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Schkeuditz Ist Schutzgebiet am Werbeliner See notwendig?
Region Schkeuditz Ist Schutzgebiet am Werbeliner See notwendig?
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11:44 02.06.2016
Soll unter Schutz gestellt werden: der Werbeliner See. Quelle: Wolfgang Sens
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Schkeuditz

Es ist nur ein kleines Zipfelchen vom Werbeliner See, das zum Gemeindegebiet Schkeuditz gehört. Das Unverständnis innerhalb der Stadtverwaltung bezüglich eines Vorhabens des Landratsamtes (LRA) Nordsachsen ist dafür umso größer. Und auch die Folgen könnten für die Schkeuditzer nicht unerheblich sein, wenn sie auf Erholungssuche an jenem See sind.

Das LRA plant schon seit längerem, den Werbeliner See zu einem Naturschutzgebiet zu machen. Rund zehn Jahre gibt es dieses Vorhaben bereits. Vorab soll jetzt jenes rund 1240 Hektar große Areal „einstweilig sichergestellt“ werden, was im Grunde Regeln zur Folge hat, die denen innerhalb eines Naturschutzgebietes entsprechen. Als „zu schnell geschossen“ und „nicht zu Ende gedacht“ wird das Vorhaben in Schkeuditz bezeichnet. Auch stelle man sich hier eine Kooperation mit der Kreisbehörde anders vor.

Im Entwurf der entsprechenden Schutz-Verordnung enthält die eine DIN-A4-Seite umfassende Verbotsliste unter anderem, dass Wege nicht verlassen werden dürfen, dass Hunde nicht frei laufengelassen werden dürfen oder dass angeln oder baden untersagt ist. Letzterer Punkt taucht in den zulässigen Handlungen wieder auf. „Baden im Rahmen des zugelassenen Gemeingebrauchs“ fällt nicht unter die Verbote, heißt es.

Auf Nachfrage bei der Sitzung des Technischen Ausschusses am Montagabend stellte Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler) klar: „Es gibt keinen zugelassenen Gemeingebrauch“. „Eine Badestelle ist definitiv das, was die Untere Naturschutzbehörde verhindern will“, ergänzte Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler).

Der TA sollte auf der Sitzung nachträglich eine Stellungnahme der Stadt zum LRA-Vorhaben beschließen, die bereits am Freitag nach Delitzsch geschickt worden war, um die gesetzte Frist einzuhalten. Die war mit gut drei Wochen äußerst knapp bemessen. Ein Antrag auf Fristverlängerung seitens der Stadt wurde vom Amt abgelehnt. Dabei fehlte Schkeuditz noch Datenmaterial aus der Kreisbehörde, welches zur Bildung eines abschließenden Urteils notwendig gewesen wäre. Vorab seien die Daten, die unter anderem auch den negativen Einfluss des Menschen besonders auf die Vogelwelt am See nachweisen sollten, zwar zugesagt worden, aber nie angekommen. „In der vergangenen Woche habe wir eine CD bekommen“, sagte Enke. Dornbusch konkretisierte auf LVZ-Nachfrage, dass die Daten am Donnerstag, also einen Tag vor Fristablauf, bei der Verwaltung eingegangen waren.

„Wir konnten die Daten bisher nicht prüfen. Ich gehe von einem Umfang von 500 bis 1000 Seiten aus. Um Schlussfolgerungen zu ziehen, wie der Mensch eingewirkt hat, müsste man sich die Daten aber angucken“, sagte Enke am Montag. Die Stadt vertrete die These, dass gewisse Veränderungen auch durch die Natur selbst eingetreten seien. „Die Antworten, die wir in Vorgesprächen auf unsere Fragen bekommen haben, haben uns nicht überzeugt und sind zum Teil nur Behauptungen“, fasste Enke zusammen. Die Stadt werde Anrainer – Delitzsch wolle gegen das Vorhaben vorgehen – bei gerichtlichen Auseinandersetzungen unterstützen, aber nicht selbst klagen.

Von Roland Heinrich

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