grillen, Heimchen, Maden oder Schaben – für Seitz ein bis dahin gut funktionierendes Geschäft. Damit war es mit dem Brand vorbei, und dennoch will der Hohenmölsener nicht aufgeben. „Wir werben bei unseren Kunden um Verständnis, die meisten akzeptieren das und bieten ihre Hilfe an. Bis ich mir wieder eine eigene Zucht aufgebaut habe, versuche ich die angeforderten Tiere andersweitig zu besorgen. Da ich momentan nicht selbst produzieren kann, muss ich dazu kaufen und arbeite dabei mit anderen Züchtern zusammen“, sagt der 27-Jährige. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und einer Angestellten nutzt er nun provisorisch eine Garage als Büro, Verkaufs- und Verpackungsraum. Ende des Jahres, so die Hoffnungen des Züchters, könnte die volle Produktionsfähigkeit wieder hergestellt sein. Dann möchte er wieder Zuchttiere eingekauft haben, die die nötigen Eiablagen produzieren. „Das geht aber erst, wenn wieder alles sauber ist. Fußböden, Wände, Decken und vor allem die Terrarien müssen von Giftstoffen befreit werden. Das übernimmt eine Brandsanierungsfirma aus Leipzig“, erzählt Seitz.

Doch außer der Insektenfarm gab es weitere Brandopfer. In dem Gebäude haben verschiedene Bands ihre Probenräume, in einem brach das Feuer aus. „Ein schwerer Brand, viel Ruß, viel Wasser – die Geräte sind hinüber, unser Studio ist nicht mehr nutzbar, wir suchen nach einer Ausweichmöglichkeit im Haus“, sagte Klaus Goritz. Er ist Drummer bei der fünfköpfigen Freizeit-Rockband mit dem nun schicksalsträchtigen Namen „The Flood“ (die Glut). Die in einem anderen Gebäudeteil befindlichen Räume der anderen vier bis fünf Bands seien nicht stärker betroffen, die Musiker dort würden normal weiter proben.

Die Brandursache habe sich nicht mehr ermitteln lassen, teilte die Polizeidirektion Leipzig auf LVZ-Anfrage mit. Man wisse lediglich, dass es zu einem Schwelbrand in der Balkenlage zwischen Erd- und Obergeschoss gekommen ist. Die Ermittlungen seien von Anfang an wegen Brandstiftung gelaufen, da der Anfangsverdacht bestanden habe und bis heute eine Straftat nicht ausgeschlossen werden könne.

Von Olaf Barth

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